Kleines iPad soll kommen: Apple hat Mini-Tablet-Markt links liegen lassen

KommentarKleines iPad soll kommen: Apple hat Mini-Tablet-Markt links liegen lassen

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Im World Wide Web werden Gerüchte laut, dass Apple Mitte des Monats eine handlichere Version seines iPads vorstellen will - Technik-Experte Thomas Kuhn klärt auf, was dran ist

von Thomas Kuhn

Bekommt das iPad einen kleinen Bruder? Bestätigen sich die Gerüchte, wird Apple am 17. Oktober eine Kompakt-Version seines Tablet-Bestsellers vorstellen. Ein iPad mini wäre überfällig.

Es gab Zeiten, da waren Sicherheitsdienste in Apples Auftrag gemeinsam mit der Polizei unterwegs, um verlorengegangene iPhone-Vorseriengeräte wieder aus dem Verkehr zu ziehen. Inzwischen hat das laut dem US-Technologie-Blog Gizmodo Apple-intern auch „Gestapo“ genannte „Worldwide Loyalty Team“ offenbar deutlich an Durchsetzungskraft verloren. Wie sonst wäre zu erklären, dass nahezu alle Produktdetails zum neuen iPhone5 schon vor dessen offizieller Präsentation am 12. September schon in die Öffentlichkeit durchgesickert wären.

Insofern sind auch die aktuellen Gerüchte durchaus ernst zu nehmen, dass Apple voraussichtlich am 17. Oktober seine nächste Produkt-Neuheit vorstellen wird: Eine handlichere Ausgabe seines Tablet-Bestsellers iPad – in der Netz-Gemeinschaft aktuell unter dem Codenamen „iPad mini“ geführt. Wie das Wall Street Journal (WSJ) gestern berichtete soll die Produktion der Geräte bei Apples Zulieferern in Asien bereits angelaufen sein. Dem Bericht zufolge gehören unter anderem der taiwanische Komponentenhersteller AU Optronics und LG Display aus Südkorea zu den Unternehmen, die Bauteile für die Kompaktversion zuliefern.

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Dass Apples Neuer deutlich handlicher daher kommt, als der Original iPad gilt als sicher. Er wird wohl ein Display mit 7,85 Zoll Bilddiagonale bekommen, das entspricht knapp 20 Zentimetern und wäre knappe fünf Zentimeter kleiner als das des größeren Modells. Damit dürfte der mini auch ein gutes Stück leichter ausfallen als der rund 660 Gramm schwere aktuelle iPad und vermutlich bei etwa einem halben Kilo Gewicht liegen.

Noch nicht ganz eindeutig sind die Vorhersagen, ob der mini auch bei der Displayauflösung wieder etwas abrüstet: Während das WSJ von einer „niedrigeren Auflösung“ schreibt – und auf die von den ersten beiden iPad-Generationen bekannte Auflösung von 1024x768 Bildpunkten tippt –, bezweifelt beispielsweise Gizmodo, dass sich Apple damit gegenüber der Konkurrenz eine Blöße gibt.

WirtschaftsWoche Redakteur Thomas KuhnVideo abspielen
iPads für Schnäppchenjäger

Apple zieht lediglich nach

Tatsächlich nämlich wäre Apple mit einem 7-Zoll-Mini ohnehin nicht mehr der Innovator im Markt sondern würde damit bloß auf die Konkurrenz reagieren. Die nämlich hat – wie Samsung mit dem Galaxy Tab2 7.0, Google mit dem von Asus produzierten Nexus 7 oder Amazon mit dem Kindle Fire – bereits seit Monaten Tablet-Rechner im 7-Zoll-Format auf dem Markt. Dabei sind die iPad-Konkurrenten zu Preisen von 200 Euro beziehungsweise nur knapp 160 Euro für Nexus 7 und Kindle Fire nicht nur im Format, sondern auch an der Ladenkasse deutlich handlicher als Apples aktuelles iPad. Das schlägt mit mindestens 479 Euro zu Buche. Und selbst wer noch zum Vorgänger iPad2 greift muss noch fast 400 Euro hinblättern.

Doch neben dem Kampfpreis der 7-Zoll-Konkurrenten ist es vor allem deren kompakte Bauform, die mich bisher schon zu einem Fan des Midi-Formats zwischen „echtem“ 10-Zöller und den inzwischen auf bis zu 4,7-Zoll-Bilddidagonale herangewachsenen Mega-Smartphones vom Schlage HTC OneXL oder Samsung Galaxy S III machte:

Mir sind die Tablets im klassischen iPad-Format zu unhandlich (und auch zu schwer), um sie wirklich mobil zu nutzen. Eine Einschätzung, die ich mit manchem Kollegen teile. Was zuhause auf dem Sofa noch Sinn macht, weil die Rechenflunder ohnehin die meiste Zeit auf dem Tisch oder auf dem Schoss liegt, wird unterwegs allzu oft dann doch zur Last. Und weil das Zehn-Zoll-Gehäuse nun wirklich das Format jeder Jackentasche sprengt, braucht man für die großen Tablets unterwegs eine Tasche.

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Umgekehrt sind (auch die größten) Smartphones eben auch keine wirklich alltagstaugliche Lesealternative. Da liegt das 7-Zoll-Format griffgünstig dazwischen, und es passt – jedenfalls bei meinen Jacketts auch noch unterwegs unauffällig in die Innentasche.

Eigentlich unverständlich daher, dass Apple in diesem Segment bisher nicht präsent war. Und insofern wäre es höchst überfällig, dass sich das nun endlich ändert.

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