Bild: PressebildFreudenfeuer
Wenn es gut läuft, wird er nie gebraucht. Scheinbar nutzlos hängt ein Feuerlöscher an der Wand. Er schmückt auch nichts. Trotzdem drängelt er sich mit seiner roten Alarmfarbe in den Vordergrund – damit er im Ernstfall rasch gefunden wird. Der Firephant des schwedischen Herstellers GPBM Nordic AB begeisterte die Juroren Marten Claesson aus Schweden, den Koreaner Ken Nah und den Chinesen Renke He, „weil er so selbsterklärend wie einfach zu nutzen und im Notfall schnell einsatzbereit ist. Er verwandelt ein bislang unauffälliges Produkt in ein farbenfrohes Objekt mit zeichenhafter Aussage.“ Da spielt es bei einem Brand kaum noch eine Rolle, wenn der Nutzer nicht Schwedisch versteht. Die Piktogramme unter dem Wort „Brandsläckare“ erläutern die Funktion bildhaft.
Bild: PressebildLeuchttürmchen
Die Designer Stefan Diez, Simon Ong und Guto Indio da Costa sahen hier mehr als nur ein Glasgefäß, in dem ein Feuer brennt: „Die Leuchte überführt das traditionelle Motiv eines wärmenden Feuergefäßes in eine zeitgemäße Formensprache. Als eine spannende Synthese aus Windlicht und Feuerstelle erinnert sie an die Form einer Flasche. Sie stellt damit auch in symbolischer Hinsicht eine sehr überzeugende Neuinterpretation dar.“ Der finnische Gestalter Ilkka Suppanen hatte bei dem mit Bioethanol betriebenen Licht für den Hersteller Iittala zusätzlich die Form alter Leuchtfeuer im Sinn, die bis zum 19. Jahrhundert entlang des Bottnischen Meerbusens Seefahrer leiteten und dann von modernen Leuchttürmen abgelöst wurden.
Bild: PressebildZwischen-Bike
Husqvarna Nuda 900 R – der etwas sperrige Name des Gefährts verrät dennoch ein wenig über die Idee. „Nuda“, wie nackt, bezieht sich auf die Kategorie der „Naked Bikes“, die keine Form von Bekleidung besitzen. Die Juroren Martin Darbyshire, Lutz Fügener und Ken Okuyama attestieren der Maschine, dass sie „mit ihrer minimalistischen und spannungsreichen Formensprache eine sehr gelungene Neuinterpretation der Marke darstellt und dem Betrachter ihre sportlichen Qualitäten vermittelt“. Als eine Mischung aus Naked Bike und der Kategorie Supermoto, die für Rennmotorräder steht, entzieht sich die 900 R den üblichen Schubladen. Alles an der 900 R soll sportlich und dynamisch wirken, vom Scheinwerfer bis zum Heck.
Bild: PressebildAllesmerker
Fotos aus dem vergangenen Urlaub auf Bornholm, gescannte Zeugnisse, Lieblingsfilme – ausgelagerte Festplatten sind zurzeit der leichteste Weg, große Mengen an Daten außerhalb des Computers zu speichern und sie auf Reisen mitzunehmen. Und sie sehen irgendwie alle immer nach kleinen Kästchen aus mit Buchsen. Die Juroren Gordon Bruce, Cheng Neng Kuan und Renke He erheben die von Toshiba produzierte Festplatte STOR.E Edition hingegen zu einem „stilvollen Accessoire, deren ästhetisiert. Sie ist funktional, überaus schnell in der Datenübertragung und dabei leicht zu bedienen.“
Bild: PressebildHochsitz
Sitzlehnen aufrecht und die Tische wieder hochgeklappt – bei Start und Landung kann der Sitz Basic Line 3520 von Recaro Aircraft Seating seine Vorteile nur zum Teil ausspielen. Sie sind zunächst unsichtbar. Dank leichter Materialien konnte das Gewicht des Sitzes reduziert werden, was hilft, die Spritkosten zu senken. Darüber hinaus begeisterte die Juroren Martin Darbyshire, Lutz Fügener und Ken Okuyama „die Funktionalität und Ergonomie. Das gesamte Konzept ist stimmig und durchdacht und vermittelt ein Gespür für jedes Detail.“ Die Sitze sind für die Kurz- und Mittelstrecken entwickelt worden, wo jeder zusätzliche Zentimeter zwischen Knie und Rückenlehne des Vordermanns von den Passagieren als Wohltat geschätzt wird. Je schmaler das Sitzpolster, desto mehr Platz.
Bild: PressebildSchicke Wippe
Erwachsene bleiben wohl einfach drin liegen in dem Stoff, der um einen Holzrahmen gespannt ist. Dabei lädt die Shallow Swing zum Schaukeln ein.
Bild: PressebildPanzerknacker
Ungebetene Gäste in Gestalt von Einbrechern können ihr Handwerk stilvoll verrichten mit der verstellbaren Brechstange von Hultafors. Dank des isolierten Griffs schont sie die Hände bei der Arbeit.
Bild: PressebildGut gewürzt
Hilfestellung in der Küche bieten die Gewürzbehälter Mellow des Bewater Studio aus Hongkong. Der Clou sind die magnetischen Deckel, die Salz, Pfeffer, Essig und Öl mit einer Handbewegung freigeben.
Bild: PressebildKeep on moving
Beide Hände am Lenker behalten sollten die Fahrer des speedmax concept vom Hersteller Canyon, das aerodynamisch aussieht, aber nur versierten Athleten zu empfehlen ist, die dem Wind ein Schnippchen schlagen.
Bild: PressebildWas fürs Auge
Mit neuem Bildsensor, schnellem Autofokus und Wechselobjektiven in elegantem, minimalistischen Design verdiente sich die Digitalkamera Nikon 1 die Auszeichnung.
Freudenfeuer
Wenn es gut läuft, wird er nie gebraucht. Scheinbar nutzlos hängt ein Feuerlöscher an der Wand. Er schmückt auch nichts. Trotzdem drängelt er sich mit seiner roten Alarmfarbe in den Vordergrund – damit er im Ernstfall rasch gefunden wird. Der Firephant des schwedischen Herstellers GPBM Nordic AB begeisterte die Juroren Marten Claesson aus Schweden, den Koreaner Ken Nah und den Chinesen Renke He, „weil er so selbsterklärend wie einfach zu nutzen und im Notfall schnell einsatzbereit ist. Er verwandelt ein bislang unauffälliges Produkt in ein farbenfrohes Objekt mit zeichenhafter Aussage.“ Da spielt es bei einem Brand kaum noch eine Rolle, wenn der Nutzer nicht Schwedisch versteht. Die Piktogramme unter dem Wort „Brandsläckare“ erläutern die Funktion bildhaft.
Als eigentlich schon alles vorbei war, die Preise verliehen, die Reden geschwungen, da wurde es nochmal richtig laut im großen Saal: Das charakteristische Röhren, der unverwechselbare Sound eines 400 PS starken Boxermotors, drang unüberhörbar von der Bühne bis in die obersten Ränge des Festsaals. Begleitet von theatralischem Blitzgewitter und dem Raunen der gut 1.200 Gäste im Alvar-Aalto-Theaters in Essen, fuhr der Star des Abends auf die Bühne: ein silbergrauer Porsche 911 Carrera, gesteuert von Michael Mauer. Grandioser Auftritt des Designchef von Porsche, der mit seinen rund 80 Mitarbeitern von der Jury des Red Dot Awards zum Designteam des Jahres 2012 gewählt worden war.

