Trennungsangst: Nicht ohne meine iPhone!

Trennungsangst: Nicht ohne meine iPhone!

Wer ein iPhone besitzt, liebt es sehr - mit weitreichenden Folgen: Eine Studie bescheinigt Apple-Jüngern Angstzustände, wenn sie ihr Handy nicht griffbereit haben, inklusive Herzrasen und Bluthochdruck.

Wir hören unser Handy klingeln, obwohl es gar nicht läutet. Manch einer verspürt gar Phantom-Brummen in der Hosentasche von vermeintlichem Vibrationsalarm, auch wenn das Smartphone auf dem Nachttischchen liegt. Schlimmer scheint das alles noch bei iPhone-Nutzern zu sein: Sie mögen ihr Telefon gar nicht mehr ablegen. Und wenn doch, so plagt sie schrecklicher Trennungsschmerz.

Eine Studie der Universität von Missouri zeigt, dass Besitzer eines iPhones besonders stark an ihrem Gerät hängen. Die Untersuchung zeigt, dass die Trennung vom Smartphone ernste psychologische und körperliche Auswirkungen hat. Ihr klingelndes Handy nicht griffbereit zu haben hatte bei den Probanden sogar Auswirkungen auf ihre geistige Leistungsfähigkeit in Tests.

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Die Evolution des iPhones

  • iPhone - die erste Generation

    Mit seinem leicht bedienbaren Touchscreen revolutionierte das iPhone die Handybranche. Dabei waren die technischen Daten der ersten Generation noch recht bescheiden: Der Prozessor leistete nur 667 Megahertz, der Arbeitsspeicher war nur 128 Megabyte groß. Den Datenfunk UMTS unterstützte die erste Generation nicht. Trotzdem wurde das Gerät ein riesiger Erfolg.

  • iPhone 3G

    Das zweite Gerät der iPhone-Reihe, vorgestellt im Juni 2008, brachte einige wesentliche Änderungen. Zum einen überarbeitete Apple das Design gründlich. Zum anderen unterstützte das Gerät den Datenfunk UMTS sowie den Datenturbo HSDPA.

  • iPhone 3GS

    Ein Jahr später stellte Apple das iPhone 3GS vor. Am Design änderte sich nichts, allerdings stattete der Hersteller das Gerät mit einem besseren Prozessor und einem größeren Speicher aus. Das suggeriert auch der Name: Das S steht für „Speed“. Zudem war eine Kamera mit 3 Megapixel Auflösung an Bord.

  • iPhone 4

    Mit der vierten Generation, präsentiert im Juni 2010, wagte Apple wieder ein neues Design: Das Gehäuse war kantiger und aus Edelstahl. Zudem verbaute der Hersteller ein Display mit höherer Auflösung. Auch der Prozessor war leistungsfähiger als beim Vorgänger. Der Ansturm auf das Gerät war gewaltig.

  • iPhone 4S

    Äußerlich unterschied sich das iPhone 4S kaum von seinem Vorgänger, das Design blieb weitgehend gleich. Schlagzeilen machte vor allem der persönliche sprachgesteuerte Assistent Siri, der zunächst nur auf dem 4S lief, später aber auch auf anderen iPhone-Modellen. Siri kann Fragen beantworten oder Kommandos ausführen. Die Kamera des iPhone 4S hatte eine Auflösung von 8 Megapixel.

  • iPhone 5

    Das sechste und aktuelle Gerät der Reihe heißt iPhone 5. Es ist etwas länger, aber gleichzeitig dünner als das Vorgängermodell – dadurch ergibt sich ein neues Seitenverhältnis von 16:9. Die 8-Megapixel-Kamera kann Aufnahmen in HD anfertigen. Ein neuer Prozessor soll für mehr Tempo sorgen. In die Kritik geriet Apple, weil vor allem an der schwarzen Variante schnell Abnutzungserscheinungen zu sehen waren. Mit dem iPhone 5 führte Apple auch iOS 6 ein, die neue Version des Betriebssystems, die den vielkritisierten Kartendienst Maps enthält.

