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Mobilfunk: Kampf der Smartphone-Giganten

von Matthias Hohensee

Der ungebremste Innovationsschub bei Smartphones treibt deren Absatz in immer neue Höhen. Doch nun droht einigen Herstellern beim Technikwettrüsten die Kraft auszugehen.

Der ungebremste Innovationsschub bei Smartphones treibt deren Absatz in immer neue Höhen. Quelle: REUTERS
Der ungebremste Innovationsschub bei Smartphones treibt deren Absatz in immer neue Höhen. Quelle: REUTERS

Vorbei die Zeiten, in denen Apple mit rigiden Geheimhaltungsregeln verhindern konnte, dass jegliche Informationen zu Neuheiten vorab durchsickerten. So gilt als fast sicher, dass Apple-Chef Tim Cook am 10. September den Nachfolger des iPhone 5 vorstellen wird. Dann legt Apple wohl bei Prozessor, Kamera und Display nach, wo der einstige Trendsetter zurückgefallen ist. Zudem bekommt das Top-Handy vermutlich einen besseren Akku, einen Fingerabdruck-Sensor und womöglich ein Einsteigermodell zur Seite gestellt.

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Das Zeitfenster um die Elektronikmesse IFA in Berlin wird so zum Schaulaufen der Smartphone-Giganten. Samsung markiert am Mittwoch dieser Woche sein Terrain mit dem neuen Galaxy Note 3. Auch Sony nutzt das Publikumsinteresse, um in Berlin sein neues Flagschiff Xperia Z1 zu zeigen.

Lumia 930

Stephen Elop, der Nokias Handygeschäft führt, stellt das neue Smartphone Lumia 930 auf der Microsoft-Entwicklerkonferenz "Build 2014" vor. Das neue Flaggschiff der Finnen soll vor allem mit seiner Kamera überzeugen, die satte 20 Megapixel Auflösung bietet. Die PureView-Kamera ist mit einer Linse von Carl Zeiss ausgerüstet und bringt einen automatischen Bildstabilisator mit. Videos werden mit 1080p bei 30 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet, und für guten Ton sollen vier Mikrofone sorgen. Das neue Smartphone mit 5-Zoll-Display wird ab Werk mit dem Betriebssystem Windows Phone 8.1 ausgestattet. Es setzt auf einen 2,2 Gigahertz starken Quad-Core-Prozessor (Snapdragon 800) und kommt mit 2 GB Arbeitsspeicher und 32 GB internem Speicher daher. Der 2420 mAh starke Akku soll laut Nokia 11,5 Stunden im GSM-Betrieb sowie 15,5 Stunden im 3G-Betrieb durchhalten.

Auf den Markt kommen soll das neue Lumia 930 im Juni 2014 in vier Farben (Schwarz, Weiß, Orange und Grün). Kostenpunkt: 599 US-Dollar (ohne Steuern).

Bild: AP

Nachdem LG und Nokia kürzlich neue Modelle präsentiert haben, ist die Auswahl im High-End-Segment nun so groß wie lange nicht mehr. Mit der Folge, dass das Smartphone-Geschäft dieses Jahr nach Ansicht der Marktforscher von IDC um 32 Prozent zulegen wird. Nach 722 Millionen verkauften Geräten 2012 sollen es 2013 rund 958 Millionen werden.

Allerdings verlagert sich der Fokus auf aufstrebende Ökonomien wie China, weil der westliche Markt Sättigungstendenzen zeigt. IDC erwartet, dass knapp 65 Prozent der Smartphones in die Boom-Staaten gehen. "Das wird unser größter Wachstumsmarkt", bekräftigt Apple-Chef Cook.

Bloß die halbe Wahrheit

Doch neue Absatzrekorde und Spitzenwerte bei Ausstattung und Technik sind nur die eine, strahlende Seite des Smartphone-Geschäfts. Zugleich nämlich wird es für die Hersteller mit jeder Gerätegeneration schwerer, sich zu differenzieren und die Kunden in Kauflaune zu versetzen. Auch weil sich die Geräte immer ähnlicher werden, da alle Produzenten ihre Komponenten bei den gleichen Zulieferern einkaufen, wie Samsung, Qualcomm, Texas Instruments, Cirrus Logic oder Sharp.

