Panono Die Ballkamera mit dem Rundumblick

Der Digitalkamera-Markt bekommt ungewöhnlichen Zuwachs: Die Ballkamera Panono verspricht perfekte 360-Grad-Bilder. Nach erfolgreichen Crowdfunding-Kampagnen sollen im September die ersten Geräte ausgeliefert werden.

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Die Kugelkamera von Panono liefert hochwertige 360 Grad Aufnahmen. Wurfkamera Quelle: Presse

"Wow, was für eine Aussicht. Das muss ich unbedingt mit der Kamera festhalten." Blöd nur, wenn der fantastische Panorama-Blick einfach nicht auf das kleine Display passt. So ging es auch Jonas Pfeil bei einer Reise auf die Tonga-Inseln im Jahr 2007. Er war genervt davon, Panoramabilder auf die althergebrachte Weise zu schießen: Foto neben Foto, um sie dann später umständlich zusammenzubasteln. Etwas anderes, praktikableres musste her. Seine Idee: Eine ballförmige Kamera, die entweder auf einem Stativ oder Selfie-Stick befestigt oder einfach in die Luft geworfen wird, um eine 360-Grad-Aufnahme zu machen.

Die Idee bricht Crowdfunding-Rekorde

Pfeil setzte seine Idee aus dem Urlaub kurzerhand als Thema seiner Diplomarbeit um. Er entwickelte ein Kamerakonzept mit virtuell erlebbaren Bildern. Die Idee begeisterte so viele Menschen, dass Pfeil beschloss, es nicht bei einem Konzept zu belassen, sondern die Kamera auch herzustellen. 2012 gründete er das Start-up Panono gemeinsam mit Björn Bollensdorff und Qian Qin. Um das nötige Kleingeld zu beschaffen, wurden zwei Crowdfunding-Kampagnen ins Leben gerufen - mit Erfolg: Über 3,5 Millionen Menschen schauten sich das Youtube-Video zu seiner Idee an und tausende E-Mails von Interessenten für die Kamera gingen bei dem Berliner Start-up ein. 2013 sammelte Panono 1,25 Millionen Dollar über die Plattform Indiegogo ein, 2015 dann weitere 1,6 Millionen Euro über Companisto.

Aus der Welt der Kameraexperten erhielt das Start-up prominente Unterstützung: Ralf Coenen, ehemaliger Geschäftsführer des Kameraherstellers Leica, half den Jungunternehmern dabei, die Kamera zur Serienreife zu entwickeln.

Das Ergebnis: 36 kleine Smartphonekameras verteilen sich rund um den Kamera-Ball mit elf Zentimetern Durchmesser - vergleichbar also mit einer Grapefruit. Die größte Herausforderung in der Entwicklung für Jonas Pfeil war es, die 440 Gramm schwere Kamera auf eine akzeptable Größe zu bringen. "Wir haben es nicht nur geschafft, den Prototypen aus meiner Diplomarbeit zu schrumpfen, sondern dazu noch die Auflösung von 72 auf 108 Megapixel zu steigern," erläutert der Erfinder. Andere Panorama-Fotoapparate, wie zum Beispiel die Ricoh Theta, bewegen sich gerade mal im Bereich von zehn bis 16 Megapixeln.

Nur draußen werfen

"Die Kamera löst automatisch am höchsten Punkt aus. Die 36 Einzelbilder werden dann einfach per Wlan in die Panono-Cloud geladen und dort zum finalen Bild zusammengerechnet", erklärt Pfeil. Allerdings gilt: Für die optimale Bildqualität muss die Kamera möglichst rotationsfrei geworfen werden, damit das Bild nicht verwackelt. Die Wurffunktion ist für Außenaufnahmen bei Tageslicht gedacht. Da verzeiht die Kamera auch kleinere Drehungen. Sonst sollten Nutzer auf den Zubehör-Stab oder ein Stativ zurückgreifen. Dann funktionieren Aufnahmen sogar ohne Blitz im Dunkeln.

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Bei der Wurffunktion gilt aber: Bloß nicht fallen lassen. Pfeil gibt selbst zu, dass die Sturzfestigkeit der Kamera noch verbessert werden muss. 1500 Euro möchte man sich dann vielleicht doch nicht so durch die Finger gleiten lassen. Wer will, kann die Kamera deshalb auch mit einer Schnur sichern – entsprechende Ösen sind vorhanden.

Anschauen per App

Ansehen kann man sich die Bilder dann mit der Panono-App über Smartphone und Tablet oder über einen Browser zu Hause am PC. Für den vollen Rundumblick aus verschiedenen Perspektiven bewegt man das Mobil-Gerät einfach in verschiedene Richtungen. Am PC funktioniert das über den Mauspfeil. Bis zu 400 Bilder finden im Speicher der Kamera Platz. Wer möchte, kann die Fotos dann auch direkt online in die sozialen Netzwerke verteilen.


Ein Beispielbild zeigt, was Panono liefert: Hier wurde die Kamera im Freien eingesetzt. Eine Hochzeitsgesellschaft schoss so ein 360-Grad-Selfie. Das Bild lässt sich mit dem Mauszeiger in alle Richtungen bewegen und drehen. Auf Smartphone oder Tablet muss lediglich das Gerät in verschiedene Richtungen bewegt werden, um das Bild aus unterschiedlichen Perspektiven zu erleben:




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