Pläne mit Sensortechnologie: Google will Ihr Zuhause steuern

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Pläne mit Sensortechnologie: Google will Ihr Zuhause steuern

von Meike Lorenzen

Mit dem Kauf des Start-ups "Nest Labs " war klar, dass Google stärker in den Bereich "Smart Home" einsteigen würde. Langsam zeichnet sich ab, was das Unternehmen genau vor hat.

Erst im Januar hat Google "Nest Lab" aus Palo Alto für 3,2 Milliarden US-Dollar akquiriert. Nun zeichnet sich ab, wie das Unternehmen die intelligenten Heizungsthermostate nutzen will. Eine wesentliche Rolle spielen dabei die App "Google Now" sowie eine neue Allianz mit anderen Herstellern unter dem Namen "Works with Nest".

Nest Labs wurde 2010 von iPod-Erfinder Tony Fadell und dessen Geschäftspartner Matt Rogers gegründet. Sie brachten mit großem Erfolg selbstlernende Thermostate und Rauchmelder auf den Markt. Vor allem auf die Thermostate scheint es Google abgesehen zu haben.

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Sie passen zum Beispiel Heizungsregler an die Raum- oder Außentemperatur an - oder auch an die Gewohnheiten der Nutzer. Die Raumwärme wird über Sensoren gesteuert und ist über ein Wi-Fi programmierbar. So reduziert sich die Temperatur zum Beispiel automatisch, wenn niemand zu Hause ist.

Wie zu erwarten war, wird Google die Sensortechnologie der Thermostate mit der eigenen Suchmaschine verbinden. Die kann inzwischen nämlich sehr viel mehr als nur das nächstgelegene Restaurant oder die Telefonnummer des Hausarztes finden.

Die Geschichte von Google

  • 1998

    Die Google-Gründer Larry Page und Sergej Brin hatten ihre Suchmaschine ursprünglich BackRub genannt. Google als Google gibt es erst seit dem 27. September 1998. Der Name leitet sich von 10100 ab, einer Zahl mit dem Namen "googol". Die Gründer sollen versucht haben, mit der Namensgebung an die riesige Menge der im Internet verfügbaren Daten zu erinnern.
    Zwei Jahre später, im Jahr 2000, gingen bereits zehn Sprachversionen von Google online: Dänisch, Deutsch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch und Spanisch. Der erste Index mit einer Milliarde URLs macht Google zur weltweit größten Suchmaschine.

  • 1995

    Die beiden Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin lernen sich 1995 in Stanford kennen.

  • 2001

    Eric Schmidt wird Google-Geschäftsführer. Zwischen 1983 und 1997 arbeitete Schmidt bei Sun Microsystems, wo er unter anderem als Technik-Chef beschäftigt war. Vor seinem Wechsel zu Google arbeitete Schmidt bei Novell.

  • 2002

    Im September 2002 startete Google News. 4.000 Nachrichtenquellen wurden damals ausgelesen. Heute ist Google News einer der Hauptakteure in einer Debatte über das Leistungsschutzrecht.

  • 19. August 2004

    Zu einem Preis von 85 US-Dollar pro Aktie wagte sich Google im Jahr 2004 an die Börse.

  • 2004

    Das Verb "googeln" nahm der Duden in Ausgabe 23 auf, die 2004 erschien.

  • 2005

    Der Suchmaschinenriese startet "Google Earth". Satellitenbasierte und grenzenlose, weltumspannende Karten mit 3D-Ansichten, kombiniert mit einer Suchfunktion, war für die große Masse der Internetnutzer etwas Neues

  • 2006

    Im Oktober 2006 gibt Google die Übernahme der Videoplattform Youtube bekannt. Der Konzern zahlte dafür 1,31 Mrd. Dollar (in Aktien).

  • 2008

    Google Street View geht Online. Erstmals werden die Karten in der Funktion "Google Maps" mit Original-Bildern von Plätzen und Straßenzügen angereichert.

  • 2010

    Im Januar 2010 erscheint das erste Handy von Google, das Nexus One.

  • April 2011

    Generationenwechsel: Larry Page wird Google-CEO und löst Eric Schmidt ab. Im Dezember des Jahres 2011 verzeichnete der Android Market mehr als zehn Milliarden App-Downloads, bei einer Wachstumsrate von einer Milliarde App-Downloads pro Monat.

  • Mai 2012

    Die Erfolgsgeschichte eines Browser: Der Google-Browser Chrome anteilsmäßig den Internet Explorer von Microsoft.

