Architektur: PolyBricks bringen 3D-Druck in den Hausbau

Architektur: PolyBricks bringen 3D-Druck in den Hausbau

von Tobias Finger

US-Forscher wollen das Potenzial des 3D-Drucks für das Baugewerbe aufzeigen – mit einer Art Lego-System für Ziegelsteine.

Der 3D-Druck bekommt für das Baugewerbe eine immer größere Bedeutung. Auch deshalb entwickelt sich die Branche so rasant. Architekten und Ingenieure entwickeln und testen verschiedenste Varianten, um ganze Gebäude oder Gebäudeteile zu drucken. Die meisten Entwickler konzentrieren sich auf den Druck der Wände aus Beton.

Forscher von der Cornell University in den USA haben jetzt in Kooperation mit dem Architekturbüro Jenny Sabin Studio eine neue Technik entwickelt, um große Strukturen mit 3D-Druckern anzufertigen. Dafür verwenden sie ineinandergreifende, gedruckte Bausteine, die die Entwickler PolyBricks tauften.

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Die PolyBricks werden aus einer speziellen Tonmischung gedruckt. Sie erinnern an Backsteine, aber mit einer durchaus ungewöhnlichen Form. Jedoch brauchen sie keinen Mörtel, um an- beziehungsweise ineinander zu halten. Zusätzlich sind sie zum größten Teil hohl, was ihr Gewicht verringert. Die Funktionsweise der PolyBricks erinnert an LEGO-Steine, das System ist jedoch ein anderes.

LEGO neu gedachtIm Gegensatz zum weltberühmten Kinderspielzeug, dass über ein Noppen-System verbunden wird, verwenden die PolyBricks keilförmige Taubenschwanznuten. Über diese lassen sich die einzelnen Steine verbinden. Jede dieser Anschlussstellen hat seine vorbestimmte Position im großen Ganzen.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Durch verschiedene Verbindungen können auch sehr komplexe Strukturen zusammengebaut werden. Gleichzeitig verwendet man nur ein einziges Material und produziert durch die additive Fertigung keinen Abfall. Auch im Vergleich mit gedruckten Wand-Gerüsten stehen die PolyBricks besser da. Alleine der Transport gestaltet sich wesentlich einfacher. Durch die Verwendung einzelner, hohler Komponenten, die am Standort des Gebäudes selbst zusammengesetzt werden, sind Größe und Gewicht wesentlich geringer als bei massiven, zusammenhängenden Hauswänden.

Noch fehlen PraxistestsDie Forscher beschreiben die Überlegenheit ihrer Innovation in einem Report wie folgt: „Die momentane 3D-Druck-Technik beschränkt die Größe, in der man bauen kann.“ Die Verwendung eines Komponenten-Systems „ermöglicht es uns, mit einem kleineren Drucker größere Objekte zu fertigen.“

Noch hat das Entwicklerteam zwar kein Gebäude aus ihren Steinen zusammengebaut. Dennoch hat das System durchaus Potential, vorausgesetzt sie sind stabil genug – und bezahlbar. Denn kaum etwas ist günstiger als herkömmlich gebrannte Ziegelsteine.

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