3D-Printer: US-Ingenieur druckt Kayak im Keller

3D-Printer: US-Ingenieur druckt Kayak im Keller

von Tobias Finger

Ein Amerikaner hat mit einem selbstgebauten 3D-Printer das weltweit erste Kayak gedruckt. Unser Urteil: Sehenswert!

Nach Autos, Waffen und edler Glaskunst gibt es mal wieder eine Weltneuheit in der 3D-Druck-Technik. Jim Smith, Ingenieur bei 3D Systems, einem der Weltmarktführer im Bereich 3D-Druck, hat nicht sein Hobby zum Beruf gemacht, sondern seinen Beruf zum Hobby.

Während andere nach Feierabend auf der Coach vor dem Fernseher hängen und alle Gedanken an den Job verdrängen wollen, hat Smith in seinem Keller einen eigenen 3D-Drucker aufgestellt: selbst entworfen, in Handarbeit zusammengebaut. Und aus diesem Gerät stammt jetzt das weltweit erste 3D-gedruckte Kayak.

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Rund fünf Meter lang und 500 US-Dollar teuer ist das gute Stück. Es besteht aus 28 Einzelteilen aus ABS-Plastik, die Smith miteinander verschraubt hat. Um nicht unterzugehen, hat er die Verbindungen von außen mit Silikon abgedichtet.

Einfach drauf los drucken konnte der Amerikaner aber nicht. Damit sich die Teile im Wasser nicht verziehen oder gar reißen, musste er seinem Heimdrucker eine spezielle Hitzekammer hinzufügen, die die Stabilität des Kayaks garantiert.

Wasserfest, personalisiert, wegweisendIm Selbstversuch hat sich die Konstruktion schon bewährt, trockenen Fußes konnte ihr Erbauer über einen kleinen See schippern. Beim Paddeln in dem farbenfrohen Einsitzer kann sich Smith auch filmen: Vorausschauend hat der Ingenieur an Bug und Heck Adapter für Kameras oder andere Gadgets angebracht.

Das beste aber ist, dass er das Boot an seine individuellen Körpereigenschaften anpassen konnte. Länge und Breite sowie der benötigte Auftrieb konnten optimal berechnet und anschließend so gedruckt werden. So wiegt das Endprodukt lediglich 30 Kilogramm, die Teile sind nur sechs Millimeter dick, außer an den Stellen, wo die unvermeidbare Rippenstruktur sitzt. Das spart Material und dementsprechend Kosten.

Auf Smiths Website Grass Roots Engineering kann man sich den gesamten Entstehungsprozess noch einmal bebildert vor Augen führen.

Das Beispiel des amerikanischen Kayakfans könnte wegweisend sein. Statt die erworbenen Produkte energieaufwendig zum Kunden zu transportieren, könnten Unternehmen in Zukunft einfach die Druckerpläne digital verschicken, auf deren Basis sich dann die Kunden ihren Kauf zu Hause ausdrucken. Mögliches Hindernis: Noch sind 3D-Drucker für den eigenen Haushalt zu teuer und werden zu wenig genutzt.

Hier noch ein Video zum farbenfrohen Kayak:



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