Xing-Chef Groß-Selbeck: "Wir können unser Kerngeschäft noch einmal verdoppeln"

Xing-Chef Groß-Selbeck: "Wir können unser Kerngeschäft noch einmal verdoppeln"

Bild vergrößern

Xing-Chef Stefan Groß-Selbeck

von Oliver Voß

Das Geschäftsnetzwerk Xing sieht in Deutschland weiter großes Wachstumspotenzial, die Auslandsexpansion schreibt das Unternehmen dagegen weitgehend ab. Xing-Chef Groß-Selbeck über neue Einnahmequellen und die Börsenpläne der Konkurrenz.

WirtschaftsWoche: Xing hat kürzlich erweiterte Statusmeldungen eingeführt, ähnlich wie man sie von Facebook kennt – wollen Sie jetzt Mark Zuckerberg Konkurrenz machen?

Stefan Groß-Selbeck: Es gibt Kommunikationsformen, die im Internet zum Standard geworden sind, beispielsweise das Empfehlen oder Kommentieren. In der Tat gab es manche Funktionen zuerst bei Facebook, wir erschließen sie nun auch für geschäftlich orientierte Kunden. Doch wir sind und bleiben ein Netzwerk für die Geschäftskommunikation.

Anzeige

Was erhoffen Sie sich von der neuen Funktionen?

Wir wollen damit die Aktivität unserer Nutzer noch deutlich erhöhen. Schon heute kommen 90 Prozent unserer Premiumkunden mindestens ein Mal pro Monat auf die Seite. Das soll weiter steigen.   

Im vorigen Jahr haben sie Xing für Zusatzprogramme externer Entwickler geöffnet – auch ein Erfolgsmodell von Facebook. Darum ist es ruhig geworden.

Diese Apps haben sich nicht so entwickelt, wie ich es erhofft habe. Auch in anderen sozialen Netzwerken funktionieren vor allem Spiele. Für den Geschäftsbereich ist das schwieriger, wir legen daher keinen Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung.

Was für Neuerungen planen Sie sonst in diesem Jahr?

Wir werden in verschiedenen Bereichen neue Funktionen entwickeln. Der Mobilbereich ist zum Beispiel sehr wichtig. Die Nutzung hat sich in einem Jahr verdoppelt und noch in diesem Monat kommt unsere erneuerte App für Android-Smartphones. Doch wir müssen unser Angebot parallel für verschiedene Systeme weiterentwickeln, beispielsweise für das iPhone. Und Windows Phone 7 ist sicherlich auch eine interessante Plattform, die wir uns ebenfalls genau ansehen. 

Xing hat gerade ein Rekordergebnis vorgelegt. Der Umsatz stieg um 20 Prozent auf 54 Millionen Euro, der Gewinn sogar um 40 Prozent. Konnten sie ihre Kosten senken, oder worauf ist das zurückzuführen?

2009 war ein Investitionsjahr. Wir haben neue Entwickler eingestellt und Funktionen wie beispielsweise Werbemöglichkeiten und den Recruitmentbereich entwickelt, nun sehen wir das Ergebnis dieser Investitionen.

Mit Werbung und kostenpflichtigen Funktionen zur Personalsuche haben Sie neben den bezahlten Mitgliedschaften nun neue Einnahmequellen. Welchen Umsatzanteil peilen Sie mittelfristig damit an?

Werbung ist bei uns nicht so wichtig, wie für andere Plattformen und soll es auch nicht werden. Doch der Bereich ist genau wie das Geschäft mit Angeboten zur Personalrekrutierung um mehr als 60 Prozent gewachsen. Zusammen erzielen wir mit diesen Bereichen 20 Prozent der Umsätze, in einigen Jahren wird es sicher die Hälfte sein.

Sie haben die Veranstaltungsspezialisten Amiando erworben – welche Zusatzeinnahmen wollen sie damit erzielen?

Im vergangenen Jahr wurden 180.000 Veranstaltungen bei Xing beworben, 70.000 davon waren Events mit Eintrittskarten. Das zeigt, welches Potenzial es gibt. Und durch die Integration von Amiando können bei uns nun Veranstaltungen von der Registrierung über die Ticketvergabe bis zur Abrechnung organisiert werden.

Was kostet das den Kunden und welche Provision fällt dabei für Sie ab?

Wir behalten 99 Cent pro Teilnehmer und 5,9 % vom Ticketpreis ein.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%