Genetik: Kieler Forscher: Altwerden ist kein Zufall

Genetik: Kieler Forscher: Altwerden ist kein Zufall

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Alt zu werden, ist kein Zufall

Sehr alt zu werden, ist kein glücklicher Zufall. Kieler Forscher haben jetzt bestätigt, dass die Variation eines bestimmten Gens auffällig oft bei sehr alten Menschen über 100 Jahren auf - und zwar vermutlich weltweit.

Wie die Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) herausgefunden haben, übt eine Variation in dem Gen FOXO3A einen positiven Einfluss auf die Lebenserwartung des Menschen aus und tritt auffällig häufig bei 100-Jährigen auf. Die Forscher verglichen dazu DNA-Proben von 388 hundertjährigen Deutschen mit 731 jüngeren Personen.

Der Vergleich war nicht leicht zu bewerkstelligen. "Am schwierigsten ist es, für solch eine Studie hochbejahrte Teilnehmer zu gewinnen, insbesondere 100-Jährige. Interessanterweise sind die genetischen Effekte bei 100-jährigen Personen deutlicher zu sehen als bei 95-jährigen", sagt Friederike Flachsbart vom Institut für Klinische Molekularbiologie der Uni Kiel. Doch die Forscher konnten auf einen besonderen "Schatz" zugreifen: Die schleswig-holsteinische Biodatenbank Popgen, die zurzeit über 660 DNA-Proben von 100-Jährigen enthält - die größte DNA-Sammlung von hochalten Probanden weltweit.

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Bereits im September 2008 hatte ein amerikanisches Forscherteam um Bradley J. Willcox eine Studie veröffentlicht, die eine Anreicherung dieser Genvariation bei langlebigen Amerikanern (95 Jahre und älter) japanischer Herkunft vorschlug. "Solch ein Ergebnis hat jedoch nur wissenschaftlichen Wert, wenn es in einer unabhängigen Studienpopulation bestätigt wird. Sonst haftet ihm immer ein Hauch von Zweifel an", erklärt Almut Nebel, die wissenschaftliche Leiterin der Kieler "Forschungsgruppe Gesundes Altern". Dieser Befund sei von besonderer Bedeutung, da Japaner und Europäer genetisch relativ unterschiedlich sind. Jetzt können wir davon ausgehen, dass dieses Gen für das Erreichen eines hohen Alters wahrscheinlich weltweit eine Rolle spielt."

FOXO3A ist für die genetische Altersforschung von großem Interesse, seit es in den 1990er Jahren in Wurm und Fliege als altersrelevant beschrieben wurde. Aufgrund dieser Erkenntnisse beschäftigt sich die Kieler Forschungsgruppe am Institut für Klinische Molekularbiologie schon seit längerem mit den menschlichen Varianten des Gens. Die Studie erscheint in dieser Woche online im renommierten Wissenschaftsjournal PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences USA).

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