Software: Renaissance der Cyber-Schreiber

Software: Renaissance der Cyber-Schreiber

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Ein Maler zeichnet eine Person auf einem Tablet-Pc. Zum Zeichnen und Schreiben sind Stifte weitaus praktischer als Finger.

von Thomas Kuhn

Die Fingersteuerung hat den Boom der Smartphones und Tablets ausgelöst. Nun aber erlebt der Stift eine Wiedergeburt.

Das Urteil von Steve Jobs war ebenso knapp, wie klar: "Sobald das Teil einen Stift braucht, ist die Kiste tot", spottete der Apple-Gründer vor Jahren schon über Microsofts Versuche, Tablet-Computer mit Stiftbedienung auf den Markt zu bringen.

Apples eigenes Tablet müsse ohne Stift und Tastatur funktionieren: "Gott gab uns zehn Stifte", beschied er die Entwickler von iPhone und iPad, während er mit den Fingern wackelte. "Lasst uns nicht noch einen weiteren erfinden."

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Der millionenfache Erfolg von Apples intuitiv bedienbaren Smartphones und Tablet-Computern bestätigt die Vorgabe des im vergangenen Jahr gestorbenen IT-Visionärs bis heute. Und doch dürfte Jobs im Grabe rotieren, wüsste er vom Boom, den ausgerechnet ein Zubehörsegment gegenwärtig erlebt: Eingabestifte, mit denen immer mehr iPad-Besitzer ihre Computer in digitale Notiz- und Zeichenblöcke verwandeln.

Zumal inzwischen zahlreiche Schreib- und Zeichen-Apps die Tablets in digitale Moleskine-Kopien oder komplexe Malwerkzeuge verwandeln.

Menschen wie Serenity Caldwell schwören auf das digitale Schreibgerät: Seit sie ihr erstes iPad gekauft habe, erzählt die Autorin und Cartoonistin des US-Internet-Dienstes Macworld.com, mache sie darauf mit einem Spezialstift Notizen und fertige Zeichnungen an. "Jobs mag die Dinger gehasst haben, aber wenn’s um schnelle Skizzen geht, sind Stifte einfach praktisch."

Wie im Kindergarten

Das dachten sich auch Katja und Nils Gustafsson, die unter dem Label Just Mobile Designerzubehör für Apple-Produkte verkaufen. Wenn es darum gehe, etwas kurz handschriftlich zu erfassen, Bildern Anmerkungen zuzufügen oder Textstellen zu markieren, sei Touch-Bedienung nicht perfekt, sagt Katja Gustafsson. "Das letzte Mal, das ich mit dem Finger geschrieben habe, war zu Kindergartenzeiten im Sandkasten."

Ihre Antwort ist der AluPen, gefertigt aus massivem Aluminium, versehen mit einer gummierten Spitze, die anstelle der Fingerkuppe das Touch-Display des Tablet-Computers steuert. Er erhielt vergangenes Jahr nicht nur den begehrten Red-Dot-Design-Preis. Zugleich ist er auch wirtschaftlich ein Erfolg: Laut Gustafsson machen weltweit bereits viele Zehntausend Kunden damit ihre Notizen auf Tablet-PCs.

Dabei ist der AluPen nur ein besonders prominenter Vertreter. Mittlerweile haben Tablet-Besitzer die Wahl aus bald zwei Dutzend digitalen Stiften. Unter anderem vertreibt auch der auf Grafik-Tablets für PCs spezialisierte Hersteller Wacom mit dem Bamboo Stylus einen Cyber-Schreiber.

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