Sun Shubao: Haier-Generaldirektor setzt auf durchsichtige Fernseher

InterviewSun Shubao: Haier-Generaldirektor setzt auf durchsichtige Fernseher

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Sun Shubao, Generaldirektor bei Haier, im Interview mit der WirtschaftsWoche

von Thomas Kuhn

Der Generaldirektor des Hausgeräteriesen Haier, Sun Shubao, über durchsichtige Fernseher, deutsches Know-how und warum aus asiatischer Sicht der Produktionsstandort Europa sonderbar erscheint.

WirtschaftsWoche: Herr Sun, Waren made in China gelten als funktional und billig, aber nicht als innovativ. Trotzdem will Haier 2015 einer der Top-5-Hausgerätehersteller in Europa sein. Wie wollen Sie das gegen Marken wie Miele, Siemens oder AEG erreichen?

Sun Shubao: Sicher nicht mit einer Billigstrategie. Haier ist nicht nur nach Stückzahlen weltweit Nummer eins unter allen Hausgerätemarken. Wir sind auch hoch innovativ und stecken rund 60 Millionen Dollar pro Jahr in Forschung und Entwicklung. Das sind etwa vier Prozent unseres Umsatzes. Im Jahr 2010 haben wir mehr als 3.000 Patente eingereicht. Technologisch sind wir absolut konkurrenzfähig.

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Das behauptet jeder.

Mag sein, aber wir haben etwa Fernseher entwickelt, die vom TV-Signal bis zum Stromanschluss ganz ohne Kabel funktionieren. Ob Videobild oder Energie, alles wird drahtlos übertragen. Andere besitzen durchsichtige Displays, deren Bilder erst beim Einschalten sichtbar werden.

Können wir die Geräte schon kaufen?

Die drahtlosen Fernseher gibt es in China bereits. Andere Innovationen verkaufen wir schon international. Wie etwa Waschmaschinen, die dank antimikrobieller Beschichtung Kleidung sauberer machen, ohne mehr Chemie zu brauchen. Andere Maschinen arbeiten bei geringer Verschmutzung ganz ohne Waschmittel, weil sie das Wasser elektrochemisch vorbehandeln und so Schmutz lösen. Und bei neuen Kühl-Gefrier-Kombinationen liegen die Waren in von außen zugänglichen Schubladen. So geht beim Öffnen weniger Kälte verloren.

Glauben Sie, das reicht, um den allgegenwärtigen China-Malus zu kompensieren?

Wir müssen nichts kompensieren. Wir haben zwar weder Klang noch Image von Miele & Co. Aber weil Haier europäisch klingt, werden wir nicht als chinesischer Anbieter wahrgenommen. Es ist ohnehin ein schwerer Irrtum, dass made in China noch für Billigkram steht. Ob iPhone oder High-End-Fernseher, jede Menge innovativer Unterhaltungs- oder Computertechnik wird in China gebaut oder entwickelt. Nur prangt darauf oft nicht der Herstellername, sondern das Markenlogo des Verkäufers.

Welche Markenstrategie verfolgen Sie?

Wir wollen Haier als Marke positionieren, die guten Wert fürs Geld bringt. Damit gewinnen wir kaum Miele-Käufer. Aber sicher junge Kundengruppen, die sich in sozialen Netzen informieren.

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