Von Nullen und Einsen: Die Qual der E-Book-Reader-Auswahl

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Das Angebot an günstigen Lesegeräten für elektronische Bücher ist mittlerweile unüberschaubar, unterschiedliche Technologien und Kopierschutzformate erschweren die Auswahl. Fünf Tipps, damit der Reader-Kauf nicht zum Flop wird.

Kolumne von Ben Schwan

Noch vor wenigen Jahren galten elektronische Bücher allein als Thema für Technikfreaks, während Otto Normalverbraucher nicht von Gedrucktem lassen wollte. E-Book-Bestseller und kostengünstige Lesegeräte haben die Situation mittlerweile umgedreht: Die Geräte werden Mainstream. wiwo.de-Technik-Kolumnist mit fünf Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene in einem dynamischen Markt.

1. Die Technik ist mittlerweile ausgereift.

E-Books gibt es schon erstaunlich lange. Bereits 1998 versuchten erste Firmen, die Technik in den Markt zu drücken. Wirklich geklappt hat das anfangs nicht. Der wirkliche Durchbruch kam mit Lesegeräten von Sony und etwas später vor allem von Amazon ab Herbst 2007. Die Preise sanken, das Angebot an Titel wuchs. Mittlerweile gibt es zahlreiche Bestseller, die mit sechs- und gar siebenstelligen Stückzahlen allein als digitale Edition aufwarten können. Und das ist nicht nur "50 Shades of Grey".

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Am populärsten bei den E-Book-Lesegeräten ist die E-Ink-Technik. Sie basiert auf elektronischer Tinte. Der Bildschirm besteht hierbei aus klitzekleinen Kügelchen, die sich elektrisch angeregt zu Buchstaben und Bildern zusammensetzen und in einem papierartigen Substrat sitzen. Der große Vorteil des Verfahrens: Hat das Display eine Seite einmal aufgebaut, muss kein Strom mehr fließen, das Bild bleibt stabil. Aus diesem Grund verbrauchen E-Book-Reader auch sehr wenig Energie und laufen oft mehrere Monate lang. Der Nachteil: E-Ink-Bildschirme tendieren zumeist vom Untergrund her leicht ins Graue, erinnern an einen Paperback. Neuere Geräte bieten allerdings einen verbesserten Kontrast. Zudem ist es mittlerweile möglich, E-Ink mit Touchscreens zu kombinieren: Man kann dann ein Lesegerät auch durch das Berühren des Bildschirms bedienen.

2. Unterschiedliche Kopierschutzformate machen Nutzern das Leben schwer.

Das sogenannte digitale Rechtemanagement (DRM) ist eine Qual für ehrliche Nutzer: Es sorgt dafür, dass sich einmal gekaufte E-Books nicht frei auf unterschiedliche Geräte kopieren lassen. Piraten wiederum kann es egal sein: Besorgen die sich Kopien, ist das DRM längst entfernt.

DRM sorgt dafür, dass man beispielsweise ein in Apples iBookstore gekauftes Werk nur auf iPhone, iPad oder iPod touch lesen kann. Amazon setzt ebenfalls auf DRM, hat aber zumindest Lese-Anwendungen für diverse Geräte, die nicht nur von Amazon selbst stammen. Andere Händler schützen ihre Titel mit dem Adobe-DRM-Format. Hier braucht man dann wieder ein passendes Lesegerät oder eine passende App. Entsprechend ist die Auswahl im jeweiligen Format bei der Kaufentscheidung von großer Bedeutung.

Wer E-Books kauft, muss sich außerdem bewusst sein, dass er in den meisten Fällen keine Eigentumsrechte an den digitalen Werken erhält, sondern nur eine Lizenz, die der Verkäufer je nach allgemeinen Geschäftsbedingungen sogar zurückziehen kann. So ist es beispielsweise nicht möglich, gekaufte E-Books weiterzuveräußern, wie man das von gedruckten Werken kennt.

Und es kommt auch immer wieder einmal zu Horrorgeschichten, wie ein Beispiel aus Skandinavien zeigt, das in den letzten Wochen die Runde machte. Eine Nutzerin bekam da von einem großen E-Book-Anbieter ohne großartige Begründung ihren Zugang gesperrt, weil dieser offenbar fälschlicherweise Betrug vermutete. Firmen sollen in solchen Fällen sogar E-Books nachträglich gelöscht haben.

Der Kopierschutz führt auch noch zu einem weiteren Problem: Falls der Anbieter eines Tages einmal aufgeben sollte und seine Server abdreht, ist es nicht mehr möglich, Einkäufe erneut zu "autorisieren", was beispielsweise notwendig ist, um sie auf einem neuen Gerät abzulegen. Entsprechend sollte man sich überlegen, zu einem Anbieter zu gehen, der zumindest einen Teil der verkauften Werke ohne DRM anbietet. Das Problem: Die wenigsten tun das bereits. Mit etwas Glück geht der Trend aber gegen den Kopierschutz. So werden im Musikbereich mittlerweile fast alle Online-Titel ganz ohne nerviges DRM veräußert.

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