Probleme mit neuer Technik: Ultra-HD-TV ist eine Bildstörung in XXL

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Probleme mit neuer Technik: Ultra-HD-TV ist eine Bildstörung in XXL

von Thomas Kuhn

Die neuen ultrahochauflösenden Riesenfernseher sollen den Zuschauern eine nie gesehene Bildqualität bieten. Noch aber bereiten sie Herstellern und Sendern jede Menge alt bekannter Probleme.

‎‎Es ist das immer gleiche Erstaunen, das in diesen Tage die Besucher der IFA erfasst. Wenn sie in den Messehallen zum ersten Mal vor einem der neuen Riesenfernseher mit der ultrahohen, vierfachen Bildauflösung aktueller FullHD-Geräte stehen, trauen Sie kaum ihren Augen: Egal ob Schärfe, Detailreichtum oder Farbraum - was immer den Bildeindruck ausmacht, in allen Kriterien schlagen die neuen Ultra-High-Definition (UHD) genannten Riesen selbst die besten heutigen TV-Modelle um Längen. Der Effekt wirkt unmittelbar: Diese Qualität ist der neue Maßstab für den nächsten Fernseher-Kauf.

Soviel der guten Nachricht für die von dramatischen Umsatzeinbußen gebeutelten Hersteller. Denn tatsächlich steht die Branche noch vor einer langen Liste von Problemen, bis die UHD-Technik wirklich die Wohnzimmer erobert. Und nur für ein paar davon ist schon eine Lösung absehbar.

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Das vermutlich kleinste Problem ist - vermutlich - der bisher zumindest noch prohibitiv hohe Preis der Technik. Zwar werden für die größten Geräte, Fernseher mit Bilddiagonalen von 84 Zoll (214 Zentimeter), noch immer fünfstellige Beträge fällig. Aber darunter wird die Technik rasch bezahlbar(er). Toshiba etwa senkte den Preis für sein UHD-Einsteigermodell mit 55-Zoll-Display zur Messe auf 2999 Euro, andere Anbieter bewegen sich in die gleiche Richtung. Und der chinesische Konkurrent Hisense will das Angebot nochmals um 1000 Euro unterbieten. 

Damit ist die Technik zwar noch immer um ein Vielfaches teurer als aktuelle FullHD-Einsteigermodelle, die teils schon um 500 Euro zu haben sind. Andererseits geraten die UHD-Modelle nach dem jüngsten Preissturz in die Preisregion der aktuellen Top-FullHD-Fernseher. Und der Trend wird sich fortsetzen.

HD-Logos im Überblick

  • HDready

    Das Logo kennzeichnet Fernsehgeräte, die mindestens eine Auflösung von 1280x720 Pixel (Bildpunkte) haben und die die HDTV-Formate 720p und 1080i verarbeiten können. Um hochauslösendes Fernsehen schauen zu können, ist bei Geräten mit diesem Logo auch noch ein HDTV-Receiver nötig.

  • HDTV

    Sobald ein Produkt das Logo HDTV besitzt, kann ohne Receiver HD empfangen werden. Der Zusatz 1080p stellt eine Auflösung von 1920x1080 Pixeln sicher.

  • FullHD

    Es gibt je nach Hersteller diverse FullHD-Logos. In der Regel sagen diese nichts anderes aus, als dass das Gerät eine Auflösung von 1920x1080 Pixeln besitzt.

Aber selbst wenn die Geräte bezahlbar werden, bleibt eine der wichtigsten Fragen noch ungelöst. Nämlich die, wie TV-Sender eigentlich Bilder in UHD-Auflösung zum Zuschauer bringen wollen. Konkret darauf angesprochen, welches Übertragungsverfahren UHD-TV eigentlich nutzen soll, werden die Vertreter von Herstellern und Sendern gleichermaßen schmalllippig. Kein Wunder, es gibt noch gar keinen technischen Standard, der genau das ermöglicht: Wie die Video- und Tondaten codiert, komprimiert und gegebenenfalls gegen unerwünschtes Mitschneiden gesichert werden sollen, all das steht noch gar nicht fest. Nur eines ist bereits klar, Verfahren wie MPEG4 oder H.264, die für die FullHD-Ausstrahlung genutzt werden, sind für UHD nicht leistungsfähig genug.

Entsprechend diffus sind die Ankündigungen von TV-Sendern die etwa im kommenden Jahr bereits einzelne Spiele der Fußball-WM in UHD-Auflösung nach Japan, beziehungsweise‎ Begegnungen der Cricket-WM 2015 in Großbritannien übertragen wollen. Im dümmsten aller Fälle wird aufgenommen und gesendet - unter Ausschluss der Öffentlichkeit, deren TV-Geräte  das Bildsignal noch gar nicht verarbeiten können. 

Mit etwas Glück können die ersten Käufer von UHD-Fernsehern ihre Technik mit neuer Firmware nachrüsten. Womöglich aber wiederholt sich eine Notlösung, wie sie Sender und Hardwarelieferanten schon zur Fußball-WM in Südafrika wählten, als sie ihre Übertragungen von 3D-Bildern den Zuschauern demonstrieren wollten. Statt auf 3D-Fernsehern zeigten sie die Spiele in entsprechend ausgerüsteten Kinos, weil die Ausstrahlung über konventionelle Programme noch nicht funktionierte. Gut möglich, dass es mit den WM-Spielen kommendes Jahr genauso läuft. 

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