Smartphones und Tablets: Bundesumweltamt will fest verbaute Akkus verbieten

ThemaUmweltschutz

Smartphones und Tablets: Bundesumweltamt will fest verbaute Akkus verbieten

von Meike Lorenzen

Das Bundesumweltamt hat ein Verbot von festverbauten Akkus in Smartphones und Tablets gefordert. Würde sich dieses durchsetzen, wären unter anderem Apples iPhone und iPad oder Googles Nexus 4 betroffen.

Die Forderung ist nicht unberechtigt. Tatsächlich landet schon alle paar Jahre das Smartphone wieder auf dem Müll und wird durch ein neues ersetzt.

In der Regel hält der Akku eines iPhones oder iPads nach Apple-Angaben etwa zwei Jahre durch. Danach wird er nur noch zu 80 Prozent voll aufgeladen, sofern das Gerät zuvor im Schnitt alle zwei Tage an die Steckdose gesteckt wurde – dabei liegen 400 Ladezyklen für das iPhone und 1000 Ladezyklen für das iPad zugrunde.

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Teure Reparaturen

Ist der Akku kaputt, muss jeder, der sich die Bastelei mit speziellem Gerät aufgrund feinmotorischer oder fachlicher Mängel nicht zutraut, das Gerät zur Reparatur an den Hersteller oder einen Fachmann schicken. Da das schnell dreistellige Beträge kosten kann, verzichten viele Nutzer darauf und kaufen lieber direkt ein neues Smartphone. Das hat dann dank schnellen technischen Fortschritts auch noch bessere Funktionen. Dieses Phänomen ist laut Verbraucherzentrale Sachsen auch von handelsüblichen Tintenstrahldruckern bekannt, die so günstig angeboten werden, dass sich eine Reparatur oftmals nicht zu lohnen scheint.

Die Ressourcenverschwendung in Sachen Smartphone und Tablets war für den Präsidenten des Bundesumweltamtes Jochen Flasbarth Grund genug, die Forderung eines Verbotes für festverbaute Akkus gegenüber der „Frankfurter Rundschau“ auszusprechen. Dass Material in so hohem Ausmaß verschwendet werde, sei weder der Umwelt noch der deutschen Wirtschaft zuträglich. Dass gerade das verschleißträchtigste Bauteil nicht austauschbar ist, bezeichnete Flasbarth als grotesk.

Fragt man die Kunden in unterschiedlichsten Online-Foren, so überwiegt die Meinung, dass das Verbauen der Akkus für die Hersteller ein reines Geschäftsmodell ist, bei dem die Schwachstelle bewusst in Kauf genommen wird, um die Verkaufszahlen zu steigern. Auch die Verbraucherzentrale stützt diese Meinung. "Beim Herstellprozess werden bewusst Schwachstellen in die Produkte eingebaut", sagt Roland Pause, Energieexperte der Verbraucherzentrale Sachsen, "Bauteile, wie unterdimensionierte Kondensatoren oder festverbaute Akkus sorgen dafür, dass Einzelteile frühzeitig und vor allem in absehbarer Zeit ausfallen und damit das komplette Gerät nicht mehr in vollem Umfang eingesetzt werden kann." Dabei bezieht sich die Verbraucherzentrale aber nicht nur auf Smartphones und Tablets sondern Elektrogeräte im Haushalt allgemein.

Schlanke Modelle

Experten hingegen glauben an Gründe aus Designfragen. Durch das Verbauen des Akkus werden in Zeiten, in denen Geräte mit komplexen Funktionen immer schlanker werden sollen, wichtige Millimeter gespart. Denn sobald der Akku herausnehmbar ist, muss eine zweite Schutzhülle gebaut werden, die das Innenleben des Gerätes beim Wechsel der Batterie schützt. Beim festverbauten Akku fällt diese weg, was Platz spart.

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Laut Chef des Umweltbundesamtes sei es jedenfalls möglich eine einfache Modulbauweise wieder einzuführen, mit der sich Akkus einfach austauschen lassen. Das wiederum hätte zur Folge, dass sich die Geräte deutlich länger zu benutzen lassen. Jochen Flasbarth kämpft schon länger für ein Verbot gegen fest verbaute Akkus. Schon vor Monaten schrieb er der Fachzeitung c’t: „Die EU könnte das innerhalb weniger Jahre etwa über die Ökodesign-Richtlinie verrechtlichen.“ 

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