Neue Smartphone-Technologie: Microsoft setzt auf Winken statt Wischen

Neue Smartphone-Technologie: Microsoft setzt auf Winken statt Wischen

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Scrollen mit dem Auge - nach Samsung setzt nun auch Microsoft auf gestengesteuerte Handybedienung.

von Julia Gurol

Microsoft eifert Samsung nach und arbeitet an einer neuen Handysteuerung, die mit Gesten funktioniert. Noch in diesem Jahr sollen die Geräte auf den Markt kommen. Welche Vorteile sie bieten.

Touchscreens von Microsoft-Smartphones könnten bald durch eine neue Form der Handysteuerung ersetzt werden, die nur mithilfe von Gesten funktioniert. Damit würden Features ähnlich der Bewegungssteuerung Kinect, die bei der Spielkonsole Xbox zum Einsatz kommt, auf dem Smartphone Einzug halten.

Dieses Bedienkonzept, das unternehmensintern "3D Touch" oder "Real Motion" genannt wird, soll Hardware-Tasten am Smartphone überflüssig machen. Es wurde über mehrere Jahre hinweg vom finnischen Hersteller Nokia entwickelt, dessen Handy-Geschäft sich Microsoft inzwischen einverleibt hat.

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Tippen ohne Berührung

Funktionieren soll die Gestensteuerung ganz einfach: Mithilfe von "3D Touch" können 3D-Kacheln auf dem Handydisplay angetippt werden, ohne sie tatsächlich zu berühren. Durch Schütteln, Drehen und Rütteln kann der Handynutzer die meisten Aufgaben erledigen - abgesehen von der Eingabe der Telefonnummer oder dem Tippen von Buchstaben in einer SMS.

Anrufe könnten angenommen werden, indem man das Telefon ans Ohr hält. Steckt der Nutzer das Smartphone wieder in die Tasche, beendet es das Telefonat automatisch. Wer mit der Hand vor dem Gerät winkt, könnte einen Alarm ausschalten. Und wer es mit der Hand bedeckt, schaltet es stumm.

Ganz ohne Fingerarbeit funktioniert die Gestensteuerung aber trotzdem nicht. Zwar sollen die Anwender Spiele und Apps steuern können, ohne die Oberfläche des Bildschirms zu berühren, aber sie müssen dennoch ihre Finger oberhalb des Displays bewegen. Dafür sorgen sogenannte Tiefensensoren, ein 3D Mikrofon, eine Farbkamera und eine installierte Software.

Bei Samsung abgeguckt

Diese Form der Gestensteuerung ist keine Neuigkeit. Samsung stellte bereits im März 2013 das Samsung Galaxy S4 vor, das sich mithilfe von Gesten bedienen lässt. "Smart Stay", "Smart Scroll" und "Smart Pause" nennen sich die Funktionen, die sich bei der Ersteinrichtung des Smartphones einstellen lassen.

Durch Augenbewegungen kann der Nutzer auf dem Samsung Smartphone nach oben oder unten scrollen. Dank "Smart Stay" bleibt das Smartphone-Display so lange hell, wie der Nutzer darauf blickt. "Smart Pause" sorgt dafür, dass Videos pausieren, wenn der Handynutzer den Blick vom Smartphone wegbewegt. Einzige Einschränkung: Das Scrollen funktioniert zwar im mitgelieferten Internetbrowser, nicht aber in einem alternativen Browser.

Neben den Scroll-Funktionen bieten Samsung-Smartphones die Gestenfunktion "Air View". Hierbei wird eine Vorschau eines Inhaltes angezeigt, wenn der Finger etwa einen halben Zentimeter über dem Bildschirm des SGS4 "schwebt". Dadurch wird eine kompakte Vorschauversion der darunter liegenden Daten angezeigt. 

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Bei Microsoft sorgt "3D Touch" außerdem dafür, dass sich das Gerät automatisch einschaltet, wenn es auf bestimmte Weise in die Hand genommen wird. Der Kamera-Zoom lässt sich durch ein einfaches Entlangstreichen am Geräterand einstellen. Und wenn der Fingers oberhalb einer Homescreen-Kachel verweilt, springen kleine Kacheln mit weiteren Optionen auf.

Die Technologie, die die Gestensteuerung der Microsoft-Smartphones möglich macht, nennt sich "McLaren" und soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommt. Zunächst soll sie nur für die hauseigenen Microsoft-Smartphones genutzt werden. Windows-Phones von Samsung, HTC oder anderer Hersteller müssten vorerst auf die neue Technologie verzichten. Entwickler sollen aber über eine Schnittstelle Zugriff auf die Kapazitäten von 3D Touch erhalten.

Ursprünglich wollte Microsoft 3D Touch schon mit Windows Phone 8.1 auf einem Nokia-Smartphone mit dem Codenamen "Goldfinger" einführen, berichtet das Onlineportal "The Verge". Nokias Goldfinger sei jetzt aber nur noch als Hardware-Plattform für Entwickler gedacht.

Mit der Entwicklung der Gestensteuerung tritt Microsoft auch in einen Wettkampf mit Amazon. Denn der Versand-Riese plant ebenfalls, in Kürze ein eigenes Smartphone mit Gestensteuerung zu präsentieren.

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