Navigationsgeräte: Die Untoten am Armaturenbrett

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Navigationsgeräte: Die Untoten am Armaturenbrett

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Die Navigationsgeräte Garmin nüviCam™ LMT-D und Tomtom GO 6100 im Test.

von Thomas Kuhn

Smartphones machen Navigationsgeräte überflüssig, heißt es. Tatsächlich kaufen die Deutschen aber unverdrossen weiter Nachrüst-Navis. Neue Funktionen - von der Fernsteuerung über PC und Handy bis zum Spurassistenten - sollen dafür sorgen, dass das so bleibt. Wir haben die neuen Top-Modelle ausprobiert.

Am Rande einer Präsentation am Firmensitz in Amsterdam erwähnte Harold Goddijn, Chef und Mitgründer von TomTom, ein interessantes Detail in einer ansonsten deprimierenden Marktübersicht: Während das Geschäft für Nachrüst-Navis in Europa seit Jahren schrumpft (was Goddjins Job nicht leichter macht), halten Deutsche und Briten den gut handteller-großen Lotsen für die Frontscheibe unverdrossen die Treue. "Gegen den Trend wächst das Geschäft in beiden Ländern sogar wieder", versicherte der TomTom-Frontmann. "Also investieren wir auch weiter in neue Produkte."

Tatsächlich erweist sich der deutsche Markt für die im Branchenjargon „PND“ – Portable Navigation Device – genannten Geräte bemerkenswert robust. Immerhin rund 815.000 dieser Geräte setzten die Hersteller hierzulande allein im ersten Halbjahr ab. Das ist annähernd so viel wie im Vorjahreszeitraum und bescherte dem Handel Umsätze von immerhin mehr als 120 Millionen Euro – auch das nur marginal weniger als im Vorjahr.

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Navigation mit Mehrwert

Kein Wunder also, dass auch Garmin dort kräftig mit verdienen will. Und so hat der nach TomTom zweitgrößte Anbieter im deutschen Markt jüngst sein Navi-Portfolio um das neue Spitzenmodell NüviCam erweitert. Das bringt – von der integrierten Videokamera über den Spurhalteassistenten bis zum Abstandswarner - jede Menge Zusatzfunktionen mit, die einen signifikanten Mehrwert gegenüber den Navigationsapps für Smartphones bieten sollen. Und so den Kaufpreis von knapp 380 Euro für das Sechs-Zoll-Gerät rechtfertigen.

Das neue Nüvi trifft bei TomTom auf eine funktional erweiterte Version der bereits eingeführten Go-Serie. Die neuen Modelle verbinden nun erstmals - dank Verknüpfung über Mobilfunk und Internet - den Navigationsdienst fürs Armaturenbrett mit Funktionen zur Streckenplanung und fürs Management der persönlichen Ziele auf dem Handy oder PC. Das neue Top-Modell 6100, ebenfalls ein Sechs-Zöller, steht für 350 Euro in den Regalen.

Im einen wie im anderen Fall stellt sich natürlich die Frage, ob sich der Aufpreis mindestens zur entsprechenden App lohnt. Oder tut's nicht doch die in modernen Android-Telefonen mittlerweile enthaltene Navigationsfunktion von Google Maps respektive der Navigationsdienst der iPhones?

Um es kurz zu machen: Sowohl die TomTom-App (je nach monatlich nutzbarer Navigationskilometer-Zahl zwischen 20 und 45 Euro teuer) als auch die App des mittlerweile von Garmin übernommenen Würzburger Anbieters Navigon reichen in ihren Funktionalitäten nahe an das heran, was auch moderne Nachrüst-Navis bieten. Aber eben auch bloß "nahe".

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Nicht anders sieht es mit den Befestigungen und Ladeanschlüssen aus. Da kommt die Nachrüst-Fraktion schon merklich handfester daher als die oftmals eher mittelmäßigen Universalhalterungen für Mobiltelefone. Im Fall der Neulinge von Garmin und TomTom fixieren die Halter die Navis mithilfe integrierter Magneten problemlos und absolut ruckelfest - und laden sie ohne weiteres Kabelgefrickel auf. Wer eine vergleichbar stabile Befestigung fürs Handy haben will, der legt schnell noch mal soviel drauf wie für die App.

Womit aber dennoch ein deutlicher Aufschlag fürs Nachrüstgerät bliebe. Lohnt der?

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