ThemaComputerspiele

alles zum Thema
_

Videospielhersteller Bigpoint: Ein Hamburger will die USA erobern

von Oliver Voß

Die Hamburger Computerspielefirma Bigpoint ist einer der größten Hersteller von Spielen, die man kostenlos im Internet spielen kann. Der Bigpoint-Chef und Gründer Heiko Hubertz geht nun in die USA. Im Interview erklärt er, wie er den dortigen Markt erobern will und mit der neuen Konkurrenz von Spielen bei Facebook umgeht.

Heiko Hubertz, Gründer von Bigpoint
Heiko Hubertz, Gründer von Bigpoint

WirtschaftsWoche: Haben Sie denn ihre Koffer schon gepackt, Herr Hubertz?

Anzeige

Heiko Hubertz: (lacht) Nein, aber viele Einkäufe erledigt, ich muss ja bald zwei Hausstände führen. Am Montag um 11 Uhr geht mein Flieger nach San Francisco, dann geht es los. 

Wie wichtig ist das US-Geschäft für Bigpoint?

Wir erzielen schon 80 Prozent unseres Umsatzes außerhalb von Deutschland und einen signifikanten Anteil davon in den USA. Die Staaten gehören jedoch nicht zu den fünf wichtigsten Ländern, von der Größe des Marktes müssten sie das aber.

Wie schnell wollen sie das ändern?

Ende 2011 sollen die USA der größte Markt für Bigpoint sein. Außerdem wollen wir es schaffen, als erster deutscher Spielehersteller in den USA richtig erfolgreich zu sein.

Sie haben schon ein Büro in New York, was soll sich durch die Dependance in San Francisco ändern?

Bislang haben wir uns dort vor allem um Marketing und Kooperationen gekümmert. In San Francisco wollen wir direkt Spiele entwickeln, denn unsere Spiele sehen bisher sehr europäisch aus und damit ist es schwer, in den USA durchzustarten.

Wie sieht denn ein typisch europäisches Spiel aus?

Hier sind weiterhin Strategiespiele angesagt, bei denen man sich langsam sein Imperium aufbaut und es länger dauert, bis man seine Gegner angreift. Amerikaner wollen dagegen mehr Action, Autorennen, Shooter oder Sportspiele. Da muss es sofort losgehen.

Was für Spiele wollen Sie in San Francisco entwickeln?

Das erste wird ein Science-Fiction-Spiel sein, mehr kann ich noch nicht verraten. 

In Deutschland gibt es auch weniger Programmierer für Spiele, hat das auch eine Rolle bei ihrer Entscheidung gespielt?

Ja, denn es ist in der Tat schwer, gute Entwickler zu bekommen, gerade in Hamburg. Wir haben weiter 100 offene Stellen für die wir händeringend Leute suchen, doch wir finden sie einfach nicht.

Konkurrenz durch Farmville&Co.?

In letzter Zeit boomen Spiele in Sozialen Netzwerken, wie Farmville bei Facebook. Graben die Ihnen das Wasser ab?

Nein, das ist ein ganz anderer Ansatz. Ohne die Mechanismen der sozialen Netzwerke würden diese Spiele nicht funktionieren. Unsere Spiele stehen dagegen für sich allein.

Außerdem ist das eine andere Größenordnung. Playfish, einer der großen Entwickler dieser Spiele, den Electronic Arts gekauft hat, macht weniger Umsatz als wir.

Aber der Farmeville-Erfinder Zynga erzielt mit geschätzten Einnahmen von 200 bis 250 Millionen Dollar bei Facebook schon mehr Umsatz als Bigpoint.

Ja, ich muß zugeben, dass Zynga das sehr gut macht. Doch wir bringen auch Spiele in die sozialen Netzwerke.

