Bike-Sharing: Heißluftballons für den Fahrradtransport

Bike-Sharing: Heißluftballons für den Fahrradtransport

von Jürgen Klöckner

BikeBalloon soll Fahrräder in Städten dorthin fliegen, wo sie gebraucht werden. So verrückt die Idee ist: Sie bietet durchaus auch Vorteile.

Manche Ideen sind heiße Luft. Diese ist es ganz besonders - doch auf die gut gemeinte Art. Wenn schon Fahrräder mobil sind, wieso dann nicht auch die Leihstation, dachte sich der Designer Marcus Burnham - und entwarf den BikeBalloon, der Räder von einer Bike-Sharing-Station zur nächsten fliegen kann. Der Heißluftballon hat eine runden Plattform dort, wo eigentlich die Gondel hängt.

Was das bringen soll? So unrealistisch die Idee klingt, sie hat einen sehr praktischen Nutzen: Sie könnte Bike-Sharing deutlich effizienter machen. Nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland können Fahrräder gegen eine kleine Gebühr ausgeliehen werden. Das passiert meist an Stationen, die quer über die Stadt verteilt sind. Dabei gibt es aber ein Problem: Es kann passieren, dass eine Station zu viele Räder hat, während bei einer anderen keine Bikes mehr zu haben sind.

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Hier setzt der BikeBalloon an: Mit ihm könnten Räder dorthin geflogen werden, wo gerade Bedarf ist. Wenn etwa an der Fahrradstation am Hauptbahnhof die Räder ausgehen, könnte ein Mitarbeiter der Firma den Ballon rufen. Der pumpt sich dann automatisch mit Heißluft voll, fliegt per GPS dorthin, wo er gebraucht wird, und lässt am Ziel eine Art Anker herunter, über den der Mitarbeiter ihn wiederum mit der Plattform verbindet.

Doch zumindest in Deutschland gibt es keine Mitarbeiter an solchen Stationen - und wie genau ein sonst so schwerfälliger Heißluftballon sein Ziel exakt und schnell ansteuern soll, lässt der Designer genauso ungeklärt wie die Frage, wie etwa Stromleitungen und andere Hindernisse automatisch umflogen werden sollen. Doch zumindest hat der Ballon einen praktischen Nebeneffekt: Während er durch die Stadt fliegt, gibt er eine prima Werbefläche für das Bike-Sharing-Unternehmen.

Marcus Burnhams Idee muss gegen zehn weitere in einem Design-Wettbewerb für Fahrräder konkurrieren. Im Rennen ist etwa ein Rad mit einem Grill auf dem Gepäckträger oder eine Fahrradstation, die mit LED-Lampen ausgerüstet ist. Doch BikeBalloon ist mit Abstand der charmanteste, aber auch verrückteste Beitrag. So verrückt, dass er vielleicht den Wettbewerb gewinnen, aber wohl niemals wirklich abheben wird.

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