Lenovo: Konzern leidet unter teurem Ärger mit Smartphones

Lenovo: Konzern leidet unter teurem Ärger mit Smartphones

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Während Lenovo den PC-Markt aufrollt, kämpft der chinesische IT-Riese beim Geschäft mit Smartphones weiter mit Millionenverlusten.

von Thomas Kuhn

Ein Jahr nach der Übernahme der Motorola-Handysparte kämpft der chinesische IT-Riese Lenovo noch immer mit seinem Smartphone-Geschäft. Abschreibungen verhageln die Quartalsbilanz. Und dann schießt noch eine neue Handy-Tochter quer.

In der Theorie schien die Sache für Yuanqing Yang, den Chef des chinesischen IT-Riesen Lenovo, ganz einfach: „Wir möchten mit Lenovo und Moto eine Zwei-Marken-Strategie fahren und jeweils die Marke positionieren, die sich auf dem jeweiligen Markt besser eignet“, erklärte er seine Mobilfunkpläne im WirtschaftsWoche-Interview. Mit der Marke Motorola wolle er – weiterhin – die entwickelten westlichen Märkte bedienen, mit Lenovo-Smartphones in den Wachstumsmärkten zulegen, so Yuanqing.

Die Praxis allerdings sieht – auch ein Jahr nach der Übernahme des Motorola-Handygeschäfts von Google für fast drei Milliarden Dollar– alles andere als einfach aus. Wenn man es denn freundlich formuliert.

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Kostenträchtige Baustelle

Formal hat der milliardenschwere Zukauf Lenovo zwar nach Stückzahlen zum drittgrößten Smartphone-Anbieter nach Samsung und Apple gemacht. Dennoch bleibt das Mobilfunkgeschäft, das die Chinesen neben der Computersparte zum zweiten großen Standbein des Konzerns aufbauen wollen, für Yuanqing eine riesige und vor allem teure Baustelle.

Lenovo-Chef Yang Yuanqing "Wir wollen überall größer werden"

Der Lenovo-Chef will auch bei Mobiltelefonen an die Spitze.

Quelle: REUTERS

Dabei ist es für den Lenovo-Chef sogar vermutlich das kleinere Problem, dass der chinesische Konkurrent Huawei inzwischen den prestigeträchtigen dritten Rang beim Absatz übernommen hat und auf Rang fünf bereits (und nur mit minimalen Abstand von 0,1 Prozentpunkten) der ebenfalls chinesische Wettbewerber Xiaomi lauert.

Chinesischer IT-Riese expandiert Die riskante Strategie von Lenovo

Lenovo ist der größte PC-Hersteller der Welt und eines der wenigen chinesischen Unternehmen, denen der Aufbau einer internationalen Marke gelungen ist. Jetzt greift der Konzern nach der nächsten Branche.

Quelle: imago

Viel schmerzhafter ist, dass es zu großen Teilen an den Schwierigkeiten der Mobilfunksparte liegt, dass Lenovo im abgelaufenen Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht ist. Weil es Lenovo nämlich noch immer nicht gelungen ist, eine profitable Wachstumsstrategie fürs Handygeschäft umzusetzen, verursachte die Sparte in dem Zeitraum Umbaukosten von 599 Millionen Dollar. Zusätzlich wurde eine Abschreibung von 324 Millionen Dollar auf nicht verkaufte Geräte fällig, wie das Unternehmen am Donnerstag in Hongkong mitteilte..

Größter Quartalsverlust aller Zeiten

Mit entsprechend drastischen Folgen für die Gesamtbilanz. Im zweiten Geschäftsquartal fiel unternehmensweit ein Nettoverlust von 714 Millionen Dollar an, umgerechnet rund 663 Millionen Euro. Es war der größte Quartalsverlust, den das Unternehmen je verzeichnet hat. Im Vorjahresquartal hatte Lenovo noch einen Gewinn von 262 Millionen Dollar ausgewiesen.

Gewinneinbruch bei Lenovo Chinesischer PC-Bauer streicht tausende Stellen

Der milliardenschwere Übernahme von Motorola macht dem Computerhersteller Lenovo zu schaffen. Der Gewinn bricht um mehr als 50 Prozent ein. Das chinesische Unternehmen will jetzt tausende Jobs streichen.

Schlechte Zeiten für Lenovo. Quelle: Reuters

In ein bis zwei Quartalen, so die Hoffnung der Lenovo-Oberen bei der Präsentation der Zahlen in Hongkong, sollen zumindest die Verluste bei Motorola gestoppt sein. Dazu soll auch der Personalabbau von 3200 Beschäftigten beitragen, die Yuangqing bereits im Sommer nach – ebenfalls – schlechten Mobilfunkzahlen angekündigt hatte.

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