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kolumne Valley Talk: Die Renaissance der Hardware

Kolumne von Matthias Hohensee

Warum Internet-Giganten wie Google, Amazon und Facebook ihre Liebe für eigene Hardware entdecken.

Nokia Lumia 800/900 - Hoffnungsträger
Nokia geht es schon länger nicht mehr gut, deshalb ruht alle Hoffnung auf dem Lumia 900. Das Smartphone ist bereits seit einigen Monaten in den USA zu haben und dort auch ganz erfolgreich. Jetzt gibt es das neue Smartphone mit Windows Phone 7 Betriebssystem auch in Deutschland. Das Gerät soll eine Trendwende für den ehemaligen Handy-Weltmarktführer bringen.

Die aus Polycarbonat-Blöcken gefrästen und mit Unibody-Gehäusen versehenen Telefone glänzen mit erstklassigen OLED-Displays von 3,7 und 4,3 Zoll Diagonale sowie je 800x480 Pixeln Auflösung. Auch die Acht-Megapixel-Kameras sind standesgemäß. Während das Modell 800 für UMTS-Netze ausgelegt ist, bringt das Lumia 900 bereits einen LTE-Chip für die nächste Funkgeneration mit. Theoretisch sind darin Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit pro Sekunde möglich. Nokia nennt für das zunächst nur im US-Netz von AT&T verfügbare Modell 900 ein maximales Download-Tempo von 50 Mbit/Sekunde.

Technik, Preis:
Windows Phone 7.5
9,4- (L 800) bzw. 11-Zentimeter-Display (L 900)
800x480 Bildpunkte
Acht-Megapixel-Kamera
Preis: rund 400 Euro (Lumia 800, ohne Vertrag) beziehungsweise ab 495 Euro (Lumia 900)

Bild: REUTERS

Das Geschäft mit Unterhaltungselektronik- und Computerhardware hatte eigentlich seinen Glanz verloren. Die Margen wurden dünner, die Entwicklungskosten stiegen und der Geschmack der Kunden änderte sich immer schneller. Viele stiegen daher aus. IBM verabschiedete sich 2004 aus dem Geschäft mit PCs und Notebooks; Hewlett-Packard, der größte PC-Anbieter, hatte auch nicht viel Freude an seinem Privatkundengeschäft und blies eine große Offensive bei Smartphones und Tablets wieder ab.

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Sony und Panasonic wiederum bezeichnen es heute als Fehler, zu stark und lange auf Flachbild-Fernseher gesetzt zu haben; und der Handypionier Nokia und der Blackberry-Schöpfer Research in Motion stehen gar am Rande des Bankrotts.

Einzige Ausnahmen sind Apple und Samsung, die sich erfolgreich als Premiumhersteller etablieren konnten.

Doch nun ist an der US-Westküste eine Renaissance der Hardware zu beobachten: Google stellt sich mit dem Kauf von Motorola als Hardwareanbieter auf und will mit Tablets, Notebooks und Smartphones bei seinen Nutzern punkten. Jeff Bezos, Gründer des Online-Händlers und Dienstleisters Amazon, bereitet eine Neuauflage seines Kindle Fire Tablets vor und erwägt sogar den Einstieg ins Smartphone-Geschäft. Auch Facebook finanziert ein Team, das den Bau eines eigenen Handys durchspielt und mit chinesischen Fertigern über Konditionen verhandelt.

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Unternehmen streben nach Kontrolle

Microsoft wiederum – so mutmaßen Experten – könnte eine stärkere finanzielle Beteiligung bei seinem angeschlagenen Allianzpartner Nokia erwägen. Zudem könnte der Softwarekonzern, der vor wenigen Wochen einen selbst entwickelten Tablet-PC präsentierte, sogar zusätzlich noch den Blackberry-Produzenten Research in Motion schlucken.

Und selbst die Web-Auktionsplattform Ebay lässt seit Kurzem Hardware produzieren – ein Kreditkartenlesegerät für seinen Online-Bezahldienstleister Paypal.

Die Renaissance der Hardware wird nicht etwa davon ausgelöst, dass das Geschäft mit den Geräten plötzlich attraktiver geworden wäre. Es geht vielmehr um Kontrolle: Die Unternehmen wollen nicht nur ihr Gesamtprodukt – wie Apple – attraktiver und leichter bedienbar machen, indem sie Hard- und Software aus einer Hand bieten.

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