
Momentan herrscht eine merkwürdige Stimmung in der sonst so aktiven Apple-Gerücheküche. Es scheint so, als habe der Elektronikkonzern alles auf den Markt gebracht, worüber in den letzten Monaten heiß diskutiert wurde - sei es nun das überarbeitete iPhone 5, das geschrumpfte iPad mini oder das neue kleine MacBook Pro mit hochauflösendem "Retina"-Bildschirm. Kein Wunder, dass Analysten und IT-Orakel mittlerweile schon über Geräte spekulieren, die vermutlich erst in einem Jahr auf den Markt kommen.
Einzig der Apple-Fernseher, seit gefühlten Urzeiten ein digitales Phantom, scheint auf der Liste des Unternehmens noch offen zu sein. Da wundert es nicht, dass der seit etwas mehr als einem Jahr amtierende neue Firmenchef Tim Cook in seinem ansonsten eher lauen ersten TV-Interview betonte, das Thema sei für Apple von "intensivem Interesse".
Bild: dapdStrahlend trat Tim Cook am Dienstagabend vor das Publikum in San Jose. Er stellte eine ganze Parade von Neuheiten vor - darunter auch das iPad mini, um das sich zuvor schon wilde Spekulationen rankten.
Bild: REUTERSDas neue iPad mini ist wie ein iPad 2. Nur geschrumpft. Es ist 7,2 Millimeter dünn und hat eine Bildschirmdiagonale von 7,9 Zoll (rund 20 Zentimeter). Es ist zwar größer als die Tablets der Wettbewerber im Taschenformat, wiegt aber gerade einmal 300 Gramm. Die Auflösung liegt bei 1024 mal 768 Pixeln, wie beim iPad 2. Das iPad mini beherrscht auf breiter Front LTE-Netze. Alle Apps funktionieren auch auf dem iPad mini.
Bild: dapdDass nicht Tim Cook, sondern Marketingchef Phil Schiller das iPad vorstellte, war nicht die einzige Überraschung des Abends. Denn neben dem bereits erwarteten iPad mini kommt auch schon eine überarbeitete Version des großen iPad - und das gerade einmal ein halbes Jahr, nachdem das iPad 3 vorgestellt worden war.
Bild: dapdDas iPad 4 ist ausgestattet mit einem neuen Chip vom Typ A6X und hat dadurch zwei Mal so viel Leistung wie das iPad 3. Es verfügt zudem unter anderem über eine schnellere WLAN-Verbindung und zehn Stunden Akku-Laufzeit.
Bild: dapdErste Bestellungen können laut Schiller ab kommenden Freitag aufgegeben werden, im Handel soll das neue Aushängeschild der Apple-Tablet-Sparte ab 2. November erhältlich sein; es soll ab 329 Dollar (circa 250 Euro) zu haben sein. Zum Vergleich: Das iPad 2 von 2011 kostet derzeit in den USA 399 Dollar (rund 300 Euro).
Bild: dapdDie Preise der neuen iPads im Überblick:
329 Dollar für 16 GB mit Wifi
429 Dollar für 32 GB mit Wifi
529 Dollar für 64 GB mit Wifi
459 Dollar für 16 GB mit Wifi und 3G/LTE
559 Dollar für 32 GB mit Wifi und 3G/LTE
659 Dollar für 64 GB mit Wifi und 3G/LTE
Bild: REUTERSDer Einführung eines kleinen Tablets war offenbar ein längerer firmeninterner Konflikt vorausgegangen. Vor allem der verstorbene Unternehmensgründer Steve Jobs soll der Idee lange ablehnend gegenüber gestanden haben.
Bild: dapdSchlanker und leistungsfähiger fällt auch die neue Version des iMacs aus. "Das ist der schönste Mac, den wir jemals gemacht haben", sagte Schiller bei der Präsentation. Der iMac sehe aus wie ein extrem dünner Monitor, "doch darin ist ein ganzer Computer".
Bild: REUTERSDas Gerät soll im November auf den Markt kommen und kostet je nach Größe zwischen 1.299 Dollar (rund 1.000 Euro) und 1.799 Dollar (knapp 1.400 Euro).
Bild: dapdEine neue Version des MacBook Pro kommt mit einer Bildschirmdiagonale von 33 Zentimetern und einem sogenannten Retina-Display.
Strahlend trat Tim Cook am Dienstagabend vor das Publikum in San Jose. Er stellte eine ganze Parade von Neuheiten vor - darunter auch das iPad mini, um das sich zuvor schon wilde Spekulationen rankten.
Die Gelddruckmaschinen laufen weiter
Man kann ein wenig das Gefühl bekommen, als habe Apple mittlerweile die Liste abgearbeitet, die der große Steve Jobs vor seinem Tod hinterlassen hatte. Die regulären Gelddruckmaschinen wie iPad, iPhone und die verschiedenen Mac-Modelle laufen einfach weiter. Bei den iPhones gibt es einen ungefähren Zweijahresrhythmus: Jedes Jahr kommt zwar ein neues Modell, doch nur alle zwei ein komplett überarbeitetes Gerät (siehe iPhone 3G/3GS, iPhone 4/4S, iPhone 5/...). Beim iPad pendelt sich ein ähnliches Vorgehen ein, ergänzt um das neue mini-Modell. Beim Mac bleibt es bei den Grundgerätelinien wie iMac, Mac mini, Mac Pro, MacBook Pro und MacBook Air. Sie werden regelmäßig mit neuen Chips ausgestattet, dünner gemacht, mit hochauflösenden Bildschirmen versehen. Das gute, alte iPod-Geschäft läuft als profitables Zubrot nebenher, die Multimedia-Box Apple TV gilt dem Unternehmen nach wie vor als "Hobby".
Es ist nicht so, dass diese Strategie eine Erfindung von Tim Cook wäre. Apple war immer schon das Unternehmen der ständigen Iterationen, auch schon unter Steve Jobs. Man baute Funktionen erst ein, wenn sie dem Unternehmen "rund" erschienen. Fragen Sie einmal einen Mac-Fan, der enttäuscht aus der jüngsten Apple-Präsentation läuft. Irgendwas war immer offen. "Warum hat Apple USB 3.0 immer noch nicht eingebaut?", hieß es dann beispielsweise vor zwei Jahren. Mittlerweile stecken die entsprechenden High-Speed-Schnittstellen in den Geräten. Auch die Software-Seite ist ein ständiges Weiterentwickeln, betrifft es nun die Betriebssysteme Mac OS X oder iOS, den Online-Laden iTunes oder die zahlreichen Anwendungen, die Apple zusätzlich verkauft.
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