Von Nullen und Einsen: Googles glänzender Chrome

kolumneVon Nullen und Einsen: Googles glänzender Chrome

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Sundar Pichai, Vizechef von Google Chrome, präsentierte auf der "Google I/O"-Konferenz auch eine iPhone- und iPad-Variante des Browsers

Kolumne von Ben Schwan

Seit nicht ganz vier Jahren hat der Suchmaschinenkonzern einen eigenen Browser im Angebot. Anfangs belächelt, verzeichnet Chrome mittlerweile Nutzerrekorde und bedroht sogar große Konkurrenten wie Firefox. Nun will Google auch mobil Gas geben - auf allen wichtigen Plattformen. Das könnte klappen.

Google bringt einen eigenen Browser auf den Markt? Als die Nachricht im September 2008 die Runde durch die Techszene machte, wurde der Online-Gigant zunächst mit viel Skepsis empfangen. Damals beherrschte Microsofts Internet Explorer den Markt, gefolgt von einem massiv erstarkten Mozilla Firefox. Apple hatte zudem mit Safari auf jedem Mac und jedem iPhone ein eigenes Web-Surfbrett am Start - und wer es ganz ausgefallen mochte, griff eben zum norwegischen Opera-Browser. Es schien, als ob es weder einen vorhandenen Bedarf noch irgendeinen vernünftigen wirtschaftlichen Grund für Google gab, sich in dieses überlaufene Geschäft zu begeben.

Und dann kamen auch gleich die Bedenken: Wie konnten Nutzer, die der größten Suchmaschine der Welt sowieso schon zu viele ihrer intimsten Gedanken anvertrauten, dem Unternehmen nun auch noch ihre Surf-Daten übermitteln? Und tatsächlich sorgte Chrome anfangs bei Datenschützern für Entsetzen. Die neue Suchleiste gab jedes eingetippte Zeichen sofort an die Konzernserver durch (um Suchvorschläge zu machen, wie sich herausstellte). Jeder Browser verfügte über eine eigene ID-Nummer (die sich abdrehen ließ). "Wir befürchten, dass Chrome nur ein weiteres gigantisches Förderband darstellt, über das private Informationen zu unserer Web-Nutzung in Googles Datenspeicher geschafft werden sollen", kommentierte die Netzbürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation. Und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnte vor den potenziellen Gefahren, die die Betaversion eines solchen neuartigen Browsers mit sich bringen könnte.

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Knapp hinter Firefox

Mittlerweile hat Google die vielen Chrome-Kritiker eines Besseren belehrt. Firefox schwächelt und passte seinen Entwicklungsprozess dem Internet-Konzern an, mittlerweile betreibt das Browser-Projekt sogar eine Form von Mimikry. In der weltweiten Browserstatistik nach NetMarketshare landet Chrome mit erstaunlichen 17,46 Prozent mittlerweile knapp hinter Firefox, in anderen Regionen wurde der einzige Branchenprimus bereits eingeholt. Nur Microsofts Internet Explorer hält sich dank seiner diversen parallel genutzten Versionen weltweit noch vorne. In Deutschland verdoppelte der Google-Browser seine Nutzerschaft innerhalb eines Jahres mal eben.

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