Wintec: Vergiftete chinesische Arbeiter klagen Apple an

Wintec: Vergiftete chinesische Arbeiter klagen Apple an

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Wintek

137 Arbeiter in China wollen eine Entschuldigung von Apple-Chef Steve Jobs. Sie wurden bei der Fertigung von Touch-Panels durch n-Hexan vergiftet. Apple hatte vor kurzem über den Skandal bei Wintek berichtet.

Fünf Wintek-Arbeiter, die durch den Einsatz von n-Hexan erkrankt sind, haben sich im Namen ihrer Kollegen in einem Brief an Apple-Chef Steve Jobs gewendet. Wintek hatte nach eigenen Angaben die gesundheitsschädliche chemische Verbindung eingesetzt, um die Reinigung von Touch-Panels für Apple-Produkte zu beschleunigen. N-Hexan verdunstet schneller als Alkohol.

"Das ist ein tödliches Gift, das unsichtbar ist. Durch den Einsatz von Hexan stieg der Gewinn für Apple und Wintek monatlich um zweistellige Millionenbeträge, auf Kosten des Lebens und der Gesundheit der Arbeiter", hieß es in dem Brief von Sang Xiaolong, Jia Jingchuan, Yao Xiaoping, Zhang Fei und Hu Zhiyong. Weitere Arbeiter fordern Apple auf, ihnen zu helfen.

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Taubheitsgefühlen in den Händen

Apple hatte den Skandal in seinem Fortschrittsbericht 2011 (PDF) zur Lage in seinen Zulieferbetrieben auf Seite 20 ausführlich behandelt. 137 Arbeiter seien nach einer Vergiftung im Krankenhaus behandelt worden, erklärte Apple. "Wir haben Wintek angewiesen, den Einsatz von n-Hexan zu stoppen", hieß es dort. Apple habe auch darauf gedrungen, dass das kaputte Ventilationssystem repariert werde. Die Umsetzung dieser Anweisungen würden von Apple überwacht und ein weiteres Auditing der Fabrik sei für 2011 angesetzt. Apple habe sichergestellt, dass "alle betroffenen Arbeitnehmer erfolgreich behandelt wurden und wir überwachen ihre medizinischen Berichte bis zu ihrer vollständigen Erholung". Die Mehrheit der 137 Arbeiter sei wieder an ihren Arbeitsplatz bei Wintek zurückgekehrt, berichtete Apple.

Die Arbeiter beklagen dagegen, dass sie gezwungen worden seien, eine ungenügende Abfindung anzunehmen und zu kündigen. Weitere Arztrechnungen wurden nicht übernommen. "Ich hoffe, Apple respektiert unsere Arbeit und unsere Würde. Ich hoffe, sie werden sich bei uns entschuldigen", erklärte der 27-jährige Jia Jingchuan in dem Brief an Jobs.

Die Arbeiter leiden nach eigener Aussage unter Müdigkeit und Mattigkeit, Taubheitsgefühlen in den Händen sowie Schwellungen und Schmerzen in den Füßen. Die österreichische Arbeitsinspektion listet n-Hexan im März 2009 als gesundheitsgefährdenden Arbeitsstoff. N-Hexan könne wie Methylchlorid und Glykol durch Einatmen, Verschlucken oder Aufnahme über die Haut akute oder chronische Gesundheitsschäden hervorrufen oder zum Tod führen.

Die Arbeiter hatten laut eigenen Angaben Schutzhandschuhe und Schutzbrillen getragen, die Ventilation sei aber schlecht gewesen. Jia Jingchuan habe ein Jahr lang Touchscreens für Apple gefertigt. Wegen eines diagnostizierten Nervenschadens musste er ab August 2009 acht Monate im Krankenhaus bleiben.

16.000 Beschäftigte

Wintek ist ein taiwanischer Konzern, dem United Win Technology in Suzhou im Osten Chinas nahe Schanghai gehört. Die Fabrik hat 16.000 Beschäftigte. Hu Jie, ein Einrichter, der die Maschinen in dem Werk wartet, arbeite an sieben Tagen die Woche von 8 bis 20 Uhr, erklärte er der chinesischen Zeitung People's Daily.

Am 21. Februar 2011 hatten 100 der 137 Geschädigten ihren Arbeitsplatz gegen eine Abfindung von 80.000 bis 140.000 Yuan (8.960 bis 15.680 Euro) aufgegeben, berichtet die Zeitung unter Berufung auf den Sprecher des Industrieparks, in dem United Win Technology angesiedelt ist. Mit der Annahme der Abfindung müssen sie alle weiteren Kosten für die Behandlung selbst tragen.

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