Saturn: Verbraucherschützer halten Garantieverlängerungen für überflüssig

Saturn: Verbraucherschützer halten Garantieverlängerungen für überflüssig

von Meike Lorenzen

Gerade im Weihnachtsgeschäft versuchen Elektrohändler mit Kunden durch das Angebot weiterer Leistungen wie Garantieverlängerungen Kasse zu machen. Doch lohnt sich sowas?

546 Euro für den neuen Fernseher und noch einmal stolze 90 Euro für die Garantieverlängerung „5 Jahre Plus Garantie“ zahlte Frau B. beim Elektrowarenhändler Saturn in Hamburg. Doch ist das Geld gut investiert?

Verbraucherschützer bezweifeln, dass die sogenannte „Garantieverlängerung“ sinnvoll ist. „Allein das Wort ist Quatsch“, sagt Julia Rehberg aus der Rechtsabteilung der Verbraucherzentrale Hamburg.  Der Begriff „Garantieverlängerung“ verleitet zu der Fehlvorstellung, es gebe die fünf Jahre im Anschluss an eine Grundgarantie. „Aber so ist es ja nicht“, sagt Rehberg. Der Käufer hat auch ohne die Verlängerung einen guten Schutz.

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In den ersten zwei Jahren nach Kauf stehen dem Kunde gesetzliche Gewährleistungsrechte gegen den Verkäufer zu. Darüber hinaus geben auch viele Hersteller auf ihre Produkte eine – kostenlose – Garantie für die ersten ein oder zwei Jahre. Eine Garantievereinbarung ist daher für die ersten zwei Jahre eigentlich überflüssig.

„Dann muss man sich ernsthaft die Frage stellen, wozu man eine zusätzliche Absicherung nach zwei Jahren eigentlich benötigt“, sagt Julia Rehberg. Die meisten Material- und Herstellungsfehler zeigen sich bereits kurz nach dem Kauf und nicht erst ab dem dritten Jahr. Und nur für diese Material- und Herstellungsfehler ist die „5 Jahre Plus Garantie“ von Saturn gedacht.

Tritt tatsächlich mal ein Garantiefall ein, so soll das Gerät nach den Bedingungen der „Plus Garantie“ repariert werden. Einen Anspruch darauf hat der Kunde trotz der 90 Euro extra Zahlung aber nicht. Vielmehr liegt es im Ermessen von Saturn, ob das defekte Gerät repariert oder gegen ein Ersatzgerät ausgetauscht wird. Dabei muss das Ersatzgerät zwar gleichwertig sein, kann aber von einem anderen Hersteller stammen. Aber gerade im Elektronikbereich gibt es ständig Erneuerungen, so dass der Kunde nach vier Jahren vielleicht ohnehin lieber ein neueres Gerät hätte. Dann wäre der für die Garantie gezahlte Preis schon eine gute Anzahlung gewesen.

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Kommt eine Reparatur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht in Betracht, kostet also die Reparatur mehr als das Gerät noch wert ist, liegt es ebenfalls im Ermessen von Saturn, das defekte Gerät durch ein Ersatzgerät auszutauschen oder dem Kunden einen Teil des Kaufpreises zu erstatten.

„Unterm Strich raten wir davon ab, sich auf diese Art der Zusatzversicherung einzulassen“, sagt Rehberg. So verlockend die vermeintliche Sicherheit auch klingen mag, Verbraucher sollten sich vor Abschluss der Garantieverlängerung genau überlegen, für wie wahrscheinlich sie es halten, dass der Garantiefall nach Ablauf von zwei Jahren eintritt und vor allem auch einen Blick ins Kleingedruckte werfen.

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