WLAN, LTE, UMTS: Mobil und grenzenlos im Netz

WLAN, LTE, UMTS: Mobil und grenzenlos im Netz

von Thomas Kuhn

Noch sind Mobilfunkwelt und WLAN-Netze technisch strikt getrennt. Doch in Zukunft wollen Mobilfunker und Netzausrüster die Welten verbinden und so noch schnellere mobile Internetverbindungen ermöglichen. Wie das funktioniert, zeigen sie auf dem Mobile World Congress in Barcelona.

Mit Milliardenaufwand rüsten die Netzbetreiber in aller Welt derzeit ihre Funknetze auf, um mit dem explosionsartigen Datenwachstum durch die mobilen Internetzugriffe ihrer Kunden Schritt zu halten. Einer der größten Treiber sind Video-Abrufe, die inzwischen mehr als die Hälfte des mobilen Datenverkehrs verursachen - und inzwischen selbst in einigen Funkzellen der gerade erst neu ausgebauten LTE-Hochgeschwindigkeitsnetze schon wieder für Stop-and-Go-Verkehr sorgen.

Auf der Suche nach einem wirksamen Mittel gegen die Netzverstopfung setzen Ausrüster wie Ericsson aber auch Netzbetreiber wie Vodafone, Telefónica und auch die Deutsche Telekom auf eine Verknüpfung der klassischen Mobilfunkwelt mit vorhandenen WLAN-Hotspots schnurloser Computernetze, wie sie auf Flughäfen, in Bahnhöfen oder in Cafés weltweit inzwischen milliardenfach installiert sind. Die Idee: Warum sollen Daten, e-Mails oder Videos via Mobilfunk auf Smartphones oder Tablet-PC übertragen werden, wenn in Funkreichweite der Nutzer auch ein leistungsstarker WLAN-Netzzugang existierte?

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Das klingt simpel und logisch, ist aber technisch komplex - und eines der Top-Themen in diesem Jahr auf dem Mobile World Congress. Denn obwohl sowohl bei UMTS- und LTE- als auch bei WLAN-Netzen Daten digital durch den Äther rasen, arbeiten die Übertragungstechniken doch technisch völlig unterschiedlich.

Fakten rund um LTE

  • Was ist LTE?

    LTE (Long Term Evolution) ist ein Mobilfunknetz und der Nachfolger von UMTS. LTE bietet mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde deutlich schnellere Downloadraten.

  • Unterschiedliche Frequenzen

    ,LTE läuft je nach Region über unterschiedliche Frequenzen (Nordamerika: 700 MHz und 2100 MHz, Westeuropa, Mittlerer Osten und Afrika: 800 MHz 1800 MHz, 2000 MHz und 2600 MHz, Osteuropa: 800 MHz, 1800 MHz, 2300 MHz und 2600 MHz, Asia-Pazifik: 1800 MHz und 2100 MHz). Apples "neues iPad" beispielsweise unterstützt nur LTE in den Frequenzbereichen 700 und 2100 MHz und ist daher in Europa bisher nur ohne LTE-Funktion erhältlich.

  • LTE-Netz in Deutschland

    Von April bis Mai 2010 versteigerte die Bundesnetzagentur LTE-Frequenzen für den drahtlosen Netzzugang an Telekommunikationsdienste. Über den Tisch gingen die Frequenzen 800 MHz, 1800 MHz (bis dahin vor allem von der Bundeswehr genutzt), 2000 MHz (die ehemaligen Quam- und Mobilcom-Lizenzen für UMTS) und 2600 MHz. Die Bereiche 800 MHz und 2600 MHz werden von den vier deutschen Mobilfunkanbietern (Telekom, Vodafone, E-Plus und O2) für LTE genutzt. Die Deutsche Telekom verwendet zusätzlich 1800 MHz.

  • LTE-Smartphones in Deutschland

    Vodafone bietet seit März 2012 mit dem HTC Velocity 4G das erste LTE-Smartphone Deutschlands an. Das Gerät wurde für die Frequenzbereiche 800 bis 2600 MHz auf den Markt gebracht. Da damit die von der Telekom unterstützten Bereiche im Stadtgebiet mit einer Frequenz von 1800 MHz nicht genutzt werden konnten, folgte im Juni das HTC One XL, das auch auf den Frequenzen 1800 MHz und 2600 MHz funktioniert.

  • Stadt und Land

    LTE wurde ursprünglich ausgebaut, um die Breitbandversorgung auf dem Land zu sichern. Seit 2011 ist LTE auch in den ersten Großstädten gestartet. Anfangs standen weiter Gebiete ohne DSL-Breitbandanbindung im Fokus. Doch seit 2012 werden sukzessive immer mehr Städte mit LTE versorgt. Inzwischen wird das Netz in folgenden Städten angeboten: Aachen, Augsburg, Berlin, Bochum, Bonn, Bremen, Darmstadt, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Duisburg, Erfurt, Frankfurt, Hannover, Hamburg, Köln, Karlsruhe, München, Rostock, Leipzig, Münster und Stuttgart.

  • Umrüstung

    LTE übernimmt im wesentlichen die Infrastrukturen der UMTS-Technologie. Die Technik wurde lediglich erweitert, um so zügig vom 3G- zum 4G-Standard zu gelangen. Dadurch sollen die Smartphones und Tablets permanent mit dem Internet verbunden sein können. Vor allem für die mobile Kommunikation, wie Video-Telefonie, wäre das ein riesiger Fortschritt. Branchenkenner vermuten, dass die bestehenden Netze innerhalb der nächsten zehn Jahre auf LTE umgerüstet sein könnten.

Ein klassisches Telefonat aus dem UMTS-Netz auf einen WLAN-Hotspot umzuleiten, oder einen Videostream, den der Nutzer begonnen hat über eine LTE-Verbindung anzusehen, an den WLAN-Zugang des Cafés zu übergeben, ist so komplex, dass das in der Vergangenheit kaum ein Anbieter ernsthaft versucht hat. Das beginnt damit, dass die WLAN-Technik eigentlich gar nicht dafür konzipiert war, Datenverbindungen bei laufendem Betrieb von einer Funkzelle zur anderen zu übergeben. Und es hört noch lange nicht damit auf, dass der Technologiewechsel im Idealfall auch funktionieren sollte, wenn die WLAN- und Mobilfunknetze gar nicht vom gleichen Unternehmen betrieben werden.

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Auf dem Mobile World Congress stellt der Firefox-Erfinder Mozilla die ersten neuen Smartphones auf der Basis seiner Handy-Software FirefoxOS vor. Start-Partner ist unter anderem die Deutsche Telekom.

Quelle: Presse

Das alles scheint die Aussteller hier in Barcelona aber nicht mehr zu schrecken. Denn tatsächlich zeigen sowohl Vodafone als auch Telefónica sowie der Netzausrüster Ericsson auf ihren Messeständen, dass die Konvergenz der Netze - zumindest im Demonstrator - sehr wohl funktionieren kann. Ohne, dass es der Nutzer merkt, wechseln die Demo-Smartphones auf den Messeständen von einer Übertragungstechniken in die andere und wieder zurück. Welcher Übertragungsweg dabei genutzt wird, hängt dabei jeweils von der verfügbaren Bandbreite ab, als auch von der jeweils genutzten Anwendung.

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