Von Nullen und Einsen: Wie 3-D-Drucker für Konflikte zwischen Bastlern und Juristen sorgen

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kolumneVon Nullen und Einsen: Wie 3-D-Drucker für Konflikte zwischen Bastlern und Juristen sorgen

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3-D-Drucker sind eine tolle Entwicklung, weil sie es Laien erlauben, anfassbare Objekte aus digitalen Daten zu schaffen. Allerdings kann die Technik schnell mit dem Urheberrecht kollidieren, wie Bastler in den USA lernen durften.

Kolumne von Ben Schwan

Es dürfte nur noch wenige Jahre dauern, bis sogenannte 3-D-Drucker auch bei Otto Normalverbraucher massenhaft stehen. Aber sie sind die Umsetzung eines alten Traums der Informationstechnik: Aus digitalen Daten werden greifbare Objekte zunehmend höherer Komplexität. Urheberanwälten schwant indes Schlimmes.

Sie befürchten neuartige Formen der Produktpiraterie. Erste Konflikte zwischen Bastlern und Rechtsabteilungen laufen bereits.

Eigentlich sieht sie eher unscheinbar aus, die Zukunft der Industrialisierung. Es sind kleine Kästchen, die an überdimensionierte Laserdrucker oder zu klein geratene Fotokopierer erinnern. Wenn sie laufen, kann es je nach Bauweise schon mal etwas lauter werden, schließlich führen die Geräte hier einen produzierenden Job aus. Von was die Rede ist? Von sogenannten 3-D-Drucker, die aus digitalen Daten anfassbare Gegenstände machen können.

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Dazu reicht es, sich aus dem Internet ein Modell herunterzuladen, das dann in die Druckersoftware gegeben wird. Anschließend geht es los: Mit verschiedenen Verfahren, bei denen entweder aus einem bestehenden Rohmaterialblock die nicht benötigten Teile weggefräst werden oder der Gegenstand Schicht für Schicht aufgebaut wird, entsteht ein Objekt. Und in diesem Segement vollzieht sich wirtschaftlich gesehen eine atemberaubende Entwicklung: Zahlte man vor 10 Jahren noch Hunderttausende für die Maschinen, kostet ein industrieller 3-D-Drucker mittlerweile deutlich weniger als ein Kleinwagen. Einstiegsgeräte sind schon ab unter 1.000 Euro zu haben. Wenn man sie sich selbst zusammenbaut, wird es sogar noch deutlich billiger.

Aller Anfang ist schwer

Die Technik ist natürlich noch keineswegs im Mainstream angekommen, weder die Drucker selbst noch die Software sind anfängertauglich. Aber das waren die frühen Heimcomputer ab Mitte der Siebzigerjahre ja auch nicht. Apples erste Maschine, der Apple I, bestand noch aus einer Platine, die man samt Tastatur selbst in ein Gehäuse einbauen musste. Ein paar Jahre später gab es den Macintosh mit Mausbedienung, den auch Einsteiger leicht beherrschen konnten.

Es spricht viel dafür, dass auch der Markt der 3-D-Drucker diesen Weg nehmen wird, weil die Technik schlicht so praktisch ist - mindestens so praktisch und interessant, wie früher Heimcomputer. In nicht all zu ferner Zukunft wird es uns möglich sein, ein Stück Hardware, das z.B. unserem Smartphone gerade fehlt, einfach in wenigen Minuten selbst herzustellen. Denkbar ist so ziemlich alles: Vom (anfangs sicher noch kleinen) Möbelstück über "von Hand" gefertigte Schmuckstücke bis zur Kleidung. Wozu man bislang noch Paketboten benötigte, wird digitalisiert: Aus dem nicht greifbaren Netzwerk, das die physische Welt zu seiner Manifestation benötigt, würde ein echtes Internet der Dinge.

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