Nervöse GoPro-Anleger: Warum der Wirbel um Apples Actioncam-Patent übertrieben ist

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Nervöse GoPro-Anleger: Warum der Wirbel um Apples Actioncam-Patent übertrieben ist

, aktualisiert 14. Januar 2015, 12:05 Uhr
von Jana Reiblein

Apple könnte GoPro mit einer Action-Kamera angreifen. Dass das US-Patentamt Apple ein Schutzrecht für ein eigenes Kamerasystem bewilligte, sorgte für Unruhe an der Börse. Dabei handelt es sich um ein altes Kodak-Patent.

Apple hat erneut bewiesen, wie allein eine Ankündigung eines neuen Produkts ohne nähere Detailinformationen hohe Wellen schlagen kann. Berichte von Dienstagabend, dass der iPhone-Hersteller von der US-Patent- und Markenbehörde ein Patent für ein Kamerasystem zugesprochen bekam, gingen mit Kursverlusten bei GoPro einher.

Mit Actionkameras aufgenommene Videos werden auf Portalen wie YouTube teils millionenfach angeschaut. So nutzen professionelle Skifahrer, Surfer oder Radsportler die Geräte und laden Filme hoch.

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Es soll sich um eine Kamera handeln, die sich an Fahrradhelmen und Taucherbrillen anbringen lässt. Es soll sich wie GoPro-Modelle unter Wasser einsetzen lassen. Auch von einer Fernsteuerung am Handgelenk ist die Rede - in der Szene wird gemutmaßt, dabei könnte es sich um die lange ersehnte Apple Watch handeln.

Die Aktien von GoPro fielen am Dienstag als Reaktion auf die Medienberichte direkt um bis zu 15 Prozent. Aktuell liegt der GoPro-Kurs bei rund 43 Euro (Stand: 11.40 Uhr), vor einer Woche hatte er bei 53 Euro gelegen.

In dem Antrag beim US-Patentamt ging Apple konkret auf angebliche Schwächen von GoPro-Kameras ein. Darin heißt es etwa, dass die Systeme der Konkurrenz "in manchen Situationen" anfällig für Vibrationen seien und dadurch zu einer schlechten Bildqualität führen könne. Die exponierte Lage der Kameras sorge zudem für einen "übermäßigen Windwiderstand", was das Gerät anfällig für Beschädigungen mache.

Altes Kodak-Patent aufgefrischt

Doch ist das alles nur viel Lärm um nichts? Denn bei dem nun Apple zugeteilten Patent handelt es sich ursprünglich um ein altes Schutzrecht von Kodak. In den Bildern, die den Patent-Unterlagen beiliegen, ist auf den Entwürfen zu dem Gerät sogar noch der Markenname Kodak zu lesen. Es handelt sich also nicht um eine Innovation des Apple-Konzerns. Im Jahr 2012 war Kodak in die Insolvenz gegangen und hatte zahlreiche Schutzrechte veräußert. Damals hatten unter anderem Apple und Google sich die Patente für diverse Erfindungen gesichert.

Wie das Portal "Appleinsider" unter Berufung auf die alten Kodak-Patentunterlagen berichtet, hat Apple nun lediglich einige Stellen aktualisiert. Im Großen und Ganzen sei das Kamera-Patent aber identisch mit der ursprünglichen Kodak-Erfindung.

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Ob Apple nun tatsächlich eines Tages eine eigene Actionkamera produziert, bleibt abzuwarten. Denn der kalifornische Konzern sichert sich Jahr für Jahr Tausende Patente - das heißt noch nicht, dass diese auch alle verwirklicht werden.

GoPro-Aktien haben seit Oktober 51 Prozent ihres Wertes abgegeben. Dennoch beträgt der Zuwachs seit dem Börsengang im Juni immer noch 73 Prozent. Im Oktober hatte ein Journalist berichtet, dass der frühere Formel-1-Fahrer Michael Schumacher bei seinem Skiunfall eine GoPro-Kamera getragen habe. Auf sie seien die schweren Kopfverletzungen zurückzuführen. Die Anleger reagierten auch damals nervös, die Aktie fiel um bis zu 13,8 Prozent.

Mit Material von Reuters und dpa

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