Werner knallhart: Mein Saugroboter ist eine Diva!

kolumneWerner knallhart: Mein Saugroboter ist eine Diva!

Bild vergrößern

Ein ganz persönliches Fazit zum Kobold VR200 Saugroboter.

Kolumne von Marcus Werner

Das Weihnachtsgeschenk für Leute, die sich gerne von Technik fertig machen lassen: Ich habe den Saugroboter Kobold von Vorwerk getestet. Mit Geld-zurück-Garantie. Testergebnis: Ich nehme das Geld. Eine Kolumne.

Ich bin ein Early Adopter. Ich bin von technischen Neuerungen alleine schon deshalb begeistert, weil sie neu sind. Das deutsche Motto "Ach, es ging doch bislang auch ganz gut ohne" - es ist nicht meins. Ich gebe Neuem enthusiastisch eine Chance. Wenn denn was kommt.

Aber das passiert denkbar selten: Das erste iPhone, das gemerkt hat, wenn man es dreht und neigt. Das erste Mal lautloser Kavalierstart im BMW-Elektroauto i3. Das erste Mal mit Bild skypen - im Flugzeug in acht Kilometern Höhe über dem Atlantik. E-Roller-Sharing per Emio-App diesen Sommer in Berlin.

Anzeige

Androiden im Anmarsch

  • 2000

    Im Jahr 2000 wurden 7,4 Milliarden Dollar für Maschinen ausgegeben. Etwa 50 % für Industrie- und die andere Hälfte für Militärroboter.

  • 2005

    Innerhalb von 5 Jahren stiegen die Ausgaben auf 10,8 Milliarden Dollar, darunter auch Kosten für Maschinen, die im Service-Bereich eingesetzt wurden.

  • 2010

    2010 wurden bereits 15,1 Milliarden US-Dollar in schlaue Maschinen investiert, der größte Anteil in Industrieroboter.

  • 2015

    26,9 Milliarden Dollar werden im Jahr 2015 voraussichtlich in Maschinen investiert, so die Prognose der Boston Consulting Group.

  • 2020

    Die Prognose für das Jahr 2020 sagt voraus, dass in 5 Jahren 42,9 Milliarden Dollar für Maschinen ausgegeben werden.

  • 2025

    Bis 2025 sollen die Ausgaben voraussichtlich auf 66,9 Milliarden Dollar ansteigen, darin eingeschlossen sind Kosten für Heim-, Service-, Industrie- und Militärroboter.

Und jetzt die nächste Chance: der Saugroboter. Das schwedische Konsumforschungsinstitut HUI hält den Saugroboter sogar für den Weihnachtsknüller 2015 (nach dem Fitnessarmband 2014). So ein Roboter hat ja auch alle wesentlichen Zutaten eines gepflegten Geschenks: Es nimmt einem Arbeit ab (vernünftig), flitzt selbständig durchs Haus (unterhaltsam), funktioniert auf unerklärbare Weise (faszinierend) und ist nicht gerade ein Schnäppchen (hochwertig).

Vorwerk verkauft seinen Saugroboter Kobold VR 200 aktuell für 699 Euro. Mit einer 30-tägigen Geld-zurück-Garantie. Der Kobold ist der Testsieger der Stiftung Warentest. Testurteil allerdings trotzdem nur "gut". Aber wenn, dann den. Ich wollte es also wissen.

Ich bin ein Early Adopter. Aber ich bin nicht bescheuert. Trotzdem war ich erstmal bereit, dem Kobold seine Ankunft im neuen Zuhause so angenehm wie möglich zu gestalten. Unsere Zusammenarbeit auf Probe sollte nicht an mir scheitern. Also räumte ich als erstes den Wäscheraum um. Denn der Roboter von der Größe einer sehr dicken Personenwaage brauchte rings um seine Akku-Ladestation Platz von mehr als einem Quadratmeter, um nach getaner Arbeit zum Auftanken bequem selbständig rückwärts einparken zu können.

Exklusiver Parkplatz für den Kobold

Also schafften wir die Gartenmöbel-Auflagen in den Keller und die Schuhe nach oben ins Regal. Der Kobold hatte nun einen exklusiven Parkplatz mit üppigem Vorplatz zum Rangieren ganz für sich allein. Das auf den Boden herab baumelnde Kabel des Bügeleisens wickelte ich auf. Man stelle sich vor, der fleißige Kobold würde sich an ihm festfressen und sich selbst mit dem herabfallenden Bügeleisen erschlagen. Nein, nein.

Ich programmierte unseren neuen Gehilfen auf Samstag 9 Uhr. Dann sollte er die gesamte Wohnung durchsaugen. Mit Ausnahme der Bäder, denn die Duschwannen sind ebenerdig und er sollte ja nicht am Abfluss herum lutschen. Das wäre nicht gut, stand in der Bedienungsanleitung.

Am nächsten Morgen konnte ich schon um kurz nach 8 Uhr nicht mehr einschlafen. Der Kobold stand schließlich in den Startlöchern. Ich tapste in Unterhose zum Wäscheraum und lugte durch den Türspalt. Der Kobold schlief noch ganz friedlich. Aber seine Akkuanzeige blinkte nicht mehr. Er stand also voll im Saft.

Ich nahm eine Dusche, machte mir eine Tasse Tee und gesellte mich zum immer noch schlummernden Kobold. Es war 8 Uhr 59.

Plötzlich! Eine Fanfare! Unser Kobold war aufgewacht und sofort fit für die Arbeit. Er fing an zu rauschen und zu rollen. Noch etwas unsicher auf dem neuen Terrain schnüffelte er erstmal ein wenig um seine Station herum die Gegend ab. Dann legte er systematisch los, tastete sich per Laser an die Wand heran und fegte mit seiner kleinen rotierenden Außen-Bürste wie ein Straßenreingungs-Fahrzeug den Staub in seinen gierigen Saugschlitz unter sich. Das war mal nötig. Zwischen den hoch geräumten Schuhen hatten sich einige kleine Wollmäuse gebildet. Er verschlang sie ratzeputz. 

Dann der Flur und der Boden in der Küche. Er fuhr das Parkett in geordneten Bahnen ab und vergaß nichts. Wie ein aufgescheuchtes Huhn tänzelte ich um den kleinen Racker herum, wie er so geflissentlich erledigte, wozu er programmiert worden war. Selbst unter dem Esstisch drehte er seine Runden ganz eng um jedes einzelne Stuhlbein herum. Aber dort, wo er nicht durchkam, weil die Stühle zu eng standen, gab er sofort auf und ließ Staub Staub sein. Hier würde man also selber mit einem Handstaubsauger hinterher gehen müssen. Naja. Nachvollziehbar aber lästig.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%