Sony Smartband SWR10: Der Energievampir am Handgelenk

Sony Smartband SWR10: Der Energievampir am Handgelenk

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Das Smartband SWR10 will der intelligenter Begleiter auf allen Wegen sein. Ist es einfach nur ein nettes Spielzeug oder wirklich zum Aufzeichnen von Workouts geeignet?

Quelle:Handelsblatt Online

Ja, es ist smart. Ja, es sieht schön aus. Und ja, es ist auch verdammt leicht: Das Smartband SWR10. Aber ist dieser Fitness-Tracker wirklich die eierlegende Wollmilchsau, die Sony uns verkaufen will? Ein Rendezvous.

„Bitte nicht noch einen Fitness-Tracker“, stöhne ich, als mir mein Kollege ein schmuckes, quadratisches Kästchen mit einem schwarzen Gummiarmband von Sony zum Testen auf den Schreibtisch schiebt. „Kennste einen, kennste alle“, seufze ich, tippe weiter auf meiner Computertastatur herum und erinnere mich an all die Datenmassen, die ich in den vergangenen Wochen mit den Fitness-Armbändern Jawbone Up und Garmin Vivofit aufgezeichnet habe. Aber dann legt er seinen Kopf ein bisschen schief, ich verdrehe die Augen, er lacht mich freundlich an und schon hat er mich. Ich teste das Smartband.

Vermutlich stelle nicht nur ich mir die Frage: Worin unterscheiden sich die vielen Fitness-Tracker, die in den letzten Monaten auf den Markt gekommen sind? Die meisten sehen ähnlich aus und funktionieren ähnlich.

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Deswegen hat sich Sony, Hersteller des Smartband, etwas ausgedacht. Ich kann nicht nur meine Schritte zählen, sondern auch immer nachschauen, wo ich war, wie weit ich dafür gegangen bin, wie viele Kalorien ich dabei verbrannt habe, wie gut mein Schlaf war und – last, not least – wie ich mich mit meiner Welt in Verbindung gesetzt habe. Nun klingt das kaum anders als all die anderen schönen Slogans und Versprechen von Garmin („Mit jedem Schritt deinem Ziel ein Stück näher kommen“) oder Jawbone („Lerne dich selbst besser kennen, lebe gesünder“).

Wie sieht es also in der Praxis aus?

Von außen betrachtet sticht das bunte Gummiarmband – Sony bietet optional mehrfarbige Wechselbändchen zum Austausch – nicht sonderlich hervor aus der Masse an Produkten, die es inzwischen auf dem Markt gibt. Als allererstes fällt mir auf, dass es in einem Umkreis von circa 30 Zentimetern um mich herum Katzenhaare anzieht wie ein Magnet. Immerhin: Das Herzstück des SWR10, der sogenannte „Core“, ist tadellos vor Staub geschützt und wasserdicht.

Das Smartband von Sony in aller Kürze

  • Was ist es?

    Ein Fitness-Tracker, der Schritte zählt und den Schlaf überwacht. Anders als viele Konkurrenzgeräte zeichnet es außerdem auf, wie man kommuniziert – beispielsweise indem es die Verweildauer auf Facebook misst.

  • Was sagt die Werbung?

    „Folge deinem Weg. Jeden Tag.“

  • Was ist gelungen?

    Das Band misst vergleichsweise präzise, welche Strecken man zurücklegt. Wer es wissen will, erfährt außerdem, wie lange er mit dem Smartphone Musik gehört, gechattet oder im Internet gesurft hat.

  • Was ist nicht so gelungen?

    Die Einrichtung ist umständlich. Gelegenheit treten nicht nachvollziehbare Pannen beim Messen auf. Die Auswertung der digitalen Aktivitäten hat nur einen begrenzten Nutzen.

  • Was kostet es?

    Sony empfiehlt einen Preis von 89 Euro, online ist das Gerät bereits für rund 60 Euro zu haben.

  • Ist es empfehlenswert?

    Als Schrittzähler leistet sich das Smartband keine Schwäche, wie die Konkurrenzprodukte auch misst es aber keine Aktivitäten im Wasser oder auf dem Rad. Die anderen Funktionen – etwa die Messung der Facebook-Nutzung – haben nur einen geringen Mehrwert.

Ich will nicht übertreiben, aber die Inbetriebnahme des Sony-Trackers hat mir binnen Minuten in einem Ausmaß Energie aus meinen Körperzellen gesaugt, wie es sonst nur ein Vampir gekonnt hätte. Wo ist die Anleitung? Wieso muss ich zwei Apps installieren und brauche dann auch noch ein Sony-Entertainment-Network-Konto, auf dem erst nach dem vierten Versuch mein Benutzername noch nicht vergeben ist? Fast müßig zu erwähnen, dass mir das Verbinden von Smartband mit Smartphone – ohne Android-Gerät geht es nicht – anschließend den Rest gegeben hat.

Dabei geht es jetzt erst so richtig zur Sache! Denn: Auf uns wartet die erste gemeinsame Nacht im Bett – natürlich bin ich nervös. Wie gut werde ich schlafen, wie tief, wie fest? Um es ganz kurz zu machen: Das erste Mal misslingt direkt. Was ist passiert? Nun, es gibt einige Dinge, die todsicher zum Flop führen. 1. Sie haben die Schlaffunktion an Ihrem Smartband oder über die App nicht aktiviert. 2. Sie haben den Akku nicht ausreichend geladen (der hält eigentlich fast fünf Tage lang durch, wenn er voller Energie ist).

Am nächsten Morgen weckt mich das Band sanft durch geräuschloses Vibrieren am Handgelenk. Beim müden Blick in die leere App („Sie haben 0 Stunden geschlafen“) atme ich erstmal tief durch und denke mir: Jetzt nur kein Trübsal blasen. Das kann passieren!

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