Zu diesem Artikel
3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.02.2011, 12:50 UhrAnonymer Benutzer: Bigpoint betrügt

    Der angebliche Gratisspielspass kann sich sehr schnell zur Kostenfalle für den User entwickeln.
    Weiters versprechen viele Spiele Von bigpoint Quartals und Monatsgewinne.
    Mit diesen Gewinnen lockt man Kunden um dass bigpoint noch mehr verdiehnt.
    z.b

    http://gangsofcrime.de wirbt mit folgenden Text:

    Gangs of Crime - Das etwas andere Familienspiel

    # Werde zum größten Gangster-boss in diesem spannenden Strategiespiel
    # Spiele mit und gegen tausende echte Mitspieler
    # Einfach online mitspielen: Ohne Download oder installation
    # Erlebe Spielspaß vom Feinsten und kämpfe um bis zu 10.000 €

    nach dem neueröffnen eines Kontos gibt es dann eine Rubrik "Gewinne"
    dort werden dann noch zusätzlich bis 500 Euro Monatsgewinn versprochen.

    Man muss erst in das Forum gehen um feststellen zu können, dass es gar keine Gewinne gibt.
    Diese Art ist schlichtweg bETRUG

  • 19.06.2010, 17:59 UhrAnonymer Benutzer: Marco

    von miraus kann bigpoint auch zu machen oder zumindest ganz aus deutschland raus ;)
    denn die spiele sind schon lange nicht mehr so kostenlos wie sie beschrieben werden, wer spass haben wil, muss banken und das im großen stiel!
    da ists meistens mit 300€ nicht getan

    es wird kaum auf die user eingegangen und der support ist auch schlecht.

    ich schätze eher, dass die leute in den USA mehr geld ausgeben als wir deutschen

    mfg

  • 19.06.2010, 16:00 UhrAnonymer Benutzer: Sascha

    ich war Jahrelang Spieler eines Spieles der Firma bigpoint, bis dort "Aufgeräumt" wurde und Kunden die in kostenlose Spiele mehrere Tausende Euro gesteckt haben mit fadenscheinigen begründungen einfach vor die Tür gesetzt wurden.
    Dies geschah in Deutschland sowie auch vielen anderen Ländern in denen bigpoint seine Spiele anbietet.
    Mehrere Tausend Kunden mit gesammtinvestitionen in 6-7 stelliger Summe, in sogenannte kostenlose Spiele um ihr Geld gebracht, einige klagten gegen bigpoint und erhielten Recht, wie auch zu erwarten war. Da das gross der Kundschaft und die Zielgruppe jedoch Minderjährige sind, welche selten einen Anwalt bemühen um gegen das gesetzeswiedrige Verhalten der Firma vorzugehen, waren die restriktionen für die Firma bigpoint mit geringen Einbussen und kaum beachtetem schlechtem image bei allen Verbraucherzentralen die eh kaum einen "Zocker" interressieren, nur Unmerklich zu spühren, was sich jedoch bei den Klagefreudigen Amerikanern ändern dürfte.
    Fehler im Spiel, irreführende Werbung, unbegründete bestrafungen und Accountsperren, etc werden in den Staaten anders bestraft als in good old germany, die Frage stellt sich ob das auch dem Gründer der Firma bewusst ist.
    Zumindest sollte er etwas mehr in Programmier-, Rechts- sowie Support- Abteilung investieren denn das sind die Hauptschwachpunkte der Firma bigpoint, ihr grosses Plus sind die Marketingabteilung sowie das auch unter Vitamin-b bekannte Phenomen das fehlerhafte Produkte weit nach vorne kommen.

    Grüsse und alles beste in den USA

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Die Geldklammer - Gastbeitrag von Frank Dopheide zur Serie "Aussterbende Insignien der Macht"
Die Geldklammer - Gastbeitrag von Frank Dopheide zur Serie "Aussterbende Insignien der Macht"

Teil 8 – Die silberne Geldklammer. Geld regiert die Welt, das war so und das bleibt so. Nur das Geld verändert seine...

Wirtschaftswoche

Inhalt

Abo

eMagazin

iPad

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.