Virtual Reality: Warum die Branche auf neuartige Filme setzt

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Virtual Reality: Warum die Branche auf neuartige Filme setzt

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Erobert Virtual Reality das Kino der Zukunft?

von Andreas Menn

Hollywood entwickelt das Kino der Zukunft: Videos, in denen sich der Zuschauer bewegen kann. Es soll sich bald wie Beamen anfühlen.

Es ist kurz vor Sonnenuntergang auf dem Mars, und Buzz Aldrin ist ganz in seinem Element. In beiger Fliegerjacke steht der Apollo-Astronaut im roten Sand, hinter ihm erheben sich Gewächshäuser und Wohnkapseln, und Aldrin plaudert darüber, warum die Menschen eine Kolonie auf dem Nachbarplaneten bauen sollten. Das Ganze ist natürlich nur ein Film, die Marssiedlung eine Computeranimation. Das Besondere an „Cycling Pathways to Mars“: Der Zuschauer kann sich durch das Video bewegen wie durch einen echten Raum, eine Virtual-Reality-Brille macht das möglich.

Hinter dem neuen Clip steht das Start-up 8i aus Neuseeland. Die Filmemacher luden Raumfahrtlegende Aldrin, der 1969 zum Mond flog, in ein Studio, filmten ihn mit einer Vielzahl von Kameras aus allen Perspektiven und setzten die Aufnahmen zu einem lebensechten Hologramm zusammen. Kombiniert mit Computergrafiken, erschufen die Gründer eine Science-Fiction-Welt, die die Grenzen der Kinoleinwand sprengt.

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Vielleicht ist es der Beginn einer ganz neuen Mediengattung. 2009 zeigte Hollywood mit dem Film „Avatar“, wie wuchtig Kinofilme wirken können, wenn sie mit 3-D-Kameras gefilmt werden. Und seit gut zwei Jahren kann jedermann mit 360-Grad-Kameras eine Szene in alle Richtungen filmen. Beide Techniken haben aber eine Beschränkung: Der Zuschauer kann sich, wenn er sich die Filme ansieht, nicht vom Fleck bewegen. Genau das sollen volumetrische Videos – so heißt das neue Genre – ändern. Zum ersten Mal werden Filme damit genauso interaktiv begehbar wie 3-D-Computerspiele.

Virtuelle Realität Google will aus dem „Tal der Enttäuschung“

Vor einigen Monaten standen Fans noch Schlange, um eine Virtual-Reality-Brille zu ergattern. Inzwischen ist der Hype deutlich abgekühlt. Das hindert Google nicht daran, seine VR-Pläne voranzutreiben.

VR-Brillen Quelle: AP

Der Medienkonzern Time Warner ist von der Technik so begeistert, dass er kürzlich zusammen mit anderen Investoren 27 Millionen Dollar in 8i gesteckt hat. Und das US-Start-up Lytro, das an einer Spezialkamera für volumetrische Videos arbeitet, hat insgesamt 210 Millionen Dollar Wagniskapital eingesammelt. Sogar Konzerne wie Microsoft, Facebook, Intel und Sony investieren jetzt massiv in Kameras und Software, um die Welt in räumlicher Tiefe einzufangen.

Künftig begegnen wir Filmstars, Sportlern und Starmusikern als Hologrammen – und beamen uns an Orte, an denen wir noch nie waren oder die es so real gar nicht gibt.

Hochleistungscomputer und Lasersensor

Die Forscher experimentieren noch mit verschiedenen Technologien, um volumetrische Videos zu produzieren: 8i oder Microsoft verschmelzen am Rechner verschiedene Kameraperspektiven, um ein dreidimensionales Video von Menschen oder Gegenständen zu erzeugen. Das Start-up HypeVR dagegen kombiniert 14 hochauflösende Kameras mit einem Lasersensor, wie er auch in selbstfahrenden Autos steckt, um die Umgebung zu vermessen. Und Lytro setzt auf die Lichtfeldtechnologie: Dabei fängt ein Gitter aus optischen Linsen Lichtstrahlen aus verschiedenen Richtungen auf. Ein Computerprogramm kann aus den Informationen rekonstruieren, wo sich Gegenstände und Menschen im Raum befinden.

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