Von Nullen und Einsen: Wohin die Reise bei neuen Multimediadiensten geht

kolumneVon Nullen und Einsen: Wohin die Reise bei neuen Multimediadiensten geht

Kolumne von Ben Schwan

Dienste wie Shazam und Soundhound sorgen dafür, dass wir alles, was wir hören und sehen, ganz einfach nachvollziehen können. Der Kauf bei iTunes & Co. ist dann nur noch einen Klick entfernt - auch bei TV-Sendungen.

Es hat schon etwas von Zauberei, was Werkzeuge wie Shazam oder Soundhound leisten können: Man muss sein Smartphone oder Tablet nur für einige Sekunden in Richtung eines Lautsprechers halten, aus dem Musik dringt, und bekommt dann wenig später und zumeist zutreffend mitgeteilt, welcher Interpret und Songtitel da denn zu hören ist. Zwei Klicks später hat man die neue Lieblingsmusik auch schon bei iTunes, Google Play und Co. erworben.

Die Technik, die enorm große Datenbanken mit ausgefeilten Audioerkennungsalgorithmen kombiniert, entwickelt sich ständig weiter. Soundhound akzeptiert mittlerweile sogar vorgesungene oder vorgepfiffene Tonproben - wenn dieses Feature derzeit auch nur mehr als ein Gimmick gedacht ist und beileibe nicht immer funktioniert.

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Vom Musik- zum Alles-Kenner

Beim Marktführer Shazam - aktuelle Nutzerzahl: 250 Millionen - will man unterdessen weg vom Image als reiner Musikerkenner und rein ins Multimedia-Geschäft. Dazu wurde Mitte September ein neues Feature freigeschaltet, mit dem nicht nur Songs, sondern auch TV-Sendungen erkannt werden. Die Idee: Fällt einem beim Zappen eine interessante Show auf, kann man mittels App den Namen sowie nähere Informationen abfragen. In den USA werden laut Angaben der Firma mittlerweile alle wichtigen Kanäle und alle Shows abgedeckt - Archivmaterial kommt schrittweise hinzu. In Europa soll der Dienst in einigen Monaten starten.

Hat Shazam die gewünschte Sendung gefunden, kann man sich anzeigen lassen, welche Musik in der Show läuft, wer die wichtigsten Schauspieler sind und sich auf Wunsch in die Internet Movie Database oder die Wikipedia weiterverbinden lassen. Wer's braucht, liest außerdem Trivia zur Sendung sowie Klatsch - frisch geliefert aus dem Web. Zudem kann man das Gesehene (wie auch schon zuvor das mit Shazam Gehörte) über soziale Medien wie Twitter oder Google+ weitergeben und findet alle seine "Tags" in einer Gesamtliste.

Dienste wie Shazam und Soundhound zeigen, wohin die Reise bei neuen Multimediadiensten geht: Hinein in eine Welt, in der sich alles, was wir hören und sehen, nachvollziehen lässt. Tatsächlich ertappe ich mich selbst dabei, regelmäßig verschnupft zu reagieren, wenn ein Titel von den Diensten einmal nicht erkannt wird. Früher hätte man dann vielleicht eine E-Mail an die Redaktion der gerade gehörten Sendung geschrieben.

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