Ein gutes Design muss ehrlich sein
„Design wird für uns immer mehr zum Verkaufsargument“, sagte Mauer, der auch der erste in der Geschichte des Designpreises ist, der zum zweiten Mal ausgezeichnet wurde – 1994 war er Teil des siegreichen Mercedes-Teams gewesen. „Gutes Design muss ehrlich, funktional und zeitlos sein – dieses Erbe von Ferry Porsche wollen wir bewahren.“
An einer Ikone wie dem 911er zu arbeiten, bestätigte dann auch VW-Chefdesigner Walter de Silva in seiner Laudatio auf Mauer und dessen Team, „ist die größte Herausforderung im Design.“
Herausforderungen ähnlicher Art hatten aus der Sicht der Jury auch die übrigen Preisträger mit Bravour gelöst: 60 Auszeichnungen verlieh Red-Dot-Organisator Peter Zec, passend zum Red-Dot-Logo im weißen Anzug und roten Lackschuhen gekleidet, im Rahmen der Gala – vom avantgardistischen Feuerlöscher über ein Elektrofahrrad bis zur cool-schlichten Festplatte in knallig-farbiger Hülle. Ein zweieinhalbstündiger Marathon, umrahmt vom virtuosen Spiel der japanischen Geigerin Sayaka Shoji, die auf einer Stradivari von 1729 eine Paganini-Variation spielte, sowie einer Performance des Aalto Ballett Theater Essen.

