Stiftung Warentest: Dr. Dre-Kopfhörer unter Plagiatsverdacht

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Stiftung Warentest: Dr. Dre-Kopfhörer unter Plagiatsverdacht

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Ein Kopfhörer der Marke Beats - Apple will das Unternehmen angeblich übernehmen.

Bei einem Test der Stiftung Warentest ist ein Kopfhörer mit der Aufschrift „Beats by Dr. Dre Solo HD“ aufgefallen, das in zahlreichen Punkten von anderen Exemplaren dieses Modells abwich. Der Verdacht: Es könnte sich um ein Plagiat handeln – über den falschen Dre.

Dass der rechte und der linke Tonkanal vertauscht waren, machte die Tester der Stiftung Warentest stutzig. Als sie für einen Kopfhörertest ein weißes Gerät untersuchten, bei dem es sich angeblich um ein Modell der Marke „Beats by Dr. Dre Solo HD“ handeln sollte, stolperten sie offensichtlich über ein Plagiat. Gleich mehrere Dinge sprechen dafür.

Zum einen klangen die beiden Tonkanäle sehr unterschiedlich, die rechte Seite war offensichtlich defekt. Bei einem Gerät, das im Laden immerhin 150 Euro kosten soll, ist das doch eher ungewöhnlich. Zum anderen wog der Kopfhörer deutlich weniger als das Original. Das Kabel war kürzer und der Stecker mit einem anderen Design versehen. Das Informationsblatt mit den Garantiebestimmungen fehlte gleich ganz. Fragwürdig erschien auch das Aussehen des Logos auf den Transporttaschen, ragte doch das „B“ für Beats plötzlich heraus, während es sonst abgesenkt dargestellt wird.

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So schützen Sie sich

  • Verpackung genau ansehen

    Vergleichen Sie im Laden mehrere Verpackungen desselben Modells, ehe Sie einen Kopfhörer kaufen. Fragen Sie einen Verkäufer, ob er den Kopfhörer aus der Verpackung nehmen kann, damit Sie auch solche Merkmale überprüfen können, die nur am Gerät selbst oder am Zubehör einsehbar sind.

    Quelle: Stiftung Warentest

  • Im Fachhandel kaufen

    Auch wenn die Stiftung Warentest das verdächtige Modell im Fachhandel erworben hat, und folglich auch diese Quelle keine hundertprozentige Sicherheit bietet: Kaufen Sie möglichst im Fachhandel ein – allgemein sind die Chancen, ein Plagiat zu erwischen, dort geringer als etwa an Marktständen. Eine weitere Alternative: Bestellen Sie direkt über die Internetseite des Anbieters. Allerdings können die Geräte dort im Einzelfall teurer sein als im Laden.

Insgesamt stießen die Warentest-Mitarbeiter auf mehr als 60 Merkmale, die für ein Plagiat sprechen. Auf Nachfrage meldete sich ein Beats-Mitarbeiter bei der Stiftung per Email und schrieb: „Aufgrund der genannten Merkmale muss ich davon ausgehen, dass es sich bei dem Produkt um ein Plagiat handelt.“ Auch bei einem persönlichen Besuch eines Mitarbeiters soll dann mündlich bestätigt worden sein, dass es sich bei den Modellen um eine Nachahmung handelt.

Erstaunlicherweise hieß es in einer späteren Mail des Unternehmens an die Stiftung Warentest: „Zum von Ihnen angesprochenen Plagiatsverdacht kann ich mich nicht äußern.“ Die Stiftung bemängelt das Vorgehen von Beats. Schließlich müsse das Unternehmen doch selbst ein Interesse daran haben, seine Kunden vor Plagiaten zu schützen.

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Erstanden wurde der vermeintliche Beats-Kopfhörer in einer Conrad-Filiale in Berlin. Der Einzelhändler erklärte nach dem Vorfall: „Grundsätzlich werden natürlich alle Artikel vor Aufnahme in unser Sortiment nach speziellen Produktprüfplänen umfangreich getestet. Durch ständigen Kontakt zu unseren Lieferanten (u.a. Lieferantenbewertungssystem) sowie durch Überwachung, Kontrollen und Fehleranalysen stellen wir sicher, dass die Qualität unserer Artikel erhalten bzw. gegebenenfalls verbessert wird.“

Conrad teilte zudem mit, dass die betroffenen Kopfhörer sowohl für die Filialen als auch für den Versand gesperrt würden, „um den kompletten Lagerbestand anhand der Prüfkriterien nochmals untersuchen zu können.“

Kunden, die ein Plagiat erworben haben, müssen sich an den Verkäufer wenden, rät die Stiftung Warentest. Der Verkäufer ist in der Pflicht und muss korrekte Ware liefern oder eine Preisminderung akzeptieren.

Kann er keine korrekte Ware liefern, müssen die ursprünglich verkauften Kopfhörer zurückgenommen und das Geld erstattet werden.

Natürlich ist es auch sinnvoll, den Hersteller zu informieren. Rechte gegen ihn haben Kunden aber nicht. 

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