Smartwatch Gear S2 Classic 3G: Was leistet Samsungs Zukunfts-Computeruhr

Smartwatch Gear S2 Classic 3G: Was leistet Samsungs Zukunfts-Computeruhr

von Thomas Kuhn

Samsung hat eine Uhr auf den Markt gebracht, mit der Nutzer telefonieren können. Außerdem ist sie das erste Gerät, in dem eine sogenannte eSIM verbaut ist. Welche Stärken und Schwächen die Gear S2 Classic 3G hat.

Es war eine Szene wie aus Science-Fiction-Filmen oder dem jüngsten James-Bond-Abenteuer, in die ich mich plötzlich versetzt fühlte: Leise aber vernehmlich in seine Armbanduhr murmelnd lief ein Mann vor mir durch die Bonner Innenstadt.

eSIM Das kann der neue Super-Chip

Die neuen eSIM werden nicht nur drastisch kleiner, sondern – vor allem – viel smarter als herkömmliche SIM-Karten.

Evolution im Mobilfunk: Die eSIM kommt. Quelle: Giesecke & Devrient

Das Ganze spielte sich ab an einem Sommertag Mitte der Achtzigerjahre. An Handys wagte noch niemand zu denken, und der Mann – da war ich mir sicher – war wohl mental etwas angeschlagen. Niemand telefonierte schließlich mit einer Armbanduhr

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Vor ein paar Tagen habe ich mich an den Vorfall erinnert, als ich – leise in Richtung meiner Armbanduhr murmelnd, aber im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte – telefonierend in der Düsseldorfer Innenstadt unterwegs war. Denn was vor drei Jahrzehnten bestenfalls Visionäre voraussahen, wird inzwischen tatsächlich Realität. Die Mobilkommunikation, in Form von Smartphones längst allgegenwärtig, ist jetzt auf dem Sprung beliebige Alltagsgegenstände zu vernetzen.

Das sind Apples fünf größte Konkurrenten

  • Apple

    Kaum eine Smartwatch wird wohl so sehr erwartet wie die Uhr von Apple. Das Gerät soll nicht nur mehr Funktionen bieten, sondern auch leichter und flacher sein als die Modelle der Konkurrenz. Was genau in der Datenuhr stecken wird, ist aber zu großen Teilen noch unklar. Die Erwartungen sind trotzdem enorm: Für dieses Jahr werden 15 Millionen verkaufte Apple Watches erwartet.

    (Quelle: Smartwatch Group)

  • Samsung

    Samsung ist einer von Apples größten Konkurrenten, nicht nur auf dem Gebiet der Datenuhren. Der südkoreanische Konzern ist laut Smartwatch Group zurzeit führend im Segment mit einem Marktanteil von rund 25 Prozent. Samsung brachte bereits 1999 eine intelligente Uhr auf den Markt, war damals aber seiner Zeit voraus. Heute verkauft der Konzern die „Galaxy Gear“-Reihe, von der im vergangenen Jahr gleich fünf neue Modelle an den Start gingen. Etwa 1,2 Millionen Exemplare konnte Samsung davon 2014 absetzen.

    Quelle: Smartwatch Group

  • LG

    LG setzt sowohl auf Fitness-Armbänder als auch auf Luxus-Modelle: Anfang 2014 kam das Lifeband Touch auf den Markt, das unter anderem die Schrittzahl und verbrannte Kalorien des Trägers anzeigt. Als Antwort auf die Apple Watch soll in diesem Jahr die LG Watch Urbane folgen, die vom Design an herkömmliche Uhren angelehnt ist. Im vergangenen Jahr verkaufte LG 420.000 Smartwatches und hat damit einen Marktanteil von etwa sieben Prozent.

  • Lenovo/Motorola

    Motorola-Uhren machten im vergangenen Jahr vor allem durch ihr Design auf sich aufmerksam: Die Ende 2014 erschienene Moto 360 ist eine der ersten Smartwatches, die ein rundes Display hat und auch mit einem Metall-Armband erhältlich ist. Das Gerät läuft mit Android Wear, dem Smartwatch-Betriebssystem von Google. Motorola hatte mit 10 Prozent den zweitgrößten Anteil am Smartwatch-Markt im vergangenen Jahr.