Mischung aus Rohseide, Chiffon, Wensleydale- und Merino-Wolle sowie Wolle von Schafen, die die Designerin in der Provinz Drenthe selbst züchtet. Produziert unter der Eigenmarke not tom dick & harry. Wirkt gleichermaßen modern wie archaisch. Einige ihrer Entwürfe wurden vom Museum of Modern Art in New York angekauft - Design: Claudy Jongstra

Angelehnt an die Strukturen einer Koralle. Extrem leicht und widerstandsfähig, Material: Polyamid-Glas-Mix ż Design: Ton Haas/Harechair

Entworfen, "weil wir zeigen wollten, dass wir uns auf der Straße nicht sicher fühlen" - Design: Miriam van der Lubbe

Verkaufsstart 2002. Aufgenommen in die Designsammlung des Amsterdamer Stedelijk Museum - Design: Waacs

Metallgerüst, mit Holz aufgepolstert. Preisgekrönt (IF Award 2007, Dutch Design Prize und Best Woonmeubel (je 2006) ; Hersteller: Arco - Design: Bertjan Pot

Fragile Hängelampe aus weißem Stahl. Hersteller: Moooi - Design: Richard Hutten

Mobil aufstellbare Badewanne. Wird seitlich mit Brennholz befeuert. Kommt ohne Strom aus. - Design Floris Schoonderbeek

Hervorgegangen aus der Abschlussarbeit des Designers an der Design Academy Eindhoven. Seit 1999 im Verkauf. Kult. Gilt als Porsche unter den Kinderwagen - Design: Max Barenbrug

Lösung für das Löffelproblem. Schalen aus Porzellan, Löffel aus RVS. Hersteller: Royal VKB, Design: Ineke Hans. Ausgezeichnet mit dem Red Dot Award 2006

Kunststoff, in mehreren Farben erhältlich - Hersteller: Cappellini, Design: Satyendra Pakhalé
Mischung aus Rohseide, Chiffon, Wensleydale- und Merino-Wolle sowie Wolle von Schafen, die die Designerin in der Provinz Drenthe selbst züchtet. Produziert unter der Eigenmarke not tom dick & harry. Wirkt gleichermaßen modern wie archaisch. Einige ihrer Entwürfe wurden vom Museum of Modern Art in New York angekauft - Design: Claudy Jongstra
Die Hürden waren hoch
60 Preise in zweieinhalb Stunden – von inflationärem Gebrauch der weltweit geschätzten Auszeichnung konnte dennoch keine Rede sein: Weniger als zwei Prozent der in diesem Jahr mehr als 4.500 Einreichungen aus 58 Ländern errangen 2012 die höchste Auszeichnung des Wettbewerbs. Ausgewählt wurden die Sieger von 30 Juroren aus 19 Ländern, darunter Ikonen wie der Münchener Möbeldesigner Stefan Diez und der Japaner Hideshi Hamaguchi, Designer des ersten USB-Sticks.
Im Frühjahr hatten sie sich alle in einer Halle bei Mülheim eingeschlossen und tagelang jedes einzelne Produkt auf Herz und Nieren geprüft: Waren mit Laufschuhen durch die Halle gejoggt, mit Mopeds durch die schmalen Gänge gebrettert oder auf Trampolinen gesprungen. „Manch einer“, sagte Zec, „wird da wieder zum Kind.“















