Warten auf das nächste große Ding: Apple hat den Innovationswahn nicht nötig

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Warten auf das nächste große Ding: Apple hat den Innovationswahn nicht nötig

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Apple-Chef Tim Cook wird vorgeworfen, dass das Unternehmen unter ihm seine Innovationskraft verliert.

von Meike Lorenzen

In den vergangenen Monaten schreien Analysten, vermeintliche Experten und die Konkurrenz um die Wette, wenn es um die "Innovationslosigkeit" von Apple geht. Warum der Druck übertrieben ist.

Analysten und vermeintliche Experten warten seit Jahren ungeduldig darauf, dass Apple mit einem neuen Produkt endlich wieder die IT-Branche aufmischt. Konzern-Chef Tim Cook gerät unter den Forderungen immer mehr unter Druck. Angeblich soll der Apple-Aufsichtsrat nun auf den Zug der Nörgler aufspringen und ebenfalls Innovationen vermissen. Bei einem genaueren Blick auf die Situation des Unternehmens wird jedoch deutlich, wie wenig berechtigt die Forderungen nach der Marktrevolution sind.

Da ist zunächst die Kritik an Tim Cook: Seit dem ersten Tag als neuer Apple-Chef war klar, dass die Nachfolge Steve Jobs eine Mammutaufgabe werden würde. Zwei Jahre später hat Cook sich in der Branche den Ruf als "Updater" erarbeitet. Apples Premiumprodukte iPhone, iPad, iMac und Co erhalten unter ihm eine Erneuerung nach der anderen. Ein komplett neues Produkt hat er bisher jedoch nicht auf den Markt gebracht. Das wird Cook gerne vorgeworfen.

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Dabei waren er und Jobs ein eingespieltes Team, die gemeinsam mit hunderten Ingenieuren an neuen Innovationen arbeiteten. Jobs warb Tim Cook persönlich 1998 kurz nach seiner Rückkehr in das Unternehmen an. Der Chef übernahm die Kommunikation nach außen und gab Impulse in das Unternehmen, während der öffentlichkeitsscheue Maschinenbauer Cook der Denker hinter dem Präsentator war.

Im Doppelpack brachten Jobs und Cook über Jahre etliche neue Produkte auf den Markt. Gleich 1998 präsentierte Jobs den ersten iMac mit buntem Plastikgehäuse. Es war der erste Mac mit einem USB- und SCSI-Anschluss, der auf ein Floppy-Disk-Laufwerk verzichtete. Apple brachte der PC nach Jahren der Flaute endlich wieder Gewinne ein. Danach baute der Konzern die Produktpalette kontinuierlich aus: 1999 kamen das iBook und der Power Mac G4 heraus, kurz darauf folgten das Betriebssystem OS X und der iPod. Dann gönnte sich das Unternehmen eine kreative Pause. Sechs Jahre gab es keinen neuen großen Wurf. Doch dann folgten binnen zwei Jahren das MacBook Pro und schließlich das iPhone.

Die Konkurrenz war damit um Lichtjahre abgeschlagen. Es war die Zeit, in der der damalige Marktführer Nokia erst das Klapphandy und dann den Trend zum Smartphone verschlafen hatte. Die Finnen hatten zwar schon erste Smartphones am Markt, doch neben dem Rundum-Paket von iPod, Internetgerät und Telefon sahen die Finnen schlecht aus. In ihrer Verzweiflung schoss die Chefetage in etlichen Interviews immer wieder trotzig gegen Apple. Ähnlich erging es anderen Anbietern. Auch LG hatte bereits ein Smartphone mit Riesen-Display statt Tastatur in der Mache – und es sogar Monate vor Apple präsentiert. Doch durchgesetzt hat sich am Ende das iPhone, erst Jahre später gelang es der Konkurrenz, Boden gut zu machen.

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