  • Pebble

    Der Erfolg des Herstellers Pebble ist bemerkenswert: 2012 mithilfe von Crowdfunding finanziert, hat sich der Konzern des Kanadiers Eric Migicovsky mit einem Marktanteil von sieben Prozent auf dem Markt etabliert. Für seine neue Uhr „Pebble Time“ sammelt der Konzern zurzeit wieder Spenden auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter ein: Bereits am ersten Tag unterstützen 40.000 Menschen Pebble mit acht Millionen Euro und kriegen das neue Gerät nun als erste Kunden zugestellt. Der Vorteil der Pebble-Uhren: Sie sind leicht zu bedienen und haben eine längere Batterie-Laufzeit als die Modelle der Konkurrenz.

  • Garmin

    Der Schweizer Hersteller Garmin liefert Smartwatches für Freizeitaktivitäten: Seine Zielgruppe sind unter anderem Läufer, Piloten und Golfer, für die Garmin maßgeschneiderte Uhren herstellt. Unter anderem bieten die Smartwatches ein GPS-System, einen Kompass und ein Altimeter. 2014 verkaufte Garmin 400.000 Uhren und hat einen Marktanteil von sieben Prozent.

Kaffeemaschinen, die via WLAN automatisch Espressokapseln ordern, Wasserkaraffen, die E-Mails verschicken, wenn der Filter getauscht werden muss, das gibt es schon. Und der koreanische Elektronikriese Samsung verkauft mit seiner Smartwatch Gear S2 Classic 3G seit ein paar Wochen tatsächlich eine Uhr, mit deren Hilfe ihr Nutzer auch telefonieren kann. 

Vodafone bietet sie für 379 Euro in seinem Online-Shop an, dazu kommen die Kosten für den gewünschten Sprach- oder Datentarif. O2 vertreibt die Uhr in ausgewählten Shops bei knapp 60 Euro Anzahlung im Bundle mit einem monatlich 20 Euro teuren Tarif.

Was die Gear S2 aber noch viel außergewöhnlicher macht als das integrierte Telefon, ist die Technik, die diese Funktion überhaupt erst ermöglicht.

Denn während zum Handy seit dem Start der digitalen Mobilfunknetze stets eine SIM-Karte gehörte, ohne die das Telefon weder eine Rufnummer hatte noch es sich überhaupt hätte ins Funknetz einbuchen können, kommt die Samsung-Uhr ohne die auswechselbare Chipkarte aus.

Vorteile der eSIM

Stattdessen steckt im gut 13 Millimeter dicken Gehäuse – erstmals überhaupt in einem Endkundenprodukt – eine sogenannte eSIM. Das ist jener fest eingebaute Mikrochip, der in Zukunft nicht nur die klassische SIM-Karte ersetzen soll. Zugleich bietet er die Möglichkeit fast beliebige Alltagsgeräte via Mobilfunk und mit minimalem Aufwand mit dem Internet der Dinge zu vernetzen. Denn weil der SIM-Chip schon eingebaut und über Funk konfigurierbar ist, fallen der Aufwand und die Kosten weg, die Technik von Hand zu bestücken.

Daneben bietet die eSIM eine Vielzahl weiterer Vorteile.

PremiumMobilfunk Der eSIM-Chip macht Schluss mit dem Gefummel

Nach langem Streit steht der Nachfolger der SIM-Karte fest: der eSIM-Chip ist eine Art eingebaute SIM-Karte. Auf den neuen Chip ist das Internet der Dinge dringend angewiesen.

Die neuen eSIM-Mikrochips werden 90 Prozent weniger Platz als die bisherigen SIM-Module benötigen. Quelle: dpa

Im Fall der Gear S2 sind es – allem voran – zwei Dinge, die Dank der eingebauten SIM-Karte möglich werden. Zum einen ist die Uhr deutlich kompakter als ihre Vorgängerin Gear S, die noch eine traditionelle SIM-Karte besaß. Eben weil der winzige eSIM-Chip nur einen Bruchteil des Platzes herkömmlicher SIM-Systeme (also der Kombination aus Steckkarte, Montageschlitten und Ausleseelektronik) benötigt. Mit nur 51 Gramm Gewicht ist sie zudem fast ein Drittel leichter als die Gear S.

Zudem lässt sich das Gehäuse der S2 – ohne die sonst erforderliche Kartenöffnung – viel leichter gegen das Eindringen von Wasser oder Staub schützen. Und so ist die neue Gear im Gegensatz zum Vorgänger nach IP68 zertifiziert. Das heißt, sie ist staubdicht und bis maximal 1,5 Metern Tauchtiefe bis zu 30 Minuten gegen das Eindringen von Süßwasser geschützt.

Soweit die technischen Vorteile. Aber bringt das neue Konzept auch ein merkliches Plus beim Gebrauch der Uhr?

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