  • iPhone 5C und 5S

    Das iPhone 5C und das iPhone 5S waren die Modelle sieben und acht. Das 5C ist die etwas günstigere Variante: Weitgehend ausgestattet wie das iPhone 5, hat es aber ein Gehäuse aus buntem Plastik. Das 5S hat unter anderem einen doppelt so schnellen Chip, eine bessere Kamera und einen Fingerabdrucksensor zur Entsperrung des Gerätes.

  • iPhone 6 und iPhone 6 Plus

    Die sichtbarste Neuerung bei der jüngsten iPhone-Generation sind die Maße: iPhone 6 und iPhone 6 Plus sind mit 4,7 beziehungsweise 5,5 Zoll deutlich größer als die Vorgänger. Damit reagiert Apple auf den Boom der Phablets, also der übergroßen Smartphones. Die Geräte unterstützen den Bezahldienst Apple Pay, der über den Nahfunkstandard NFC Daten überträgt.

  • iPhone 6S

    Mit dem iPhone 6S setzte Apple das Tick-Tock-Prinzip fort: In einem Jahr kommt das "große" Update mit einer neuen Zahl, im Folgejahr werden vor allem Details wie Rechnerleistung, Speicher oder die Kamera verbessert – am Design selbst ändert sich wenig.

  • iPhone SE

    Nachdem das iPhone 5C mit seinem billigen Kunststoff-Design als Einstiegsvariante wenig erfolgreich war, hat Apple im Frühjahr 2016 einen neuen Ansatz für das Low-Budget-Smartphone gewagt: Das iPhone SE kombiniert die Optik des iPhone 5S (mit dem kleineren Display) mit der besseren Technik des iPhone 6S. Da auf Details wie eine teure Front-Kamera, die modernste Variante des Fingerabdrucksensors oder das Force-Touch-Display verzichtet wurde, konnte es zum Budget-Preis angeboten werden.

Für ihre Studie ließen die Forscher iPhone-Nutzer in dem Glauben, einen neuen, kabellosen Blutdruckmesser testen zu wollen, der die Gesundheitsdaten per Bluetooth übermittelt. Den Probanden wurde nach dem Anlegen der Manschette ein Wortsuchrätsel vorgelegt, das sie lösen sollten. Ihr Smartphone durften sie bei sich behalten. Während des Tests wurden Blutdruck und Herzschlag überwacht. Anschließend sollten die Testpersonen berichten, ob sie sich während des Tests ängstlich oder unwohl fühlten.

Im zweiten Schritt wurde den Testpersonen mitgeteilt, dass ihr Handy leider die Datenübertragung des Bluetooth-Pulsmessers störe, und sie es daher abgeben müssten. Mit ihrem Smartphone in einer fernen Ecke des Raumes sollten die Probanden ein weiteres Wortsuchrätsel absolvieren. Während sie mit dem Rätsel beschäftigt waren, riefen die Forscher auf dem iPhone des Probanden an - es klingelte und klingelte, blieb für die Besitzer aber unerreichbar. Im Anschluss sollten sie wieder berichten, wie wohl oder unwohl sie sich fühlten.

In der Auswertung zeigte sich, dass Angst, Herzschlagrate und Blutdruck der iPhone-Nutzer in der zweiten Testphase signifikant anstiegen. Zusätzlich schnitten die Probanden beim Lösen des Rätsels deutlich schlechter ab.

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Die Forscher schlussfolgern, dass das iPhone für die Besitzer zu einer Art "erweitertem Ich" geworden ist. Die Trennung vom Smartphone kann die geistige Leistungsfähigkeit deutlich herabsetzen und führt zu erheblichem körperlichem Stress. Wer wichtige Aufgaben zu erledigen habe, also etwa vor Tests, Meetings oder ähnlichen Ereignissen stehe, die viel Aufmerksamkeit erfordern, sollte vermeiden sein Smartphone nicht greifbar zu haben - andernfalls könne die Leistung deutlich abfallen.

Die Studie "The Extended iSelf: The Impact of iPhone Separation on Cognition, Emotion, and Physiology" wurde im "Journal of Computer-Mediated Communication" veröffentlicht und mit dem Top Paper Award ausgezeichnet. Sie ist >>hier online frei zugänglich.

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