Games Convention: "Die Rettung des Rock'n'Roll"

Games Convention: "Die Rettung des Rock'n'Roll"

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Microsoft-Bühne von der Games Convention

Auf der Leipziger Spielemesse wird gerockt, denn Musikspiele haben Karaoke auch im Westen populär gemacht. Außerdem messen sich die besten Zocker bei eSport-Turnieren.

Vor der Bühne des Microsoft-Standes schreien dutzende Jugendliche und recken die Arme in die Höhe, um eines der T-Shirts, Schlüsselbänder und anderer Werbegeschenke zu erhaschen, die in die Menge geworfen werden. Wenn es etwas umsonst gibt, wird es laut auf der Games Convention. Und schon am ersten Tag gab es viel zu holen, für die 38.000 Besucher: Von Fotos mit knapp bekleideten Messe-Hostessen bis zu den neuesten Spielekonsolen.

Dann ist Karaoke angesagt: Auf einer Leinwand läuft das Video „Emanuela“ von den deutschen Fun-Hip-Hoppern Fettes Brot. „Lass die Finger von Emanuala“, grölt ein Student dazu inbrünstig, für jeden richtig getroffenen Ton gibt es Punkte. „Lips“ heißt das demnächst erscheinende Spiel für die Xbox360, es ist Microsofts Antwort auf das populäre Singstar für Sonys Playstation. Denn was vor kurzem noch als ein skurriles Freizeitvergnügen der Asiaten galt, hat mit Hilfe der Videospiele auch die westliche Welt erobert.

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Musikspiele erleben einen unglaublichen Boom und so ist es auf der Games Convention in Leipzig noch lauter als in den vergangenen Jahren. Kaum einer der großen Hersteller, der nicht ein oder mehrere dieser Partyspiele im Angebot hat und entsprechend präsentiert. Bei Activison steht gleich eine ganze Band auf der Bühne, singt einen Hit der Rockband „Linkin Park“ und haut in die Tasten der Plastikgitarre. Activision Blizzard, nach der im Sommer vollzogenen Fusion mit Vivendi Games, der größte Spielehersteller der Welt präsentiert hier die neueste Version seines Verkaufshits: „Guitar Hero on Tour“. Die „Guitar Hero“-Reihe hat sich inzwischen weit über 20 Millionen Mal verkauft und bescherte Activision Einnahmen von über einer Milliarde Dollar.

Gipfeltreffen der Zocker

„Die Spiele haben ja quasi den Rock’n’Roll gerettet“, sagt Peter Moore, Chef der Sportsparte bei Electronic Arts. So profitiert auch die Musikindustrie von dem Boom, selbst Uralthits von Aerosmith und anderen Bands, werden nach der Verwendung bei Guitar Hero & Co. verstärkt aus Online-Shops herunter geladen. Doch manche Plattenbosse wollen noch ein größeres Stück vom Kuchen abhaben, so forderte Warner Music-Chef Edgar Bronfman kürzlich höhere Lizenzgebühren.

Was für die einen ein großer Spaß ist, haben andere zur Profession gemacht. Bei Computerspielturnieren können die besten Zocker gutes Geld verdienen. Bei der ESL European Nations Championship, einer Art Europameisterschaft der Computerspieler die auf der Games Convention stattfindet, wird ein Preisgeld von 55.000 Euro ausgeschüttet. Spieler aus elf Ländern spielen seit heute Counterstrike, Warcraft oder FIFA08 gegeneinander. Außerdem findet noch das Deutschlandfinale der World Cyber Games (WCG) statt, der „eSport-Olympiade“ oder „Weltmeisterschaft“ – die Veranstalter sind sich da in ihren Erklärungen selbst nicht ganz sicher, als was sie sich denn bezeichnen sollen. Die weltweiten Finals der WCG sind dann im Dezember in Köln und bieten somit schon mal einen Vorgeschmack auf das kommende Jahr, wenn die Spielemesse unter dem neuen Titel GamesCon am Rhein stattfinden wird.

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