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Googles Android: Das bessere iPhone

von Thomas Kuhn und Andreas Menn

Vier Jahre war nur Apple angesagt. Jetzt übernehmen Android-Handys den Markt. Bald soll Googles Software auch in Millionen Autos, Fernsehern und Tablet-Rechnern laufen. Android wird das Windows der mobilen Ära - und der Suchkonzern mächtiger, als Microsoft je war.

Grafik: Marktanteile von Apple und Google bei Betriebssystemen für Tablet-Computer
Grafik: Marktanteile von Apple und Google bei Betriebssystemen für Tablet-Computer

Plötzlich ist der grüne Roboter überall – sogar bei der Deutschen Bahn. 20.000 Schaffner und Lokführer sehen das Logo von Googles Betriebssystem Android demnächst auf ihrem Handydisplay, wenn sie via Mobilfunk Cola-Kisten fürs Bordbistro ordern oder verstopfte Klos an die Zentrale melden. Denn die Bahn hat neue Multimediahandys bestellt, sogenannte Smartphones – und macht jetzt mit Google mobil.

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Ein wichtiger Etappensieg für den Suchkonzern. Schon wieder. Und eine Schlappe für den Rivalen Apple. Dessen iPhone hatte bis vor Kurzem den Nimbus, das einzig wahre Smartphone zu sein. Doch das ändert sich gerade. Fast unaufhaltsam läuft derzeit alles auf Google zu.

Android, das Handybetriebssystem des Suchmaschinenspezialisten, hat seit seinem Debüt im Oktober 2008 eine beispiellose Erfolgsgeschichte geschrieben: Bereits auf jedem dritten Smartphone, das im vierten Quartal 2010 weltweit verkauft wurde, lief Android, meldete der US-Marktforscher Canalys. Und bei Tablet-PCs, den neuen flachen Internet-Computern vom Schlage iPad, erreichte Android im gleichen Zeitraum schon 22 Prozent Marktanteil, so die Experten von Strategy Analytics.

Android will Windows der mobilen Ära werden

Einen solchen Google-Durchmarsch hätte keiner erwartet, auch Malte Prien nicht: "Unseren ersten Android-Programmierer mussten wir vor zwei Jahren aus Malaysia einfliegen", sagt der Strategiechef der Berliner Softwareschmiede Tic-Mobile, die die Software für die Androiden der Bahn programmiert hat. "Heute", sagt Prien, "ist unser Android-Team das größte in der ganzen Firma."

Und Google belässt es nicht bei der Führung im Smartphone-Geschäft, bei Rang zwei im Tablet-Markt. Der Eroberungszug des Internet-Riesen reicht weit darüber hinaus: Sogar auf Laptops, Fernsehern und selbst in Autos ist die Google-Software schon installiert.

Noch bevor sich die Mobilfunker in dieser Woche in Barcelona zum wichtigsten Industrie-Event treffen, dem Mobile World Congress, wissen sie: Android ist auf dem Weg, zum Windows der mobilen Ära zu werden. Omnipräsent und womöglich schon bald marktbeherrschend.

Google wird unseren Alltag stärker durchdringen, als es Microsoft je tat.

Google ist bald überall

Seit Telefonieren nur noch eine von vielen Funktionen der Multimediahandys ist und seit berührungsempfindliche Bildschirme unterwegs den Zugang ins Internet öffnen, sind Betriebssysteme der Schlüssel zum Erfolg auf dem Handy-markt.

In großen Teilen der Konsumelektronik wird es bald genauso sein. Überall bestimmt die Software, wie komfortabel sich die Technik bedienen lässt. Sie entscheidet auch, wie viele Programme für ein Gerät entwickelt und verkauft werden, sogenannte Apps, die Internet-Handys, Tablets oder Auto-Entertainment-Computer erst richtig nützlich und spannend machen.

In den vergangenen Jahren galt Apple als Innovationsführer, sein System iOS als Musterbeispiel für benutzerfreundliches Design. Schon das erste iPhone ließ sich so intuitiv bedienen, dass der Hersteller der Verpackung keine Betriebsanleitung beilegte. 46,6 Millionen Smartphones einer einzigen Modellreihe hat Apple im vergangenen Jahr verkauft.

Doch der Star der Handybranche ist auf dem Zenit des Erfolgs.

Google setzt den Rivalen unter Druck. Alles läuft auf den Zweikampf im Silicon Valley hinaus: "Auf dem Smartphone-Markt", sagt Roberta Cozza, Mobilfunkanalystin beim US-Marktforscher Gartner, "entbrennt jetzt die Schlacht zwischen Google und Apple."

25 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 31.05.2011, 13:23 UhrThomas Kuhn

    @banker: Honeycomb entwickelt sich noch sehr zäh. ich habe gerade die neuen Top-Androiden von Samsung und HTC getestet, die laufen auch noch auf Android 2.3. Mehr dazu hier: http://www.wiwo.de/service/videos/zweikampf-der-androiden-358119.html

  • 31.05.2011, 12:17 UhrBanker

    der Artikel ist von Februar - wo ist denn jetzt eigentlich Honeycomb?????
    in der zwischenzeit habe ich nicht nur Spaß mit dem iPad sondern auch mit dem iPad2 ;-)

  • 14.05.2011, 14:37 UhrPeter F.

    Als 'Normalverdiener' hoffe ich sehr, dass es dem Seperatisten Jobs mit seinen i-P.... Produkten so ergeht wie auf dem PC-Sektor. Ein kleiner Teil besserverdienender sind stolz auf ihre Statussymbole, deren vermeintliche Vorteile sich schon für die erste Generation der Konkurrenzprodukte keinerlei Hürde darstellten.
    bezüglich Prozessor- und Grafikleistung sind i-Phones mittlerweile weit überholt und die gern angeführte höhere Zahl an Apps ergibt sich nur aus der frühen Marktreife der Geräte; ob sich dieser Vorsprung noch durch das Jahr 2011 retten kann, wage ich zu bezweifeln.
    Multitasking war wohl in der kurzen Entwicklungszeit noch nicht drin... aber wer brauch das denn auch schon.

    Open Source mit information als bezahlmittel auf der Android-Seite gegen Code-Monopol und Nutzungssteuern selbst für kleinste Leistung an das Königshaus Jobs auf der anderen Seite.
    Wenn das ein wenig einseitig klingt bitte ich um Entschuldigung... die Letzte Aktion die ich im Reich der i-Diktatur hinter mir habe war ein 4 stündiges Telefonat mit dem kostenpflichtigen Telefonsupport von Apple mit Sitz in irland (!)... weil das i-Phone sich weigerte Kopien der abgerufenen Mails auf dem Server zu belassen.
    Naja... meine Entscheidung ist zugunsten eines Androidphones gefallen. Mein i-Phone liegt in der Kramschublade... bei den teuren Werbegeschenken die ich nicht nutze und den teuren Schreibgeräten, die mir zum Schreiben dann doch ZU teuer sind. ;)

    Verstehen tue ich aber auch i-Phone Nutzer, die teilweise in lächerlich teuren Handyverträgen stecken und natürlich ihre Entscheidung über die gesamte Laufzeit irgendwie rechtfertigen müssen... mein beileid. Glücklicherweise habe ich meins von nem Freund eines Freundes aus Malle, der das irgendwie billiger aus Marokko bekommen hatte... Naja teuer wars nicht und Papiere waren in Ordnung.
    Aber ich schweife ab: Die i-Fans (oder sollte man sagen i-Leibeigenen) haben das Wort!

    Liebe Grüße, Peter

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