Mobile World Congress: Krumme Dinger in der Handy-Welt

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Mobile World Congress: Krumme Dinger in der Handy-Welt

von Thomas Kuhn

Bisher waren Smartphone-Displays schwer, energiehungrig und zerbrechlich. Nun zeigen die Hersteller ganz neue Technologien, die größere, leuchtstärkere, stromsparendere und gebogene Handy-Bildschirme ermöglichen.

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Heute beginnt der Mobile World Congress in Barcelona.

Es erinnert an die Quadratur des Kreises, was Smartphone-Designer von den Entwicklern der Handy-Displays erwarten: Denn einerseits gilt auch bei den Telefon-Bildschirme das (fast) olympische Motto des Größer, Heller, Bunter. Andererseits sollen die Displays aber immer weniger Strom verbrauchen, damit die Taschentelefone auch bei intensivem Gebrauch wenigstens einen Arbeitstag durchhalten.

Weil sich beide Vorgaben konträr zueinander verhalten, gibt es im Telefonbau – abgesehen vielleicht von der Akkutechnik – kaum eine Gerätekomponente, auf der ein derart großer Innovationsdruck lastet, wie die Displays. Und bei der vergleichbar große Innovationssprünge in ähnlich kurzer Zeit erfolgen. Das belegt auch die große Menge an Neuheiten auf dem diesjährigen Mobile World Congress. Gleich eine Vielzahl von Herstellern zeigt in diesen Tagen in Barcelona, wohin sich die Displaytechnik künftig entwickeln wird.

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Gerade erst im deutschen Markt gestartet ist die LG-Neuheit, das bananenförmig gebogene High-End-Handy G Fex, das mit der bislang einmaligen Eigenschaft eines nicht nur gebogenen sondern auch (zumindest teilweise) biegsamen Displays aufwartet. Das ist insofern außergewöhnlich, als die Telefon-Monitore bislang zumeist aus mehreren Glasschichten bestehen – und denen droht bei Beugung im Normalfall die Zerstörung.

Innovationen Samsung produziert Smartphone mit gewölbtem Display

Samsung will ab Oktober ein neues Smartphone auf den Markt bringen. Der Clou an dem neuen Gerät: Das Display ist konkav und sorgt so für den 3D-Effekt.

Samsung bringt Smartphone mit konkavem Display auf den Markt. Quelle: REUTERS

Warum also setzt LG auf die sonderbare Bauform? Weil sich, so die Designer, das Telefon beim Gebrauch ergonomisch an die Gesichtsform des Benutzers anpasse. Aber auch, das zeigt der Selbstversuch, weil die leichte Krümmung des immerhin sechs Zoll großen Displays überraschenderweise dafür sorgt, dass das im Grunde ja flache, zweidimensionale Bild so etwas wie räumliche Wirkung gewinnt.

Möglich macht beides die Konstruktion des OLED-Displays, das nicht auf Glas- sondern auf Plastikschichten basiert. Zudem ermöglichen es die selbst leuchtenden organischen Leuchtdioden, die Displays schlanker und energie-sparender zu bauen. Denn schließlich benötigen sie – anders als LCD-Displays – keine Hintergrundbeleuchtung, die dann je nach Bildschirminhalt mit Filtern stellenweise nachträglich wieder abgedunkelt werden muss. Mehr noch, durch die außergewöhnlich dünne Bauweise wirkt das Displaybild, als liege es unmittelbar auf der Geräteoberfläche.

Bisher steht LG mit seinem Bananenhandy in Europa noch alleine da. Doch das wird nicht so bleiben. In Korea hat Konkurrent Samsung schon das 5,7-Zoll-Modell Galaxy Round vorgestellt, das – anders als das LG Flex – in der Hochachse gebogen ist, zumindest nach bisheriger Nachrichtenlage allerdings nicht in Deutschland verfügbar sein wird. Aber selbst wenn es das Galaxy Round nicht nach Europa schafft, es wird Nachfolger bekommen – und spätestens die verschärfen den Wettbewerb der kommunikativen Rundlinge.

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