Netzwelt: Vom Wert der Vielen im Internet - Seite 4

Netzwelt: Vom Wert der Vielen im Internet

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Illustration von Sascha Lobo Quelle: Nana Rausch/Quickhoney
Illustration von Sascha Lobo Quelle: Nana Rausch/Quickhoney

Dieses lose verteilte Wissen im Netz können die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Unternehmen konkret für sich nutzen. Neben der schon erwähnten Internet-Seite "Innocentive", gibt es dazu beispielsweise das Online-Netzwerk "Legal Onramp", in dem öffentlich juristische Probleme diskutiert werden. In geschlossenen, von Kanzleien betriebenen Unter-Foren werden mit den Klienten konkrete Strategien für einzelne Fälle erarbeitet.

Unternehmen können das Wissen von Chemikern, Juristen oder Ingenieuren effizienter für sich nutzen, indem sie vom Internet lernen. Die eigenen Kenntnisse weiterzugeben muss auch Spaß machen.

Die wichtigste Erkenntnis aus dem Erfolg der sozialen Netzwerke für Unternehmen ist jedoch eine andere. Es ist die, dass in der kollektiven Intelligenz ein sozialer Mehrwert liegt, ein „Socially Added Value“. Das Paradebeispiel für diesen Mehrwert ist das erwähnte iPhone und seine Applikationen. Und auch der eigentliche Erfolgsmotor von Google wird zwar oft nicht als soziale Vernetzung erkannt, aber genau darum handelt es sich: Als erste Suchmaschine erkannte Google den Wert des Links von einer Seite auf die andere. Er bildet die Basis der Suchalgorithmen und Trefferlisten der Suchmaschine. Durch den von Menschenhand gesetzten Link bilden sich gleichsam Beziehungen ab.

Die Pflicht für jedes innovationsgetriebene Unternehmen im Jahr 2010 heißt deshalb, alles daran zu setzen, den Wissensschatz zu heben, der in seinem direkten Umfeld, im Netz zwischen Mitarbeitern, Kunden, Zuliefereren, potenziellen Kooperationspartnern und der interessierten Öffentlichkeit liegt. Dieses Interesse muss allerdings nicht immer finanziell sein. Soziales Kapital zum Beispiel in Form von Anerkennung kann vollständig an die Stelle des Geldes treten. Das soziale Netzwerk wird dann zum sozialen Nutzwerk.

Kollektive Intelligenz zu nutzen schmiedet unerwartete Allianzen: Mitte Februar haben sich die führenden Telekommunikationsanbieter und Hersteller von Mobiltelefonen wie SonyEricsson und Deutsche Telekom in einer "Open Global Alliance" zusammengetan. Sie verfügen über die schwindelerregende Reichweite von mehr als drei Milliarden Kunden. Ihr Ziel: der Kampf gegen Apples Marktführerschaft für mobile Software. Bemerkenswert ist, wie sie es verfolgen: Die "Wholesale Applications Community" möchte für ihren wichtigsten Zukunftsmarkt eine weltweite Gemeinschaft von Entwicklern schaffen, die auf Offenheit und Transparenz basiert und von der alle profitieren sollen. Das Ergebnis ist offen, aber wenn sich Konkurrenten verbünden, ihr Wissen teilen wollen und auf eine Community zur Lösung ihres strategischen Problems setzen, dann ist das ein Zeichen für den Anbruch einer neuen Zeit.

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107 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 15.10.2011, 15:52 UhrAnonymer Benutzer: lowest car insurance rates

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  • 12.04.2010, 01:54 UhrAnonymer Benutzer: Stephan Stollberg

    @Chrisss:
    > Der Mensch tut, was Sinn hat oder Spaß macht!
    Und sonst gehts dir gut? Das befeuern der Öfen in birkenau - in welche Kategorie gehört das?

  • 06.04.2010, 04:32 UhrAnonymer Benutzer: Chrisss

    Vielleicht sollte man sich mal die Frage stellen, weshalb gewisse "Leute" auf blacklists stehen (wie im bsp. von Horst Schmidtke) bzw. was die Absicht ist, mit denen diese Leute an einen herantreten. Marketing ist nichts anderes als ein sich anbiedern, um Geld zu verdienen. Quasi jeder Akteur in der Wirtschaft ist in erster Linie auf seinen Vorteil bedacht (ohne gezwungenermaßen auf andere achten zu müssen); er handelt (baut Autos, frisiert jemandem die Haare, etc.) um Geld zu verdienen und nicht des eigentlichen Zweckes wegen - nämlich ein Auto zu bauen, um ein Auto zu bauen, jemandem die Haare zu frisieren, um jemanden die Haare zu frisieren. Ja, das hört sich so simpel und plump an. Das ist der Unterschied (im Handeln) zwischen dem befolgen von echter und unechter Autorität. Weshalb werden denn bspw. noch immer Wege geplant, die nicht optimal sind für die Wegbenutzer in Sachen Kürze, bequemlichkeit wie im bsp. aus dem Text? Weil es Mechanismen gibt (Gesetze befolgen, Geld verdienen), die höher gestellt(! = künstlich) sind, als das eigentliche Erfüllen eines bedürfnisses (Kürze, bequemlichkeit eines Weges z.b.) und aus diesem Grund den Menschenverstand, den jeder Depp von Natur aus hat, beeinflussen. Weshalb hat der werte Autor diesen Text geschrieben? Um Geld zu verdienen (wie es halt üblich ist) und nicht (in erster Linie), um die Menschen, die diesen Text lesen, von etwas zu überzeugen. Der "Fehler im System" ist das vorherrschende negative Menschenbild. Der Mensch ist nicht faul, wenn er nicht zur Arbeit gezwungen wird (wie es z.b. in der Marktwirtschaft der Fall ist). Er tut, was Sinn hat oder Spaß macht! Nicht mehr und nicht weniger. Sonst wäre er nämlich schon lange ausgestorben.

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