Samsung, HTC, LG: Diese Konzerne locken mit der virtuellen Realität

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Samsung, HTC, LG: Diese Konzerne locken mit der virtuellen Realität

von Thomas Kuhn

Die Smartphone-Hersteller haben Virtual Reality zum Trendthema erhoben. Die Datenbrillen von HTC, LG und Samsung sollen die Nutzer gleichermaßen in andere Welten führen. Und doch gibt es Unterschiede.

Es gibt diese Gelegenheiten, an die sich jeder erinnert. „Weißt Du noch? Damals als ...“, beginnen Gespräche darüber meist. Deutsche Siege bei den Fußball-Weltmeisterschaften etwa zählen für viele dazu.

Auch der diesjährige Mobile World Congress (MWC) in Barcelona hat bereits seinen Weißt-Du-Noch-Moment. Es ist der Aufritt von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg beim Launch von Samsungs Super-Smartphone Galaxy S7. Nicht, dass er irgendetwas Unerwartetes gesagt hätte. Zuckerberg dankte Samsung für die gute Zusammenarbeit. Es waren die Umstände, die den Auftritt auf doppelte Weise erinnerungswürdig machten.

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Nicht nur, dass es Samsung und Facebook gelungen war, den Auftritt geheim zu halten. Zuckerberg gelang es, an geschätzt viertausend Besuchern vorbei, unbemerkt auf die Bühne zu gehen. Das war der Nebeneffekt von einem der wichtigsten Messetrends des Jahres: Der Virtual-Reality-Boom erfasst die ganze Kommunikationswelt. 

So verfolgten die Samsung-Gäste gerade eine 3D-Präsentation durch die Virtual-Reality-Brille Gear VR, während der reale Zuckerberg unerkannt durch die Reihen schritt.

„VR wird die Art, wie wir kommunizieren, radikal verändern. Sie wird Menschen nicht nur die Chance bieten, mittels Bildern dem Leben ihrer Freunde zu folgen, sondern ihnen ermöglichen, mithilfe von 360-Grad-Livestreams unmittelbar an deren Leben teilzuhaben“, sagte Zuckerberg.

Sekunden zuvor hatten seine Zuhörer beim Blick in die Gear VR erleben können, wie es sich anfühlt, dank der Brille mitten in einem Straßenfußballspiel zu stehen. Der Eindruck des Rundum-Kicks, bei dem jeder Betrachter für sich entscheiden kann, wohin er den Kopf dreht, vermittelte tatsächlich ein beeindruckendes Gefühl von Präsenz.

Das Gefühl, über die Brille in eine andere Welt einzutauchen, stellt sich in kürzester Zeit ein, wie der Selbsttest beweist. Das ist besonders verblüffend, weil Samsungs Gear VR eigentlich nur ein Tragrahmen für ein aktuelles Galaxy-Smartphone ist. Dessen Display produziert die nötigen digitalen Bilder, auf die der Nutzer durch zwei Linsensysteme blickt. 

Die Bewegungssensorik im Smartphone liefert die Information, wohin der Benutzer seinen Blick richtet. Die Software im Telefon blendet die zugehörigen Bilder ein. Das Zusammenspiel der Komponenten passiert derart rasant, dass Verzögerungen nur selten auftreten.

Damit habe die Technik das Zeug zum Massenmarkt, betonte Zuckerberg. Er hofft natürlich, dass die zunehmende Verbreitung von VR-Brillen und Rundumaufnahmen das eigene Geschäft befeuert. Dann würde sich der zwei Milliarden Dollar schwere Kauf des VR-Startups Oculus vor gut eineinhalb Jahren absehbar lohnen. Denkbar ist zum Beispiel das Einblenden personifizierter Werbung in künftigen 3D-Dienste von Facebook.

Virtual-Reality-Brillen

  • Taucherbrille fürs Virtuelle

    Ob Oculus Rift, Playstation VR oder HTC Vive: Alle Virtual-Reality-Brillen funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Im Sichtfeld zeigt ein Bildschirm die virtuelle Umgebung an, Linsen sollen für einen Rundum-Effekt sorgen. Das Bild wird bei jeder Bewegung des Kopfes angepasst – Sensoren messen jede Veränderung, der Computer errechnet blitzschnell das neue Bild.

  • Oculus Rift von Oculus VR

    Gründer Palmer Luckey baute eine erste Datenbrille aus Smartphone-Komponenten zusammen. Inzwischen hat die Facebook-Tochter die Technik so verfeinert, dass 2016 eine erste Verbraucherversion von Oculus Rift fertig wird. Oculus hat den Preis für die lange erwartete 3D-Brille mit 699 Euro in Europa höher als von Experten erwartet angesetzt.

  • Gear VR von Samsung

    Samsung bietet die Datenbrille Gear VR bereits jetzt als Zubehör fürs Smartphone an – es wird in die Halterung geschoben und dient als Display, die zwei Linsen in der Brille sorgen für die 3D-Optik. Damit ist das System nicht so leistungsfähig wie Konkurrenzprodukte, aber mobil. Die Technik stammt übrigens von Oculus VR.

  • Vive von HTC und Valve

    Der Elektronikhersteller HTC entwickelt seine Virtual-Reality-Brille Vive gemeinsam mit dem Spielespezialisten Valve. Um die Position des Spielers möglichst genau zu ermitteln, werden im Raum zwei Lasersensoren montiert, die mit den Sensoren am Gerät permanent in Kontakt sind. Eine Besonderheit: Nutzer können sich damit im Raum bewegen. Einführung: Ende 2015.

  • Cardboard von Google

    Die virtuelle Realität muss nicht teuer sein: Mit Cardboard hat Google eine zusammenfaltbare Pappkonstruktion entwickelt, in die Nutzer ihr Smartphone schieben können. Eine App bereitet die Bilder passend auf. Technisch sind die anderen Systeme überlegen, Cardboard lässt aber erahnen, welche Möglichkeiten es gibt.

Die Technik scheint bereit. Mit einem Kampfpreis von 99 Dollar, den Samsung für seine Gear VR haben will, ist auch die Hürde der bisher sündhaft teuren professionellen VR-Systeme überwunden. Auch wenn für die passenden Galaxy-Smartphones ebenfalls nochmal viel Geld fällig wird. Das neue Premium-Modell 7S schlägt mit etwa 700 Euro zu Buche.

Den Trend zur virtuellen Realität hat nicht nur Samsung für sich entdeckt. Der Elektronikkonzern Alcatel hat vor Beginn des MWC seine neuen Top-Smartphones Idol 4 (280 Euro) und Idol 4s (430 Euro) vorgestellt. Deren Kunststoffverpackung entpuppt sich bei genauem Hinsehen als VR-Brille mit integriertem Linsensystem. Wie bei Samsungs Gear VR wird das Telefon auf der Rückseite der Verpackung mit dem Display zum Betrachter hinter eine Blende gesteckt. 

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