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Software : Cloud Computing etabliert sich als Alternative

von Sven Hansel

Sie sind eines der großen Trend-Themen auf der CeBit: Internetbasierte Programme – neudeutsch Cloud Computing – werden zur ernsthaften Alternative für die Unternehmens-IT.

Cloud 1 Quelle: Nicholas Blechman
Cloud 1 Quelle: Nicholas Blechman

Für Unternehmerin Inge Kipping war es der GAU: Kurzfristig hatte ausgerechnet der Mitarbeiter ihre Firma verlassen, der seit Jahren die Kunden-Datenbank wartete. Zu allem Überfluss stürzte auch noch der firmeneigene Rechner ab, auf dem jene Datenbank installiert war. Die Folge: Kein Zugriff auf den Kalender mit den Terminen, keine Informationen mehr über Absprachen zu Angeboten. „Der Vertrieb wird so nahezu komplett lahmgelegt“, sagt die Geschäftsfrau aus dem schwäbischen Ettlingen, die auf Archivierung für Unternehmen spezialisiert ist. Um ihre Abhängigkeit von der IT zu minimieren, ist Kipping nun auf ein internetbasiertes kaufmännisches System umgestiegen, das in den Rechenzentren des Softwarekonzerns SAP läuft. Dort ist ein Programmabsturz so wahrscheinlich wie ein Gewinn im Lotto.

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Von SAP über Microsoft bis hin zu IBM – auf der weltgrößten IT-Messe Cebit Anfang März in Hannover ist der Softwarezugriff per Internet, neudeutsch Cloud Computing, ein wichtiges Thema. Dabei installieren die Unternehmen die benötigten Programme nicht mehr auf ihren Rechnern, sondern holen sie sich über das Internet. Die Vorteile dabei: Der Anwender benötigt keine eigenen Rechnerkapazitäten außer einem PC mit Browser, eine aufwendige Softwareeinführung entfällt, um Programm-Updates kümmert sich der Bereitsteller der Software, und der Kunde bezahlt nur die Programme, die er wirklich nutzt.

Beeindruckendes Wachstum

„Zwar ist der Anteil von Cloud-IT noch gering, aber das Wachstum ist beeindruckend“, sagt Lynn Thorenz, Research-Direktorin des Marktforschers IDC. Allein in Deutschland werde sich der Umsatz mit Cloud-Lösungen zwischen 2009 und 2011 von 245 Millionen Euro auf 591 Millionen mehr als verdoppeln. Im Jahr 2014 sollen hierzulande bereits 1,4 Milliarden Euro umgesetzt werden. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 41 Prozent. Dagegen wächst der traditionelle Softwaremarkt nur um mickrige vier Prozent.

Haupttreiber des Wachstums ist vor allem ein Nachfrageschub aus dem Mittelstand. „Cloud Computing bietet insbesondere kleineren und mittleren Unternehmen Vorteile, weil das tägliche Kümmern um die IT in der Regel entfällt“, sagt Frank Naujoks, Chefanalyst der Schweizer IT-Beratung I2s.

So bekommt zum Beispiel ein Unternehmer wie André Maschmann durch die neue Form der IT-Versorgung die Flexibilität, die er für sein stark wachsendes Geschäft braucht. Maschmanns sogenanntes Global Office bietet über das Internet Dienstleistungen für Unternehmen an, vom Sekretariatsservice über die Dienstreiseplanung und Bürobedarfsbestellung bis hin zu Inkasso und Fuhrparkmanagement. Das Geschäft läuft derart erfolgreich, dass er binnen sechs Monaten 16 Standorte eröffnet hat und via Franchise bereits die Expansion in die Schweiz und nach Österreich plant.

Balsam für die Seelen

„Dafür ist ein fest installiertes kaufmännisches Softwaresystem schlicht ungeeignet“, sagt der Entrepreneur. „Wir wollten stattdessen ein System mit einer leistungsorientierten Bezahlung, eines, mit dem ich schnell und einfach weitere Mitarbeiter anmelden kann und das vom Start weg für verschiedene Länder geeignet ist, also verschiedene Währungen und auch unterschiedliche Finanzbuchhaltungsformen beherrscht“, sagt Maschmann. Das unflexible Altsystem hat er folglich kurzerhand hinausgeworfen und es durch die Cloud-Software Business By Design von SAP ersetzt.

Solche zufriedenen Kunden sind Balsam für die Seelen des geschundenen SAP-Managements. Seit vielen Jahren buhlt der Konzern aus dem nordbadischen Walldorf um kleinere und mittlere Unternehmen als Kunden. Doch so richtig bekam das deutsche Vorzeigeunternehmen in jenem Geschäft nie einen Fuß in die Tür. Zu groß waren die Bedenken potenzieller Kunden, sich mit SAP eine teure und eigentlich nur für Großkonzerne konzipierte Software ins Haus zu holen.

8 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 26.03.2011, 19:46 UhrAnonymer Benutzer: Guido Augustin

    ich darf die Chancen der Cloud mal ganz kurz erläutern?

    - es bedeutet NiCHT Daten "ins internet" stellen, sondern auf professionell gewarteten und gesicherten Servern abzulegen. Aber bitte im inland bei einem soliden Anbieter.

    - Solide Anbieter im inland können Server iMMER besser und sicherer betreiben als ein Unternehmen mit anderer Spezialisierung - dafür sind Spezalisierungen ja da.

    - Wenn die kriminelle Enrie groß genug ist und der betreibbare Aufwand auch, ist NiCHTS sicher. Nicht im heimischen Panzerschrank, nicht auf dem Cloud-Server in einem Rechenzentrum. Das war aber immer schon so. Mit Risiken leben gehört zum Leben.

    - vor allem kleine und mittlere Unternehmen können dank Cloud-Services auf einem Niveau arbeiten, das bisher den Großen vorbehalten war. Das ist ein Riesen-Fortschritt.

    - besonders spannend wird das Cloud-Phänomen, wenn Dienstleistungen in der Cliud angeboten werden - so wie beim zitierten Unternehmen "global office" (http://www.global-office.de), das ich gut kenne, weil ich deren Pressearbeit verantworte.

    Herzlichst Guido Augustin

  • 05.03.2011, 01:57 UhrAnonymer Benutzer: yxwsbrye

    mibc4V izttqrrgpawb, nzdxsojtubym, [link=http://qsquopkfsfny.com/]qsquopkfsfny[/link], http://hxikzywgwfyn.com/

  • 01.03.2011, 17:12 UhrAnonymer Benutzer: Johanna N.

    Es ist schon reichlich verwegen zu behaupten, die Cloud wäre die ideale Lösung für Frau Kipping. Sie hätte sich einfach nur an empfohlene Vorgehensweisen halten sollen, die seit vielen Jahren beim iT-Dienstleistungseinkauf eingesetzt werden. Hätte sie ihren Server beim Dienstleister stehen gehabt, wäre das wohl nicht passiert.
    Lustig beim Thema Cloud ist, dass die privaten Clouds boomen, die exklusiv von einem (Groß-)unternehmen genutzt werden, welches die volle Kontrolle darüber hat. An dieser Stelle bleibt die Cloud alter Wein in neuen Schläuchen: Konsequent eingesetzte Virtualisierungs-Technologie mit allen ihren Chancen und Risiken.

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