Patek Philippe: "Grandmaster Chime" ist der teuerste Wecker der Welt

Patek Philippe: "Grandmaster Chime" ist der teuerste Wecker der Welt

von Thorsten Firlus

Alle 25 Jahre präsentiert die Uhrenmanufaktur Patek Philippe eine außergewöhnliche Uhr. Anlässlich des 175. Bestehens ist das Ergebnis der wohl komplizierteste Wecker der Welt - und der teuerste.

In der Welt der mechanischen Uhr ist kaum eine Zeitanzeige undenkbar. Richtig zusammengebaute Räder, Schrauben und Federn können so eingestellt werden, dass sie über mehr als hundert Jahre – aufgezogenes Uhrwerk vorausgesetzt – korrekt Stunde, Minute, Tag, Wochentag, Monat und Jahr anzeigen – Schaltjahre inklusive.

Es gibt Komplikationen, wie die technischen Herausforderungen an ein Uhrwerk heißen, die die Messung von Zwischenzeiten erlauben oder die Darstellung der Sternenstellung am Firmament von einem bestimmten Punkt der Erde aus gesehen.

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Das Genfer Familienunternehmen Patek Philippe gehört heutzutage zu den führenden Entwicklern dieser gleichsam technisch überflüssigen wie faszinierenden Produkte. Die Liste der höchsten Versteigerungsergebnisse werden von der Manufaktur im Besitz der Familie Stern angeführt.

Seit 175 Jahren befindet sich die Manufaktur nun ununterbrochen in Privatbesitz, seit 1932 bei der Familie Stern. Gefeiert wurde dies nun am Montagabend mit einer Uhr, der „Grandmaster Chime“, der man ihre Besonderheit nicht ansieht, sondern vor allem anhört. 20 Komplikationen wurden in der Armbanduhr verbaut, der Rekord liegt bei 38 – siehe Bildergalerie – und fünf davon sind allein für das Ohr:

1. Grande Sonnerie Großes Geläut ist die Bezeichnung für den Glockenlang mit tiefen Tönen zu jeder vollen Stunde, nachfolgend erklingen unterschiedlich hohe Töne für die vergangenen Viertelstunden. Patek Philippe beschreibt die Uhrzeit 04:45 in Worten so: „‘Dong-dong-dong-dong‘ und dann ‚Ding-dong-dang, Dong-dang-ding, Dang-ding-dong‘“. Da diese Meisterleistung der Mechaniker zu dieser frühen Stunde vielleicht dem Besitzer nicht recht ist, lässt sich diese Funktion selbstverständlich ausstellen. Statt wie üblich einem Federhaus für die nötige Energie, die Stahlklangkörper anzuschlagen, sind in der Grandmaster Chime vier solche per Hand aufzuziehende Kraftgeber. Ein kleines Feld auf dem Zifferblatt zeigt dem Nutzer, ob die Uhr still bleibt oder ihm die Glöcklein schlagen.

2. Petite Sonnerie Kleines Geläut ist der Begriff für die hell tönenden Federn.

3. Minutenrepetition Natürlich lässt sich auf der Grandmaster Chime mit ihren zwei Ziffernblättern – auf jeder Seite eins – die Uhrzeit auch ablesen. Doch ein einfacher Druck in die Mitte der Krone lässt ähnlich wie die Grande Sonnerie die Uhrzeit ertönen. Erst die Stunden, dann die vergangenen Viertelstunden abschließend die Minuten.

4. Wecker Der Uniformität der Geräusche von Weckern, sei es elektrisch oder des Smartphones auf dem Nachttisch, schlägt die Grandmaster Chime ein Schnippchen – sie enthält einen Wecker. Ist der aktiviert, sind zwar alle anderen akustischen Zeitanzeigen ausgeschaltet, aber der Besitzer wird mehr als pünktlich geweckt. In Abständen von 15 Minuten kann der Alarm gestellt werden. Wünscht der Nutzer eine Weckzeit um 7:00 Uhr, beginnt das Schlagwerk rechtzeitig um 6:58 mit der Tonabfolge – damit pünktlich um 7:00 der Besitzer geweckt ist. Selbstverständlich erklingt kein einfaches Bimmeln, sondern nochmals die exakte Uhrzeit in der Art wie oben beschrieben.

5. Datumsrepetition Noch nie in einer mechanischen Uhr verbaut: Die Datumsanzeige per Klangfedern. Ein Druck auf die Taste mit den eingravierten Buchstaben „Date“, und die lässt tiefe Töne für die erste Ziffer des Datums ob 1er, 2er oder 3er ertönen, danach heller die zweite Ziffer. ‚Dong-Dong‘ ‚Ding-Ding‘=22. Lediglich in den Jahren 2100, 2200 und 2300 muss die Uhr händisch justiert werden – in diesen Jahren fällt der 29. Februar trotz Schaltjahr aus.

Ergänzt werden diese tönenden Besonderheiten um klassische Anzeigen wie Mondphase oder Anzeige einer zweiten Zeitzone. 1366 Teile hat Uhrmacher Christian Holtz zusammengefügt. Wenn die Uhr schlussendlich läuft, sind sieben Jahre Entwicklung und zwei Jahre Konstruktion vergangen.

Sechs Patente wurden angemeldet und genauso viele Exemplare werden verkauft: Für 2,3 Millionen Euro. Ein siebtes Stück soll im Museum von Patek Philippe verbleiben. Damit es jeder Besucher einmal sehen kann. Wenn schon nicht hören.

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