Navigationsgeräte im Test: Was die neuen TomToms können

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Navigationsgeräte im Test: Was die neuen TomToms können

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TomTom hat bei der jüngsten Generation der Nachrüst-Navis Software und Bedienoberfläche entrümpelt

von Thomas Kuhn

TomTom hat die Top-Serie seiner Nachrüst-Navis einer Radikalkur unterzogen, viele Funktionen gestrichen und das Bedienkonzept komplett umgestellt. Doch ist "Weniger" in diesem Fall "Mehr".

Hand auf Herz. Was zählt bei einem Navigationssystem fürs Auto wirklich? Dass als Wegweise die Stimme von Otto Walkes oder Cindy aus Marzahn erklingt? Dass im Display statt eines Richtungspfeils das kleine Bild des eigenen Autos erscheint? Dass sich die Kartenfarben in zig Kombinationen dem eigenen Geschmack anpassen lassen? Oder dass das Navi auf Wunsch auch noch als Freisprecheinrichtung fürs eigene Handy fungiert?

Sicher nicht. Wenn der persönliche Wegweiser im eigenen Wagen eine Kunst beherrschen muss, dann ist es der schnellste oder wahlweise ökonomischste Weg ans Ziel: Vorbei an allen Staus, oder zumindest nur durch jene, die sich nicht sinnvoll umfahren lassen.

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Insofern lässt sich den Entwicklern des niederländischen Navi-Riesen TomTom kaum vorwerfen, dass Sie – nach Jahren der fortwährenden funktionalen Aufrüstung ihrer mobilen Nachrüst-Routenführer – Software und Bedienoberfläche der jüngsten Generation ihrer Nachrüst-Navis TomTom Go grundlegend entrümpelt haben.

Von NavCor zu NavKit

Technischer Hintergrund ist der Wechsel vom alten, angejahrten Betriebssystem – intern NavCore genannt – zur neuen NavKit-Plattform, die wesentlich moderner und flexibler ist, aber eben auch noch längst nicht so umfangreich, wie die gewohnte Technik. Und so ist bei den neuen Modellen GO 400, GO 500, GO 600, GO 6000, GO 5000 nicht nur von der vertrauten Optik der vergangenen Jahre nichts mehr übrig geblieben. Auch das gesamte Bedienkonzept hat sich radikal verändert.

Statt sich von der Kartendarstellung, wie in der Vergangenheit gewohnt, erst einmal ins Navigationsmenü (und von dort in unzählige weitere Sub- und Einstellungsmenüs) klicken zu müssen, läuft die Bedienung der neuen Go-Navis nun primär direkt über die Kartenoberfläche. Ein ausdauernder Fingerdruck auf die Karte öffnet zu dem angewählten Punkt die Anzeige aller für diesen Ort nutzbaren Optionen – vom Beginn der Navigation zum gewählten Punkt bis zum Anlegen eines Wunsch-Zielpunktes, etwa fürs tägliche Pendeln ins Büro, oder zu Definition einer Umkreissuche, zum Beispiel nach einer Tankstelle, einem Parkhaus oder einer Apotheke.

TomTom GO Quelle: Presse

WiWo-Technik-Spezialist Thomas Kuhn hat das neue Betriebssystem von TomTom's Nachrüst-Navis getestet.

Bild: Presse

Heißt „neu“ auch „besser“?

Ob „neu“ in toto auch „besser“ bedeutet, habe ich in den vergangenen Wochen mithilfe des Modells GO 5000 im wahrsten Wortsinn per Selbsttest erfahren. Und um es vorweg zu nehmen: meine Eindrücke mit dem rund 300 Euro teuren digitalen Wegweiser sind eher durchwachsen. Neben einigen Komfort-Gewinnen, sind einige Änderungen allenfalls wegen der Änderungen eingeübter Gewohnheiten stören. Aber es gibt auch Modifikationen zum eindeutig Schlechteren.

Was – zum Glück – unverändert geblieben ist, ist die Qualität der bei der Routenberechnung verwendeten Verkehrsinformationen. Hier profitiert TomTom weiterhin von der Zusammenarbeit mit dem Mobilfunker Vodafone. Hier kann TomTom – noch immer exklusiv in der Navigations-Branche – anhand der anonymisierten Handy-Bewegungsinformationen so umfassend wie kein Konkurrent ein Verkehrslagebild erstellen, das allen anderen Diensten überlegen ist.

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