Nachhaltiges Smartphone: Fairphone soll im Dezember ausgeliefert werden

Nachhaltiges Smartphone: Fairphone soll im Dezember ausgeliefert werden

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Fairphone

Der niederländische Mobiltelefonhersteller Fairphone hat seine Pre-Order-Kampagne für "faire Handys" gestartet.

Quelle: Fairphone.com

von Meike Lorenzen

Ein niederländisches Startup hat in London erstmals das Fairphone öffentlich gezeigt. Die Nachfrage ist riesig. Doch wie nachhaltig ist das Smartphone eigentlich wirklich?

Das erste sozial gerechte und möglichst umweltfreundlich hergestellte Smartphone ist am Montag erstmals in London vorgestellt worden. Interessierte können das Fairphone bisher nur vorbestellen. Angeblich soll es im Dezember pünktlich zum Weihnachtsgeschäft ausgeliefert werden.

Das Display ist mit 4,3 Zoll eher klein und zeigt die Bilder mit 960 x 540 Punkten an. Zum Vergleich: das iPhone 5 hat einen 4 Zoll großen Bildschirm mit 1136 × 640 Pixel.

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GPS, Wlan und Bluetooth sind in das Smartphone eingebaut. Zugang zum Turbointernet LTE bietet das Fairphone jedoch nicht. Auch Near Field Communication (NFC) unterstützt das Gerät nicht. Auf Zubehör wie Headset oder Ladekabel haben die Hersteller verzichtet. Sie gehen im Sinne der Nachhaltigkeit davon aus, dass dieses Zubehör bereits vorhanden ist. Wie in Asien bereits üblich, bietet das Fairphone zwei Slots für Sim-Karten – einen für die Dienst-Karte und einen für private Zwecke.

Aus einer 2010 in den Niederlanden gegründeten Initiative gegen Bürgerkriegs-Coltan in Mobiltelefonen ist die Idee entstanden, selbst ein faires Handy herzustellen. Das Ziel: Ein Smartphone, das technisch und preislich auf Augenhöhe mit den etablierten Anbietern ist, aber ohne problematische Ressourcen und schlechte Arbeitsbedingungen auskommt.

Den Niederländern ist Transparenz wichtig. Daher haben sie die Produktionskosten des Smartphones schon vor einigen Tagen offen gelegt. Der Großteil des Verkaufspreises von 325 Euro geht demzufolge für Technik und Gestaltung des Fairphones drauf – 185 Euro. Gleichzeitig kosten allein die Nachhaltigkeits-Bemühungen 22 Euro. Das sind etwa der Einsatz für sozial verträgliche Arbeitsbedingungen, Nachhaltigkeits-Initiativen oder Öko-Bilanz-Untersuchungen. Zum Vergleich: Der Aufschlag der Mehrwertsteuer kommt den Kunden – je nach Land – doppelt so teuer zu stehen. Im Schnitt liegt die bei knapp 56 Euro. Bei Fairphone verbleibt nach eigenen Angaben ein operatives Ergebnis von fünf Euro pro Smartphone.

„Natürlich basieren die Zahlen auf Durchschnittswerten in der Produktion und sie können nicht für jedes individuelle Modell stehen“, sagt Tessa Wernink, Sprecherin von Fairphone gegenüber dem Portal Wiwo Green. „Wir wollen unseren Kunden jedoch ein möglichst genaues Bild davon geben, was wir hier tun und zeigen, wohin ihr Geld fließt.“

Das nachhaltige Konzept der Niederländer ist beliebt. Schon jetzt sind mit fast 15.000 Exemplaren zwei Drittel aller Fairphones vergriffen. Und das, obwohl erst vor kurzem die Anzahl der verfügbaren Modelle um 5.000 Stück auf 25.000 erhöht wurde. Für die hohe Nachfrage ist sicher auch der Preis verantwortlich: Mit 325 Euro liegt das faire Telefon teils weit unter dem was Apple, Samsung und andere Hersteller von ihren Kunden verlangen.

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Denn so nachhaltig, wie das Konzept klingt, ist es bei genauem Hinschauen nicht. Pressesprecher Roos van de Weerd sagte gegenüber Wiwo Green: „Zwei der Metalle, die das Gerät enthält, sind konfliktfrei: das Zinn in der Lötpaste und das Tantal in den Kondensatoren. Angesichts der Dutzenden von Materialien, die ein Standard-Handy enthält, erscheinen nur zwei fair gehandelte Materialien nicht als großer Fortschritt. Wir sind ganz klar nicht zu 100 Prozent konfliktfrei.“

Hauptgrund dafür seien die verästelten Lieferketten. Zulieferer hätten wiederum Zulieferer. Hier die Kontrolle zu behalten, sei nahe zu unmöglich. Dennoch bleibt das Startup an dem Thema dran. Die Kostenaufschlüsselung gibt bereits erste Hinweise für die zweite Generation des Fairphones: Dort heißt es, dass sich das niederländische Startup für das nächste Modell um fair gehandeltes Gold, Kupfer und Kobalt bemüht.

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