Microsoft: Die große Tablet-Zäsur

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KommentarMicrosoft: Die große Tablet-Zäsur

von Matthias Hohensee

Microsoft-Chef Steve Ballmer schlachtet heilige Kühe. Zum erstenmal stellt der Softwarekonzern selber Computerhardware her. Das wird die Branche verändern – und könnte Google in die Hände spielen.

Am 27. Januar 2010 stellte Apple-Gründer Steve Jobs in San Francisco das iPad vor. Seitdem hat Apple rund 80 Millionen Exemplare seines Tablet-Computers verkauft. Wettbewerber Microsoft brauchte zweieinhalb Jahre und gleich zwei Steves um darauf zu reagieren. Am späten Montagnachmittag kalifornischer Zeit stellten Konzernchef Steve Ballmer und Windows-Chef Steven Sinofsky in Hollywood das erste von Microsoft selbst entwickelte Tablet mit dem Namen Surface vor.

Das 9,3 Millimeter dicke Tablet ähnelt optisch dem iPad und ist mit 680 Gramm gleich schwer. Sein Display ist mit 10,6 inch etwas größer als die 9,7 inch des iPads. Es hat einen ausklappbaren Stand eingebaut und sein magnetisches Cover dient zugleich als externe Tastatur. Das Tablet läuft auf Microsofts neuestem Betriebssystem Windows 8, das für den Herbst erwartet wird. Es wird eine Version für den Heimgebrauch und eine – etwas dickere und schwerere - Variante für Profi-Anwender geben. Die Heimvariante hat einen Chip auf ARM-Basis wie auch das iPad und die Android-Tablets. In der Profiversion tickt ein Intel-Prozessor. Neben den Fingern kann das Tablet alternativ mit einem Spezialstift bedient werden.

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Preis und Liefertermin noch offen

Zum Preis und Verfügbarkeit hüllt sich Microsoft in Schweigen. „Es wird so viel kosten wie vergleichbare Tablets“, kündigt Sinofsky an. Nun könnte man sticheln, dass Microsoft so lange gebraucht hat, um endlich eine Antwort auf den Apple-Herausforderer zu finden. Schließlich beschäftigte Microsoft-Gründer Bill Gates schon in den späten neunziger Jahren ein ganzes Team von Entwicklern, um einen Tablet-PC aus der Taufe zu heben. Nur um sich bekanntlich von Apple die Show stehlen zu lassen. Ballmer gestand in Hollywood erstmals ganz offen ein, woran das lag. Microsoft verstand sich stets als Softwarekonzern. Das Fertigen der Computer überließ man Partnern wie Dell, Lenovo, Acer, Hewlett Packard oder Sony. Apple hingegen hat den Vorteil, Betriebssystem, wichtige Anwendungsprogramme und die Hardware aus einer Hand liefern und damit besser aufeinander abstimmen zu können. Vor allem aber kann Apple seinen eigenen Zeitplan festsetzen und durchziehen, ohne auf Partner Rücksicht zu nehmen oder auf diese warten zu müssen. Gestern hat Ballmer eingeräumt, dass es in der Post-PC Ära nicht mehr ausreicht, nur Lieferant des Betriebssystems zu sein. „Wir glauben, dass die Interaktion von Mensch und Maschine besser wird, wenn man Hard und Software gemeinsam berücksichtigt“, sagt er. Das sind ganz neue Töne.

Kroker's Look @ IT Schnapsidee von Microsoft

Angeblich will Microsoft einen eigenen Tablet-Rechner vorstellen, um Apples iPad Konkurrenz zu machen. Das ist keine gute Idee.

Microsoft-Logos Quelle: REUTERS

Microsoft hat durchaus Erfahrung beim Herstellen von Hardware. Seit langem stellt der Softwarekonzern nebenbei Computerzubehör wie Mäuse und Tastaturen her. Seit November 2001 offeriert man mit der Xbox eine eigene Spielkonsole. Seit kurzem bietet Microsoft in seinen eigenen Ladengeschäften in den USA sogenannte Signature Computer an, bei denen der Softwarekonzern sein Betriebssystem selbst aufspielt und an die jeweilige Hardware optimal anpasst – sozusagen ein nachträgliches Frisieren der Computer von Partnern.

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