Wer den Markt der Smartphones regiert

  • Apple

    Platz 1: Mit einem Marktanteil von 18,4 Prozent führte Apple im zweiten Quartal des Jahres den Smartphone-Markt an. Insgesamt 20, 34 Millionen Smartphones lieferte der Hersteller in diesem Zeitraum an den weltweiten Handel. Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von über neun Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr konnte Apple damit sogar eine Steigerung von über 140 Prozent erzielen.

  • Samsung

    Platz 2: Direkt hinter Apple reiht sich der südkoreanische Rivale Samsung mit einem Marktanteil von 17,8 Prozent ein. Insgesamt 19,6 Millionen Smartphones brachten die Koreaner im zweiten Quartal in den weltweiten Handel. Damit hat sich der Hersteller selbst übertroffen: Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von fast 56 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ist das sogar eine 600-prozentige Steigerung.

  • Nokia

    Platz 3: Mit einem Marktanteil von 15,1 Prozent hat es Nokia trotz der Verluste bei den Smartphones im zweiten Quartal noch unter die drei Besten geschafft. 16,7 Millionen Modelle lieferte der Hersteller aus - das sind 31 Prozent weniger als noch im ersten Quartal.

  • RIM

    Platz 4: Ebenfalls Verluste machte RIM im zweiten Quartal des Jahres. Mit 13,2 Millionen ausgelieferten Smartphones erreichte der Hersteller einen Marktanteil von 12 Prozent, musste im Vergleich zum Quartal zuvor aber einen Rückgang von fast 11 Prozent in Kauf nehmen.

  • HTC

    Platz 5: Der Marktanteil der HTC-Smartphones lag im zweiten Quartal bei 10,8 Prozent. Insgesamt fast 12 Millionen Modelle brachte der Hersteller in den Handel und steigerte damit sein Ergebnis aus dem Quartal zuvor um fast 25 Prozent.

  • Motorola

    Platz 6: Motorola-Smartphones erreichten im zweiten Quartal einen Marktanteil von 4 Prozent. 4,4 Millionen Modelle brachte der Hersteller in diesem Zeitraum in den weltweiten Handel und steigerte sein Ergebnis aus dem ersten Quartal damit um mehr als sieben Prozent.

  • Sharp

    Platz 7: Der japanische Elektronikkonzern Sharp hat mit 1,48 Millionen ausgelieferten Smartphones im zweiten Quartal einen Marktanteil von 6,8 Prozent erreicht. Im Vergleich zum ersten Quartal konnte der Konzern sein Ergebnis um 1,3 Prozent steigern.

  • Andere

    Unter ferner liefen: Alle anderen, weniger nennenswerten Hersteller machten im zweiten Quartal mit rund 22,7 Millionen ausgelieferten Smartphones zusammengenommen einen Marktanteil von 20,6 Prozent aus. Im Vergleich zum Quartal zuvor entspricht das einer Steigerung von fast 31 Prozent. Betrachtet man den gesamten Markt, so wurden im zweiten Quartal weltweit über 1,1 Milliarden Smartphones der verschiedenen Hersteller ausgeliefert. Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von 7,5 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ist es sogar eine Steigerung um rund 82 Prozent.

"Absetzen muss man sich deshalb vor allem mit Funktionen und der Marke", erklärt Apple-Gründer Steve Wozniak. Dabei erschließen die Smartphone-Schöpfer teils krampfhaft immer neue Produktnischen. Nokias Lumia 1020 etwa ist im Grunde eine Digitalkamera mit integriertem Telefon. Und Samsungs Note 3 ist mit seinem 5,7-Zoll-Mega-Bildschirm ein Hybride zwischen Smartphone und Tablet - im Branchenjargon Phablet genannt.

Und manchmal schießt die Funktionenflut auch übers Ziel hinaus, wie etwa bei Samsungs Top-Handy Galaxy S4, das im April eingeführt wurde. Es verkauft sich schlechter als erwartet, was nicht nur am billig anmutenden Plastikmantel liegt, sondern wohl auch an unausgereiften Funktionen wie der Steuerung per Blick.

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