  • April 2012

    Google gibt bekannt, eine Augmented-Reality-Brille, Google Glasses, auf den Markt bringen zu wollen. Seitdem ist Geschäftsführer Sergey Brin immer wieder mit der Cyberbrille in der Öffentlichkeit zu sehen.

  • Juni 2012

    Nur gut eine Woche, nachdem Microsoft auf einer Pressekonferenz in Los Angeles seinen ersten eigenen Tablet-Computer mit dem Namen Surface vorgestellt hat, zieht Google nach: Auf der Input/Output im Juni, Googles jährlicher Entwickler-Konferenz, stellt Firmen-Mitbegründer Sergej Brin mit dem Nexus 7 einen eigenen Tablet-PC vor.

  • Mai 2013

    Google hat Ärger mit der EU-Kommission. Diese wirft dem Unternehmen vor, in den Suchergebnissen seine dominante Marktposition zu missbrauchen und droht mit einem Kartellverfahren.

  • Juni 2013

    Im Bieterkampf um ein israelisches Navigations-Startup sticht Google die Konkurrenten aus. Der US-Internetgigant stehe kurz vor der Übernahme der auf mobile Kartendienste spezialisierten Firma Waze, berichtet die israelische Finanzzeitung Globes am Sonntag ohne Quellenangabe. Google habe die Gebote der anderen Interessenten vermutlich übertrumpft. Der Kaufpreis soll demnach 1,3 Milliarden Dollar betragen. Bei Waze war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Waze sprach früheren Medienberichten zufolge mit mehreren Bietern. Dazu zählt auch das soziale Netzwerk Facebook.
    Zusatzdienste, die auf Smartphones oder Tablet-PCs genutzt werden können, werden für Technologiekonzerne wie Google immer wichtiger. Denn mit ihnen steigt auch die Nutzung von mobilen Geräten und damit die potenziellen Werbeeinnahmen, die über sie generiert werden können. Waze verwendet die Satelliten-Signale der Smartphones, um den Nutzern Karten- und Verkehrsdaten in Echtzeit zur Verfügung zu stellen. Das erst vor vier Jahren gegründete Unternehmen hat 47 Millionen Mitglieder und 100 Mitarbeiter.

  • Frühjahr 2013

    Google liefert die ersten Google-Brillen für 1.500 Euro pro Gadget an ausgewählte Entwickler aus. Firmengründer Sergey Brin verlässt das Haus kaum noch ohne die Datenbrille, die es dem Träger ermöglicht Artikel zu lesen, Telefonate zu führen oder sich Wegbeschreibungen anzeigen zu lassen.

Vor allem die mobile App Google Now hat es in sich. Die Anwendung wird für das Unternehmen immer mehr zur zentralen Schnittstelle für unterschiedliche Funktionen auf dem iOS- oder Android-Smartphone.

Schon heute lässt sich Google Now per Spracherkennung steuern. Neben Ortsanzeigen und Routenplänen gibt die App Wetter-, Verkehrs- und Nachrichteninformationen preis. Sogar E-Mails kann Google Now durchsuchen. Funktionen wie die Bestätigung von Eintrittskarten, die mobil gekauft wurden, werden derzeit erweitert. So kann die App zum Beispiel mit der Anzeige der Kinokarte auch direkt die schnellste Route zum Theater anzeigen.

Die Vielfältigkeit von Google Now will der amerikanische IT-Konzern nun auch für die intelligente Heimsteuerung nutzen. Über die App können Nutzer nun auch die Thermostate von Nest ansprechen – und so automatisch zum Beispiel den Heizkörper regulieren. "Ok Google, mach die Heizung aus", könnte schon bald zur gängigen Phrase werden.

Neben dieser Steuerung sollen die Thermostate von Nest selbst zum Mittelpunkt von Googles gesamter Smart-Home-Steuerung werden. Dafür hat Google das Programm "Works with Nest" ins Leben gerufen. Darüber sollen schon bald etliche weitere Gadgets, Autos und Fernbedienungen kompatibel sein.

Das klingt seltsam, macht vor dem Hintergrund der umfassenden Sensortechnologie, die in den Nest-Produkten steckt aber durchaus Sinn. Bekannte Marken wie LIFX, Logitech, Chamberlain und Whirlpool sind schon dabei und haben schon angekündigt ihre Systeme auf die Sensortechnik von Nest anpassen zu wollen.

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