40 Stunden Licht: Solarlampe soll Entwicklungsländern helfen

40 Stunden Licht: Solarlampe soll Entwicklungsländern helfen

von Jan Willmroth

Ein niederländisches Startup hat eine Solarlampe entwickelt, die knapp zwei Tage leuchtet. Auch Handys und Laptops lassen sich damit laden.

Wann es dunkel wird, entscheiden wir selbst. Knips, Licht an, Licht aus, das ist ganz normal. Wenn nicht gerade ein Sturm unsere Infrastruktur zerstört hat und wir stundenlang ohne Strom auskommen müssen, wie kürzlich im Großraum New York. In vielen Teilen der Welt ist ein Lichtschalter aber ein unvorstellbarer Luxus, ein Anschluss ans Stromnetz undenkbar. Startups arbeiten deshalb an Lösungen, Licht ins Dunkel des Lebens von Millionen Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika zu bringen, die ihren Tag bislang nach der Sonne richten müssen.

Eine kompakte Lösung ist die „WakaWaka Power“, eine simple LED-Lampe, die ihre Leuchtkraft aus der Sonne zieht. Rund acht Stunden Sonnenschein reichen, um ihre Akkus vollzuladen. Dann liefert die Solarlampe bis zu 40 Stunden helles Licht – und funktioniert sogar als Ladestation für Mobiltelefone und Computer. Sie ist der Nachfolger des „WakaWaka Light“, das im vergangenen Jahr vermarktet wurde und kürzlich vier Innovations-Awards der Technologie-Beratung Accenture gewann.

Anzeige

Bei der neuen Lampe sind vier verschiedene Lichtmodi verfügbar – vom hellen Taschenlampenlicht bis zum schwachen Nachtsicherheitslicht. Sogar ein SOS-Notfallsignal hat das niederländische Startup Off-Grid Solutions eingebaut. Das Unternehmen verspricht eine Technologie, die bis zu 200 Prozent effizienter ist, als alle vergleichbaren Produkte auf dem Markt. „Die WakaWaka Power eignet sich gut dafür, das weltweit führende persönliche Solarkraftwerk zu werden“, sagen die Gründer.

Anscheinend hat das schon viele Leute überzeugt: Auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter und einem niederländischen Pendant sammelte Gründer Camile van Gestel innerhalb einer Woche mehr als 150.000 Euro ein – angepeilt hatte er zunächst deutlich weniger. 49 Dollar will er derzeit pro Gerät haben und verspricht jedem Unterstützer sein eigenes WakaWaka. Noch ist das Gerät in der Prototyp-Phase. Aber wenn es so weitergeht, steht der Produktion nichts mehr im Weg. „Wir haben die Fabrik schon ausgewählt. Ich war sogar schon dort“, sagt van Gestel. Ab Mai soll das Gerät für 79 Dollar erhältlich sein.

Das ist natürlich viel zu teuer für stromlose Familien in Entwicklungsländern. Deshalb begleiten die Gründer die Crowdfunding-Kampagne mit dem Projekt „Let’s light up Haiti“: Für jedes in der Startphase verkaufte WakaWaka Power spendet Off-Grid Solutions ein älteres Modell an haitianische Familien. Nach dem verheerenden Erdbeben 2010 und dem Hurrikan in diesem Jahr sind weite Teile des Landes immer noch zerstört und ohne Strom. Schon jetzt verspricht das Unternehmen, 1500 haitianische Familien mit einem WakaWaka auszustatten. Doch van Gestel ist noch lange nicht am Ziel: Er will mindestens 75.000 Familien unterstützen.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%