Browser-Add-on: Startup will Nachhaltigkeitsampel für Online-Shops entwickeln

Browser-Add-on: Startup will Nachhaltigkeitsampel für Online-Shops entwickeln

von Peter Vollmer

... und damit das Shoppen im Netz transparenter machen.

Tausende Shops buhlen im Netz um die Gunst der Kunden. Allein die Deutschen haben im vergangenen Jahr knapp 40 Milliarden Euro im so genannten E-Commerce gelassen. Nur: Ob einen neuen Laptop bei Amazon, Sandalen bei Zalando oder Handtücher bei Otto – das bequeme Online-Shopping bietet leider überhaupt keine Informationen darüber, wie grün die Produkte tatsächlich sind.

Eine Marktlücke, die sich die Seite „WeGreen“ in den vergangenen Jahren erobert hat. Das Portal ist ein Marktplatz für nachhaltige Produkte. In jeder Kategorie gibt es neben Produkten, Beschreibungen, Preisen und Shops eine unverkennbare Kennzeichnung im Stil einer Ampel.

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Die Ampel illustriert, wie die derzeit rund vier Millionen Produkte, die WeGreen listet, aus nachhaltiger Sicht zu bewerten sind. Die Note setzt sich aus Einschätzungen anderer Portale, Labels und Rankings zusammen. Teils unterscheiden sich ähnlich teure Produkte um drei Noten – da würde die Kaufentscheidung leicht fallen. Wenn die Kunden WeGreen ansteuern würden.

Nutzer bei Amazon und Co. abholenTatsächlich kaufen die meisten aber ihren Lippenstift direkt bei Douglas.de, steuern zum Einkauf des Fernsehers Amazon an und müssen so auf die grüne Ampel verzichten. Das will WeGreen nun mit einem Browser-Add-on ändern.

Nutzer von Chrome und Firefox bekommen die Ampel dann - ohne den „Umweg“ WeGreen - direkt in den großen Shops angezeigt. Außerdem sehen sie alternative Einkaufsmöglichkeiten oder Kleidungsstücke, die noch bessere Bewertungen haben. Eine schöne Idee, die allerdings normalerweise „den engen finanziellen Spielraum“ von WeGreen sprengen würde, wie Gründer Maurice Stanszus erklärt.

Deshalb hatte er die Idee, das Geld per Crowdfundingkampagne einzusammeln. Da das Add-on später gratis sein soll, gibt es als „Dankeschöns“ für die Unterstützer Gutscheine und Werbemöglichkeiten.

Erste Kritik am Add-onAllerdings äußerten Nutzer auf der Startnext-Pinnwand bereits erste Zweifel: Mit einem solche Add-on würden zwar faire Produkte angezeigt, allerdings auf Plattformen wie Amazon, die mit ihren Mitarbeitern wenig fair umgehen. Ein eberechtigte Frage: Wo müssen Konsumenten abgeholt werden – auf ihrer Lieblings-Shoppingseite oder bereits vorher?

Gründer Stanszus argumentiert: „Wir hoffen, wenn jeder weiß, dass viele Produkte auf Amazon, Zalando & Co. nicht fair sind, mehr Alternativen ausprobiert werden. Das Add-on wird deshalb auch anzeigen, wo du bessere Produkte findest. Also zum Beispiel von welchem Hersteller und in welchen Onlineshop.“

„WeGreen“ war zunächst ein Forschungsprojekt zu Ratingsystemen für Corporate Social Responsibility (Unternehmensverantwortung, CSR), später ein Infoportal und ab 2012 schließlich eine Suchmaschine für grüne Produkte. Das Add-on wäre der nächste Schritt in die Richtung, nachhaltigen Konsum so leicht wie möglich zu machen.

Allerdings liegt das Fundingziel bei happigen 75.000 Euro. Die Fundingschwelle, ab der das Add-on für Chrome und Firefox entwickelt würde, liegt bei 12.000 Euro. Das Crowdfunding läuft noch zehn Tage.

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