Natürlich: Apple ist zunächst mal ein börsennotiertes Unternehmen – wer will dem Konzern vorschreiben, was er auf seinen Geräten und, mit seiner Software programmiert, zulässt und was nicht? Apple tut das, was Apple nutzt. Und wenn es Steve Jobs gefällt, Playboy-Apps zuzulassen, die von der Bild oder Stern aber nicht, dann ist das schwer nachvollziehbar, aber seine Entscheidung.
Allerdings: Nutzt das Apple wirklich? Zwingt der Konzern nicht eher seine Partner wie etwa die Verlage dazu, ihr Inhalte-Angebot wider besseres Wissen unattraktiver zu machen für die jeweiligen Nutzer, die diese Inhalte - man mag von ihnen halten, was man will - nachfragen? Schlägt das nicht am Ende auch auf Apple zurück? Noch ist die Zahl der Apple-Konkurrenten beim Thema Apps überschaubar. Noch ist Apple der wichtigste Flaschenhals, durch den muss, wer mobile Leser ansprechen will. Doch das wird womöglich nicht ewig so bleiben. Denn ein iPhone ohne gescheiten Inhalt ist zwar ein hübsches Telefon. Aber ein Konkurrenzgerät, das mit Bildern und Texten lockt, die der Nutzer sucht, kann punkten.
Vielleicht steckt aber auch eine ganz andere Strategie dahinter: Vielleicht will Jobs in Wahrheit das KeuschPhone, das rein-weiße, garantiert sündenfreie Gerät. Allerdings müsste er dann auch konsequent sein: Dann müsste bald auch die Navigationssoftware auf dem iPhone streiken, sobald sich der Nutzer ins örtliche Rotlichtviertel dirigieren lassen will. Dann müsste der Computer-Bildschirm schwarz werden, wenn der Internetsurfer auf Pornoseiten steht. Das gilt im übrigen auch für das iPhone, mit dem sich – Apps hin oder her – der Nutzer ja auch munter auf allen denkbaren Seiten umtun kann.
Kleiner Vorschlag zur Güte: Vielleicht kann Bild ja seinen Schüttelmädchen in Zukunft kleine Apple-Logos vor den Busen kleben. Vielleicht hilft´s.












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Alle Kommentare lesen16.05.2010, 19:53 UhrAnonymer Benutzer: info@struwe.de
ich schaff mir brieftauben an.......
26.02.2010, 08:55 UhrAnonymer Benutzer: Cpt.Knödel
ich benutze seit Jahren Rechner von Apple weil sie einfach technisch top sind, würde aber nie auf die idee kommen mir ein iphone zuzulegen. Der Preis wäre nicht das Thema, aber ich lasse mir doch keinen Knebelvertrag mit einem Provider, - egal welchem, - aufdrücken. Wenn ich mir ein Handy kaufe ist es mein Eigentum und ich lasse mir von Apple nicht vorschreiben wie ich es zu benutzen habe. "Unzulässige" Veränderungen am iphone unterbindet Apple über das Netz, hat also über das betriebsystem immer noch Zugriff auf das Gerät, sei es auch nur durch die Sperrung von Updates.
Die Sperre von inhalten schützt laut Apple nur das Gerät vor Applikationen, die die Funktion des Handys beeinträchtigen.
Die Wahrheit dürfte wohl sein, daß Apple die Option auf gewinnträchtige inhalte nicht aus der Hand gibt und sich Geschäftspartner genau ansieht. bild & Co. und die Sexindustrie kommen da wohl trotz gigantischer Umsätze nicht so schnell zum Zug.
25.02.2010, 23:01 UhrAnonymer Benutzer: alter ego
Vorab: Wer sich kritiklos mit dem Apple-HypePhone und/oder Springer einläßt, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen.
Wer sich von einem Hardwareanbieter vorschreiben läßt, was gehört oder gesehen werden darf, ist ein bedauernswerter Mensch.
Wer Apple preist, weil es möglicherweise regional unerwünschte inhalte weltweit einheitlich reguliert, nimmt nicht nur die Manipulation einzelner Nutzer billigend in Kauf. Das Ganze bekommt eine gesellschaftliche und medienpolitische Dimension.