Gentechnisch veränderte Lebensmittel: Grüne Woche: Seehofer verteidigt Kennzeichnungsgesetz

Gentechnisch veränderte Lebensmittel: Grüne Woche: Seehofer verteidigt Kennzeichnungsgesetz

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Alles Käse? Mit einem Messer rückt Bundesagrarminister Horst Seehofer heute während des Rundgangs auf der Grünen Woche in Berlin einem Schweizer Käse zu Leibe. Die Schweiz ist offizieller Partner der Agarausstellung

Klonfleisch soll es in deutschen Supermärkten nicht geben. Das stellte Bundesland­wirtschafts- minister Horst Seehofer zum Auftakt der Grünen Woche, dem „Davos der Bauern“, gestern Abend in Berlin klar.

Der CSU-Politiker machte ethische Gründe für seine Ablehnung geltend. Kritisch äußerte sich auch der Bauernverband. Die Aufregung um Klonfleisch, das die US-Gesundheitsbehörde für gesundheitlich unbedenklich erklärt hatte, überschattete die Eröffnung der internationalen Leistungsschau der Land- und Ernährungswirtschaft, die am Abend ihre Pforten öffnen sollte. Seehofer sagte, diese Frage dürfe nicht nur unter naturwissenschaftlichen oder gesundheitlichen Aspekten diskutiert werden. Er habe unter ethischen Gesichtspunkten eine „sehr große Skepsis bis hin zur Ablehnung“. Dies sei „ein typisches Beispiel dafür, dass die Gesellschaft nicht alles, was technisch möglich ist, auch praktisch machen darf und kann“.

Der Deutsche Bauernverband warnte, noch sei unklar, welche Folgen das Klonen als neue Züchtungsform für die Landwirtschaft und ihre Tierzucht habe. EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel äußerte sich zurückhaltend. Sie habe die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) um wissenschaftlichen Rat gebeten.

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Deren Einschätzung werde im Mai erwartet. Auch das Thema Gentechnik machte Seehofer zu schaffen. Er betonte, mit dem Label „Ohne Gentechnik“ dürften künftig nur Produkte gekennzeichnet werden, in denen gentechnisch veränderte Bestandteile nicht vorhanden oder nachweisbar seien. Gentechnisch veränderte Vitamine oder Zusatzstoffe seien ausgenommen, weil sie später im Produkt nicht mehr nachweisbar seien. Bauernverbandspräsident Gerd Sonnleiter warf Seehofer deshalb erneut „Scheinheiligkeit“ vor.

Lebensmittel zu Schleuderpreisen passé

Zufrieden zeigte sich der Minister mit der Preisentwicklung im Agrarbereich. Er kritisierte aber Mitnahmeeffekte des Handels bei der Preiserhöhungsrunde. „Ein Preissprung von 50 Prozent, der war nicht in Ordnung“, sagte er. Sonnleitner erwartet auch für dieses Jahr mäßig steigende Lebensmittelpreise. Lebensmittel zu Schleuderpreisen werden künftig die Ausnahme sein, prognostizierte Harald von Witzke, Experte für internationalen Agrarhandel. Im Auftrag des Industrieverbands Agrar (IVA) hatte er die Entwicklungstendenzen auf den Weltagrarmärkten untersucht. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft forderte höhere Prämien für Landwirte, die vom konventionellen auf biologischen Landbau umstellen wollen. Der Verband geht von einem Umsatzwachstum des Biomarktes im Jahr 2007 von rund 15 Prozent aus.

Biobauernverbände stellten sich auch hinter die EU-Kommission, die eine Umverteilung der EU-Agrarmittel weg von den Direkthilfen hin zur Förderung des ländlichen Raumes plant. Fischer Boel bekräftigte, ihr Vorhaben bis November unter Dach und Fach bringen zu wollen. Dabei geht es um die Bewältigung neuer Herausforderungen wie Klimaschutz, die Bewahrung der Artenvielfalt, die Schonung von Wasserressourcen und den Erhalt von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum. Die Biobauernverbände warfen Seehofer Blockade vor.

Auf der Internationalen Grünen Woche präsentieren in den kommenden zwei Wochen 1610 Aussteller aus 52 Ländern ihre Produkte aus den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau. Erwartet werden über 400.000 Besucher in den 26 Messehallen unter dem Berliner Funkturm. Partnerland ist in diesem Jahr die Schweiz.

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