Die Stimmung glich der einer Oskarverleihung. 500 Partygäste aus der Büromöbelbranche, Architektur- und Designerszene feierten auf der After-Work-Party der Orgatec in Köln die Sieger des Wettbewerbs Best Office 2006. Zum zweiten Mal verliehen Koelnmesse und WirtschaftsWoche den Preis, der moderne Bürokonzepte in ganz Europa fördert. Die stolzen Gewinner: BMW Werk Leipzig und der oberfränkische Kunststoffverarbeiter Rehau. Sie hatten die hochkarätig besetzte Fachjury durch ihre besonders mutigen Bürokonzepte überzeugt.
Bildergalerie: Bilder vom Best Office Sieger Großunternehmen 2006: BMW
Der Sieger in der Kategorie Großunternehmen, das BMW Werk Leipzig , lässt über den Köpfen seiner Büromitarbeiter die Karossen für die im Werk produzierten BMW-3er Limousinen auf einem Transportabnd vom Karosseriebau über die Lackiererei hin zur Endmontage fahren. „In Leipzig symbolisiert das Büro- und die Unternehmensarchitektur das Miteinander von Produktion und Administration“, würdigte Koelnmessechef Jochen Witt das ungewöhnliche Bürokonzept. In dem Open-Space-Büro arbeiten 650 Angestellte – alle an gleichen Schreibtischen. Auf geschlossene Büroräume wurde bewußt verzichtet, um die Kommunikation zwischen den Abteilungen und Hierarchien zu fördern. Auch der Werksleiter selbst hat seinen Schreibtisch mitten im Raum. Zu längeren Besprechungen ziehen sich die BMWler in so genannte Think Tanks zurück. Das Ziel des Konzepts: eine Just-in-Time-Produktion, die es Kunden ermöglicht, noch sechs Tage vor der Fertigstellung ihres Wagens eine völlig neue Ausstattung zu bestellen. Weil jeder sofort mitbekommt, wenn es in der Produktion hakt, kann jeder auch sein Teil dazu beitragen, Probleme so schnell wie möglich auszuräumen. Auf Teamwork und kurze Kommuniaktionswege setzt der Sieger in der Kategorie Mittelstand: der Kunststoffverarbeiter Rehau in Oberfranken. Dort hat das Architektenduo Michael Weber und Klaus Würschinger in einer ehemaligen Porzellanfabrik eine Bürowelt geschaffen, in der Projektteams aus Technikern, Kalkulatoren und Logistikern an Gruppenschreibtischen zusammen.
Bildergalerie: Bilder vom Best Office Sieger Mittelstand 2006: Rehau
Die Mitarbeiter konnten die Bürogestaltung maßgeblich mitbestimmen und auf ihre täglichen Arbeitsanforderungen zuschneidern lassen. Das Ergebnis: Besprechungstische mit einer Fläche von fast 30 Quadratmetern, auf denen die Techiker ihre Baupläne problemlos ausbreiten können. Schrankwände mit ausziehbaren Schubladen, in denen selbst große Kunststoffteile wie Stoßfänger für Autos Platz finden und Schranktüren, die sich dank ausgfeilter Hubtechnik in Pinnwände zum Aufhängen von Konstruktionsplänen verwandeln lassen. Die für Kreativität und Innovation wichtige informelle Kommunikation fördert eine großzügige Lounge – das Herzstück der Rehauer Bürolandschaft. Im Foyer stehen bequeme Ledersessel mit niedrigen Cocktailtischen, daneben lange Tische für gemeinsame Mahlzeiten und Ad-hoc-Bespechungen.
Bildergalerie: Bilder von der Best Office Preisverleihung 2006
„Vorbildlich ist, in welchem Maße das Rehau-Management die Wünsche und Anforderungen der Mitarbeiter an ihre neuen Arbeitsplätze berücksichtigt hat“, betonte die Jury. „Rehau hat seinen Mitarbeitern vorgelebt, dass kosnequentes Prozessdenken und Qualitätslösungen nur dann möglich sind, wenn man anderen auch zuhört“, lobt Laudator und Koelnmessechef Jochen Witt das Konzept. Die Jury: Stefan Baron, Chefredakteur der WirtschaftsWoche, Prof. Dr. Dipl.-Ing. Gunter Henn, Architekt BDA, Dr. Stephan Scholtissek, Sprecher der Geschäftsführung Accenture Deutschland, Michael Stoschek, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Brose Gruppe, Dr. Bodo Wiegand, Leiter des Lean Management Instituts, Jochen Witt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse GmbH und Dieter Boch vom Institut für Arbeitsforschung und Organisationsberatung (iafob).











